22 Charaktere

Ich habe manchmal das Gefühl, dass meine Geschichte drei Jahre lang gewartet hat, damit ich mir das Buch von Corrine Kenner kaufe und damit arbeite. Denn gestern und vorgestern habe ich eine Reise durch die große Arkana gemacht und nicht nur neue Charaktere gefunden, mit denen ich arbeiten kann. Die Charaktere die ich schon eingebaut hatte, haben dadurch eine völlig neue Rolle erhalten. Ich habe sie schlichtweg besser kennengelernt.

Im Grunde genommen ist es ganz einfach. Man nimmt sich mindestens eine große Arkana (ich habe zwei gewählt) und überlegt, welche Figur im Roman die Karte repräsentiert. Dabei habe ich eben Figuren eingebaut, die ich schon längst hatte. Aber dabei entdeckte ich, hei, die Rolle, die ich dieser oder jener Figur zugewiesen habe, passt einfach nicht. Und auf einmal haben sie eine völlig andere Rolle verlangt. Und ich habe sie ihnen gegeben. Dabei bin ich in erster Linie nach meinem Bauchgefühl gegangen. Ich habe mir die Karte angesehen und da meldete sich schon der Name der Person, die ich dorthin einsetzen soll. Und das tat ich dann entsprechend.

Das bedeutet für mich, dass ich mich die Tage hinsetzen werde um diese Charaktere zu analysieren und entsprechend auseinander zu rupfen. Ohne das man dann davon etwas im Buch bemerkt. Im Moment kann ich gar nicht meine Finger von meinen Notizbüchern lassen, weil es so richtig Spaß macht. Vielleicht liegt es auch an den Notizbüchern selber, dass es nun mehr Spaß macht, dass will ich nicht abstreiten (sie fühlen sich gut in den Händen an). Aber auch sonst blühe ich regelrecht auf, vor lauter kreativen Ideen.

Die Gefahr bei zu viel Kreativität (ja, auch so etwas kann passieren) ist ja, dass man sich am Ende einfach verzettelt. Das man lieber sich Ideen ausdenkt und recherchiert, als einfach drauf los zu schreiben. Manchmal ist eine halbswegs gute und vor allem fertige Geschichte besser, als eine Geschichte, nur über 30 Jahre geschrieben wird. Da gibt es wohl wirklich eine, die solange an ihrer Geschichte feilt.

In dem Sinne werde ich mich aufs plotten konzentrieren und auf die Charaktere und mich dann wieder an die Arbeit machen. Das überarbeiten kann ich am Ende vornehmen. Denn aufgrund der neuen Ideen sind teilweise die ersten beiden Kapitel überholt, mal wieder.

Mit Legemethoden kreativ schreiben

Warum habe ich eigentlich immer dann, wenn ich total übermüdet bin die besten Ideen? Kann vermutlich daran liegen, dass das Gehirn bzw. die nörgelnde Stimmer meiner Kritikerin ebenfalls völlig übermüdet ist und sich daher nicht beschweren kann, worüber ich so nachdenke.

Auf alle Fälle war es gestern wieder soweit. Ich trug ja schon die grobe Idee eine Zeitlang mit mir herum. Aber gestern konkretisierte es sich immer mehr und mehr. Und gestern Abend habe ich mir eben überlegt, wie man es genauer umsetzen könnte.

Und zwar gibt es ja viele Legemethoden mit denen man sich selber erforschen kann. Jeanne Ruland hat zum Beispiel ein entsprechendes Buch mit 130 Legemethoden geschrieben. Da geht es rund ums Leben. Ehe, Freundschaft, Beruf und so weiter. Und ich habe mir die Dinger angesehen und konnte einige, mit einigen Modifikationen, eigentlich direkt eins zu eins für meine Charaktere, für den Plot und so weiter anwenden.

Daher werde ich mich die Tage auch noch mal dran setzen und die Legemethoden für mich abschreiben (auf dem PC) und entsprechend ändern. Und vor allem damit arbeiten.

Da die Sachen Urheberrechtlich geschützt sind (vermute ich mal zumindest ^^), bringt es nichts, die Sachen hier hochzuladen. Aber ich denke, wer will, kann es auch selber umsetzen, oder? ^^

Zwischen den Stühlen ~ Zwei Romanprojekte und viel mehr

Ich habe jetzt meine drei Tarotdecks bekommen (das war wirklich Eiltempo, mehr kann man nicht sagen, am Donnerstag bestellt und am Samstag bekommen, dass gefällt mir 🙂 ).  Natürlich habe ich meine typischen Rituale durchgeführt. Also erst einmal gezählt ob alle da sind und dann mir die Bilder betrachtet. Ich bin glücklich über meinen Fang, denn alle drei Decks gefallen mir. Klar habe ich mal wieder was zu meckern, so im groben und ganzen, aber sonst bereue ich den Kauf nicht.

Eine entsprechende Rezension der Decks wird noch folgen, auch wenn ich gerade überlege dafür ein Extrablog zu verwenden.

Natürlich habe ich sofort die Decks für mein zweites Romanprojekt verwendet und muss sagen, diesmal arbeite ich um einiges strukturierter als bei meinem Krimi. Ich habe die Charaktere gesucht und die Grundstruktur des Romans erarbeitet (zu mehr habe ich es bisher noch nicht geschafft). Das freut mich, dass ich eben ein wenig Struktur in die Arbeit hineingebracht habe und nicht quer durch den Garten geschriebe habe. Vermutlich hat das Lesen diverser Schreibratgeber doch geholfen.

Zur Zeit arbeite ich an meinem Krimi (Romanprojekt 1) indem ich Kapitel 1 abschreibe. Denn meine alte Festplatte mit zehn Kapiteln (ja, ihr habt richtig gelesen, 10 Kapitel hatte ich und am elften hatte ich gearbeitet) schmierte ab und ich konnte die Daten bisher noch nicht retten. Gerade bei Kapitel 1 bereue ich es, denn bis auf einige Ausnahmen ist es die beste Version die ich geschrieben habe. Zwar werde ich es noch überarbeiten, aber dafür brauche ich diese Version wieder auf meiner neuen Festplatte. Daher werde ich die Tage wieder tippen müssen.

Das zweite Projekt ist eher ein Roman, welche Probleme der Gesellschaft ansprechen soll. Dabei verdrehe ich ein wenig die Realität. Wer die „Egalias Töchter“ von Gerd Brantenberg kennt, weiß was ich damit meinen kann. Das werde ich erst einmal in meinem Notizbuch ausarbeiten und wenn ich dann mit Projekt 1 fertig bin, werde ich das dann tippen. Ich denke, bis dahin habe ich eine vernünftige Grundlage geschaffen.

Es gibt noch Ideen, die ich aus anderen Foren und Blogs gefunden habe, wie man ein Roman schreiben kann, die ich hier ebenfalls anwenden werde. Mal sehen ob es so klappt, wie ich es mir vorstelle. Ich mache mir dazu auch meine Notizen, damit ich später davon weiter profitieren kann und vor allem, die Ideen die ich jetzt entwickle, später ausarbeiten kann. Denn nichts bleibt stehen, alles entwickelt sich.

Ein kleines Ritual habe ich beim schreiben schon entwickelt. Jedes neues Projekt bekommt ein dickes Notizbuch von mir und ein neues Tarotdeck (mindestens eines). Zwar muss das Tarot nicht zum arbeiten geeignet sein (kann es aber), aber ich liebe es, meine Gedanken und Recherchen in einem dicken Buch zu schreiben und dann damit zu arbeiten. So wie bei Projekt 1 (das Buch habe ich seit drei Jahren, was man ihn ansieht, leider gibt es diese nicht mehr, schnieff) und nun auch bei Projekt 2.

Kapitel 2 und Seite 6

Ich arbeite gerade sehr fleissig an Kapitel 2 und muss sagen, ich bin begeistert. Denn so gut habe ich die erste Version nicht schreiben können. Es geht total flüssig. Am Freitag habe ich zwei Seiten und ein wenig von Seite drei geschrieben. Am Montag war noch eine Seite dabei und heute habe ich auf Lätti (so heißt mein Minilaptop) noch mal einige Seiten geschrieben.

Zur Zeit schreibe ich weiter und habe Seite 6 erreicht. Und es geht so flüssig. Ich habe ja erst einmal den Plot zu Kapitel 2 erarbeitet und für jede Szene ziehe ich meine Karten um zu sehen, wie es weiter geht. Und bisher komme ich hervorragend zu Rande. Gut, die Szenen beißen sich mit der Grundidee des Kapitels. Das gebe ich zu. Aber man muss ja flexibel sein um das Beste herauszuziehen.  Wenn das so weiter geht, habe ich bald Kapitel 2 fertig und kann dann endlich mit dem nächsten anfangen. Und wenn das wiederherum so gut weiter geht, habe ich dieses Jahr mein Roman endlich fertig. Immerhin arbeite ich seit circa drei Jahren an diesem Buch.

Eigentlich schon faszinierend, was ich bisher mit meinem Roman erlebt habe. Allein schon den Anfang des ganzen Romans habe ich mindestens drei Mal geändert. Die absolute Grundidee ist dabei immer gleich geblieben. Aber alles drum herum hat sich inzwischen so übelst geändert, dass ich den Grundroman gar nicht mehr in der aktuellen Version wieder finde. Ich habe sogar das Gefühl, dass er sehr düster geworden ist. Dabei sind Figuren gekommen und wieder verschwunden (nur ausgelöscht, nicht getötet). Auch die Umgebung hat sich in den Grundzügen geändert. Vom Namen und auch vom Zerstörungsgrad des Orignalortes.

Aber auch mein Hauptcharakter hat sich sehr stark verändert. Einmal seine Grundrolle und dann auch seine Eigenschaften. Danke liebes Tarot. Gerade bin ich am überlegen, ob ich seine eigentliche Kollegin aus dem Roman löschen soll. Im Moment kann ich mit ihr nichts anfangen (und ehrlich gesagt, hatte ich sie komplett vergessen für eine Weile). Aber das werde ich sehen, wenn ich mit der aktuellen Szene fertig bin. Ich mag mein neuen Charakter übrigens total gerne, die ist einfach herrlich arrogant. Wobei ich das noch ausbauen muss 🙂

Bekenntnisse einer Misanthropin [Kurzgeschichte]

Ich hasse Menschen. Das ist sicherlich ein guter Grund, warum ich mich selber eine Misanthropin nennen kann. Denn Menschen die sich, so wie ich das tue, zu der Sorte MisanthropInnen gehören, haben eine Neigung dazu, Menschen zu hassen. Daher passt die Bezeichung gut zu mir. Denn ich hasse Menschen.

Dabei möchte ich betonen, dass ich Menschen nicht deswegen hasse, weil sie dumme Kreaturen sind, die andere Menschen, letztendlich auch dumme Kreaturen, quälen, sie ausrauben, vergewaltigen und umbringen, sondern auch ihre Lebensgrundlage, damit meine ich übrigens die Erde, ausbeuten und vernichten und keine Sekunde Zeit daran verschwenden, dass wir so etwas wie einen zweiten Planeten, trotz idiotischer Bestrebungen ins All zu gelangen, besitzen, den wir das gleiche antun, was wir mit der aktuellen Erde machen. Übrigens, neben der Tatsache, dass es sich hierbei um einen sehr langen Satz handelte, möchte ich noch eines klarstellen, Raumfahrt, so nett sie doch ist, halte ich deswegen idiotisch, weil wir hier noch genügend Probleme haben, die wir erst einmal lösen, bevor wir uns fragen was unsere Allcrew da oben macht, deren Sauerstoff ausgegangen ist. Aber das ist im Grunde genommen ist eine völlig andere Geschichte. Und vielleicht diskutieren wir sie ein anderes Mal.

Nein, mein Hass auf den Menschen hat einen anderen Grund. Nun gut, sie hat mehrere, aber wir wollen an dieser Stelle einfach mal nicht übertreiben. Denn ich neige nicht zu Übertreibungen, weil sie mir nicht so liegen. Nun gut, sie liegen mir schon, aber ich muss ja jetzt nicht übertreiben.

Zeit meines Lebens habe ich keine guten Erfahrungen mit der Gattung Mensch, dem sogenannten Homo Sapiens, was immer das auch letztendlich sein soll, gemacht. Von unerfreulichen Erfahrungen der sanften Art, mach Platz da, bis zum Mobbing war im Grunde genommen alles dabei. Ich habe meine Erfahrungswerte und meine Bilanz, die ich daraus ziehe, nun man kann sagen, die ist eben nicht positiv.

Nun gut, man könnte jetzt sagen, das machen ja viele mit. Dagegen kann ich nichts sagen. Aber nicht alle verkraften das. Zumal ich zu der Sorte Einzelgängerin gehöre. Ich mag einfach nicht den Umgang eines Menschen, gar wenn diese Kreaturen der Meinung sind mich berühren zu müssen, igitt. Ich weiß nicht wieso der sogenannte Homo Sapiens der Meinung ist, sich permanent betatschen zu müssen. Was haben sie davon? Ich vermute, wenn Sie zu der Sorte Mensch gehören die Soziologie oder Psychologie studieren oder studiert haben, können Sie mir da eine total intelligente Antwort geben. Aber wissen Sie was? Ich möchte diese gar nicht hören. Danke aber nein danke. Immerhin sind Sie ein Mensch. Und somit hasse ich auch Sie.

Na, hätten Sie das erwartet? Wie ja, na jetzt bin ich aber beleidigt. Sie können gehen, ich möchte nichts mehr mit Ihnen zu tun haben. Verschwinden Sie schon. Immerhin habe ich Besuch bekommen. Meine besten FreundInnen sind da …

Kurze Anmerkung: Wie der Titel es schon sagt, es handelt sich um eine Kurzgeschichte. In diesem Fall sogar um eine spontane. Also nichts geplant, nichts geplottet oder derartiges. Sondern einfach drauf los geschrieben. Natürlich stammt die Geschichte komplett von mir und somit liegt das Urheberrecht auch bei mir 🙂

Und das Wort Misanthropie gibt es wirklich und ich habe es aus einem Lied von Farin Urlaub gelernt. Ich hoffe es hat euch gefallen 🙂

Kapitel 2 und das Tarot

Ich habe ja mal erwähnt, dass ich ein gewisses Buch von Corrine Kenner habe und das ich gewisse Probleme mit dem Anfang habe. Nun, ich habe gerade die erste Seite von Kapitel 2 geschrieben und auf einmal hatte ich keine Probleme.

Gut, direkt dem Tarot kann man so etwas niemals allein verdanken. Denn immerhin muss ich mir auch überlegen, wohin es gehen soll. Also welchen Anfang es nehmen könnte und mit welchen Karten ich arbeiten könnte. Aber letztendlich haben die Karten gesagt, in welche Richtung ich gehen kann und was ich schreiben kann. Auf einmal war der mysteriöse, böse Anfang kein Schreckgespenst mehr.

Letztendlich ist der Anfang kein Schreckensgespenst, dass ist im Grunde genommen Blödsinn. Es tut ja nicht weh, in medias res anzufangen, also mitten im Geschehen. Nur stelle ich mir immer die Frage, ist der Anfang in Ordnung, fessele ich die Leserinnen und Leser? Auch das ist im Grunde genommen Blödsinn, denn letztendlich müssen die ersten drei bis vier Seiten die Leute fesseln, danach sollte es eigentlich flutschen. Entweder man hat die Leute genügend gefesselt und schreibt eine interessante Geschichte, oder man hat eh verloren.

Ich befürchte, ich mache mir einfach zu viele Gedanken darüber. Das ist mein Grundproblem. Aber bei dem Anfang, den ich jetzt gerade geschrieben habe, da sollte ich mir Gedanken machen, warum ich mir Gedanken machen. Denn es ist in vielen Dingen doch sehr eindeutig (böse wer böses denkt, oder? grinZ).

Seite 1 ist geschafft, dann weden die nächsten 19 noch folgen 🙂

Ideen, viel zu viele Ideen

Kennt ihr das? Ihr versucht irgendetwas zu schreiben, zu zeichnen, zu machen und habt im Grunde gar keine Idee, was ihr da machen könnt. Und dann gibt es Phasen, da kann man sich vor Ideen gar nicht retten und weiß nicht, was man tun soll.

Im Moment geht mir das so. Gestern und vorgestern hatte ich genügend Ideen für Geschichten, Romane, Sachbücher, Kurzgeschichten und was weiß ich, dass ich fast damit eine kleine Bibliothek füllen könnte. Das Problem ist dabei, dass ich nicht nur Ausschnitte hier habe und die teilweise gar nicht lohnen weiter verfolgt zu werden. Außerdem, wann soll ich denn das alles schreiben?

Aber ich habe mal gelesen, neue Ideen sind auch eine Form der Blockaden. Entweder man hat gar keine Ideen und kann nicht schreiben oder man hat so viele Ideen, dass man keine Zeit hat um schreiben zu können.

Kann ich also davon ausgehen, wenn ich so viele Ideen habe, dass ich mich selber blockieren möchte? Das ist sehr gut möglich. Denn ich habe schon vor längerer Zeit gemerkt, dass ich innerlich und unterbewusst Angst habe, dass ich Erfolg haben könnte. Eigentlich eine lustige Sache. Man/Ich sollte meinen, dass es toll wäre, wenn ich etwas von mir veröffentlichen könnte. Pustekuchen. Das kann in der Tat bei Menschen der Fall sein, dass sie sich selber boykottieren, damit sie ja keinen Erfolg haben. Man träumt zwar vom Erfolg, sagt sich aber dann irgendwo, ich und Erfolg, niemals. Und schon ist man im Teufelskreis.

Daher sollte man sich selber dazu überreden die Ideen erst einmal aufzuschreiben (dafür eignet sich ein Ideenbüchlein sehr gut, den man idealerweise immer bei sich trägt) und das man da alle Ideen die dich/mich überfallen sofort aufzuschreiben. Denn viele Ideen erweisen sich bei näherer Betrachtung als eher normal, durchschnittlich, nett aber nicht umsetzbar. Andere Ideen erweisen sich als zu schwach um eine eigene Geschichte zu verdienen, aber als stark genug um ein Teil eines Ganzen zu werden (eine Szene zum Beispiel) und dann gibt es eben noch Ideen, die kann man als eigene Geschichten umsetzen, wenn man Zeit dafür hat.

Nun, ich werde mir dann mal ein Notizbüchlein organisieren und meine Ideen aufschreiben. Denn verlieren möchte ich sie trotz allem nicht.

Schreiben mit dem Tarot

Die amerikanische Tarotautorin Corinne Kenner hat einige Bücher geschrieben. Wobei bei ihr ein besonderer Augenmerk auf das Thema Tarot und Kreativität geworfen hat. Ich hatte schon mal einen Beitrag zum Thema Kreatives Schreiben mit dem Tarot verfasst. Man könnte fast meinen, es gibt nichts neues. Corinne Kenner hat aber zum Beispiel ein Buch zum Thema Tarot for Writers geschrieben (es sei erwähnt, dass ist natürlich nicht ihr einziges Buch und ich habe gelesen, so gut wie alle Bücher von ihr drehen sich um das Thema Kreativität).

Also habe ich mir überlegt, wie kann ich die Arbeit mit dem Tarotdeck und meiner kreativen Ader noch verstärken. Neniel aus der Hexengemeinde und ich hatten da schon eine weitere Idee.

Und zwar schnapp dir ein Tarotdeck deiner Wahl. Idealerweise ist die kleine Arkana bebildert. Ziehe nun vier Karten und schreibe dazu eine Geschichte. Ich habe das vorgestern mit dem Ziehen gemacht und wenn ich endlich einigermaßen geistig fit bin, schreibe ich mir die Grundbedeutungen heraus und fange endlich an, die Geschichte zu tippen.

Aber das wäre schon was. Doch schon lange nicht alles. Sonst hätte Corinne Kenner dazu nicht ein Buch mit über 300 Seiten schreiben können ^^.

Also dachte ich mir weiter, man könnte zu jeder Tarotkarte (besonders der großen Arkana) eine Geschichte schreiben. Dadurch kann man einerseits die Bedeutung der Karte vertiefen, aber auch den Bezug zur Karte. Weiter ist es auch möglich zu überlegen, welche Person könnte sich hinter einer entsprechenden Karte verstecken.

Da ich im letzten Monat mit dem Turm gearbeitet habe, können wir an dieser Stelle mal wieder mit ihm weiter machen 🙂

Also gut, wir haben den Turm und schreiben eine x-beliebige Geschichte dazu. Mit was für einer Person? Es kann eine Frau oder ein Mann, es können aber auch eine Frau und ein Mann sich hinter dieser Karte verbergen.  Aber was für eine Person würde am besten eine Turmkarte entsprechen? Darüber hinaus kann man sich auch das Aussehen der Person überlegen. Ist sie eher groß oder doch eher klein. Mollig oder schlank. Hat sie brünette oder doch eher blonde Haare. Und so weiter und so fort.

Und warum machen wir uns diese Gedanken?

Ganz einfach, damit wir mit ihnen eine Geschichte schreiben können. Jetzt nehmen wir mal an, du suchst nach einer Idee für eine Geschichte, aber stehst komplett auf dem Schlauch. Das kann schneller passieren als mir lieb ist 🙂 Und dann schnappst du dir einfach die Tarotkarten und mischst sie. Lasse hier ruhig dem Zufall die freie Hand. Du willst ja dir oder jemand sonst nicht die Karten legen, sondern eben nur eine Geschichte schreiben. Da ist es übrigens auch nicht so wild, wenn du nicht die Bedeutungen der Karten bist ins letzte Detail kennst (ganz im Gegenteil, du kannst diese Methode auch dafür benutzen sie besser zu verstehen zu lernen).

Also gehen wir von folgender Situation aus:

Du hast ein Deck und alle Karten sind bebildert (wenn nicht, für den Anfang ist es in Ordnung, wenn du die Zahlenkarten – meistens fehlt bei denen ein Bild – rauswirfst, später kannst du sie immer noch dazu nehmen). Du hast vielleicht eine Grundidee in welche Richtung es gehen könnte (nun, zumindest wirst du sicherlich wissen ob du ein Krimi oder eine Liebesgeschichte schreiben möchtest). Nun ziehe erst einmal eine Karte.

Nun haben wir deine Hauptperson. Also die Person um die sich die Geschichte drehen wird (wir gehen jetzt von festen Tatsachen aus). Es kann eine Frau aber auch ein Mann. Solltest du eine Karte mit zwei Personen haben, kannst du auch zwei Personen zur Hauptperson erklären. Zum Beispiel ein Ehepaar oder ein Liebespaar. Es könnten aber auch PartnerIn (Polizei) sein oder zwei Menschen, die aus irgendeinen Grund miteinander arbeiten müssen, sich aber nicht riechen können (hier kannst du deiner Fantasie absolut freien Lauf lassen).

Hinweis: Deine Hauptperson muss nicht unbedingt auf der „guten“ Seite sein. Also sie oder er muss nicht bei der Polizei arbeiten. Wenn du zum Beispiel eine diabolische Person (Teufel oder Turm) gezogen hast, kannst du natürlich auch über einE DiebIn oder eineN MörderIn schreiben. Es kann aber auch eben eine Person sein, bei der Mann sich die Hände über den Kopf zusammenschlägt. Lass wirklich deiner Fantasie freien Lauf.

Brauchst du nur eine Hauptperson, ist die Arbeit erledigt, wenn nicht, ziehe noch eine Karte 🙂

Der/Die GegenspielerIn ist eine Person, welche unserer Hauptperson natürlich das Leben schwer machen soll. Also wenn deine Hauptperson ein Polizist ist, ist die antagonischte Gegenkraft zum Beispiel die Diebin. Ist deine Hauptperson aber eine verbrecherische Kraft, könnten wir es hier mit jemanden von der Polizei zu tun haben. Oder jemand aus dem Verbrechersyndikat. Und so weiter und so fort. Auch hier gilt, eine Karte ziehen.

Dann gibt es noch eine Person im Hintergrund (kann es geben). Also jemand die oder aus unserer Hauptperson und ihrer Antagonistischen Kraft das gemacht haben was sie heute sind oder auch Personen, die jetzt um sie herumwusseln. Also eine Elternfigur, die Ehefrau oder der Ehemann, ein Geschwister, VorgesetzteR. Eine Person, welche Einfluss hat auf unsere Hautpersonen. Dies kann natürlich positiv aber auch negativ sein. So könnte ein strenger Vater zum Beispiel aus unserem Helden ein Arschloch machen. Und unsere Heldin hasst ihre Mutter, weil diese zu gutmütig war. Der Chef stachelt unseren Polizisten an, immer sein bestes zu geben und dieser überschreitet dabei auch immer wieder Kompetenzen.

Bei dieser Wahl kannst du einmal für deine Haupterson eine Karte ziehen und einmal für deineN AntagonistIn. Beide sollten eine Kraft haben. Sie müssen übrigens nicht in der Geschichte auftauchen. So können Mama oder Papa schon vor Jahren verstorben sein. Aber ihr Einfluss auf uns kann sich auch noch Jahre und Jahrzehnte später bemerkbar machen.

Dann kannst du noch eine unterstützende Kraft ziehen. Also eine Person, welche die Geschichte immer wieder nach vorne bringen kann oder unsere Hauptperson (oder auch ihrE GegnerIn) unterstützt aber auch behindert. Das ist alles möglich. Es handelt sich hierbei nicht unbedingt um eine antagonistische Kraft, sondern eben um eine Nebenperson, die einfach nur da ist und sonst nicht unbedingt so wichtig ist. Aber sie kann Einfluss auf den Lauf der Geschichte nehmen.

Jetzt hast du erst einmal deine wichtigen Personen zusammen. Natürlich besteht eine Geschichte aus mehr als nur fünf Charaktere. Aber hier findest du erst einmal eine wichtige Grundlage. Und auf diese kannst du aufbauen.

Jetzt geht es erst einmal an die Chraktere. Es ist ja schön, wenn du den Narren als Hauptperson gefunden hast und den König der Scheiben als Antagonistische Kraft. Aber wer bitte schön sind denn die Personen?

Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen gibt es Steckbriefe für AutorInnen die du ausfüllen kannst (ich werde mal einen entsprechenden Steckbrief erarbeiten und hier verlinken) und natürlich ist es möglich auch die Tarotkarten wieder zu befragen.

Jetzt ist es wieder Zeit, solltest du dazu genötigt worden sein ^^, alle Karten in dein Deck zu holen. Nun kannst du für jede Person drei Karten ziehen (oder auch mehr wenn du möchtest, ich empfehle aber eine überschaubare Anzahl zu nehmen). Die Bedeutungen (es gibt ja auch spirituelle Bedeutungen), kannst du als Charaktereigenschaften nehmen. So kann aus deiner Polizistin auf einmal eine nicht mehr so liebenswürdige Person werden und aus deinem Serienkiller wird auf einmal ein Mensch, der ein Motiv hat, den man versteht und sogar unterstützt.

Wer mehrere Decks hat (ein Vorteil, wenn man ein Tarotvirus ^^ ist und Decks sammelt), hat einen gewissen Vorteil. Wenn du eine Vampirgeschichte schreiben möchtest, kannst du zum Beispiel eines deiner Vampirdecks schnappen und direkt aus diesem Deck ziehen. Welche Vorlage ist besser geeignet. Und wenn du eine Geschichte zum Thema Hexen und Co. schreiben magst, dann gibt es genügend Auswahl. Und die entsprechende Inspiration kann dabei gleich noch mitgeliefert werden.

Wie kann man ein Buch schreiben ~ Literaturtipps

Ich habe einige Bücher zum Thema, wie kann man ein Buch lesen, gelesen und mir das eine oder andere dazu herausgezogen. Hier sind meine Literaturtipps (natürlich nicht vollständig, wird es auch nie geben).

Von der Kunst des Schreibens: Und der spielerischen Freude, die Worte fließen zu lassen von Julia Cameron

Taschenbuch: 332 Seiten
Verlag: Droemer Knaur (1. Oktober 2003)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426871955
ISBN-13: 978-3426871959

In diesem Buch geht es nicht, wie schreibe ich einen guten Roman, sondern eher darum, wie bleibe ich schön kreativ. Es gibt Beiträge der Autorin zu diversen Themen und dann Übungen die man machen kann (und ich persönlich empfehle sie).

Was wäre, wenn… (What if?): Kreative Schreibübungen für Schriftsteller von Anne Bernays, Pamela Painter

Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: Alexander Verlag Berlin; Auflage: 1. Aufl. (Oktober 2002)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3895810827
ISBN-13: 978-3895810824

Hier beschreiben die Autorinnen viele Übungen, die man machen kann, um quasi fit zu bleiben im Bezug aufs schreiben und im Bezug auf die eigene Kreativität. Auch Beispiele der SchülerInnen der beiden gibt es, damit man sehen kann, wie es gehen könnte und auch Berichte zu dem Thema, warum man es machen sollte. Ich kann es nur empfehlen.

Kleiner Autoren-Workshop von Ursula K. Le Guin

Broschiert: 208 Seiten
Verlag: Autorenhaus; Auflage: 1 (30. August 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866710070
ISBN-13: 978-3866710078

Wer „Erdsee“ kennt, kennt die Autorin. Hier geht es aber nicht um die klassichen Übungen, wie man einen Roman schreibt, sondern eher darum, wie man die Worte besser verwendet, die man irgendwann mal gelernt hat. Adjektive, Verben und all diese Dinge. Hier gibt es Übungen für Leute, die gerne alleine schreiben und Gruppen.

Crime, Krimi und Thriller schreiben von Larry Beinhart

Verlag: Autorenhaus; Auflage: 1 (1. Oktober 2003)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 393290950X
ISBN-13: 978-3932909504

Den Herren hatte ich schon mal in einem Beitrag erwähnt 🙂 Er geht hier recht locker an die ganze Angelegenheit heran und macht aus dem ganzen Schreiben keine komplexe Wissenschaft sondern zu einem Erlebnis das alle von uns erleben können. Sehr sympathisch.

Bird by Bird – Wort für Wort. Anleitungen zum Schreiben und Leben als Schriftsteller von Anne Lamott

Taschenbuch: 250 Seiten
Verlag: Autorenhaus; Auflage: 1 (10. Januar 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3932909445
ISBN-13: 978-3932909443

Auch hier geht es noch nicht darum, wie man den Roman schreibt, sondern alles drum herum. Wann man am besten anfängt, was man dabei beachten sollte und vieles mehr. Es geht eher um das Leben einer Autorin als um das direkte schreiben. Aber trotzdem schön.

Creative Writing. Romane und Kurzgeschichten schreiben von Raymond Carver

Taschenbuch: 326 Seiten
Verlag: Autorenhaus Verlag; Auflage: 1 (Mai 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3932909488
ISBN-13: 978-3932909481

Hier geht es dann endlich los. Wie schreibe ich einen Roman. Es gibt Berichte aus der Schule wo die verschiedenen AutorInnen arbeiten und dann auch Übungen, Anregungen und vieles mehr. Eines der besseren Bücher wie ich finde.

Über das Schreiben von Sol Stein

Gebundene Ausgabe: 429 Seiten
Verlag: ZWEITAUSENDEINS; Auflage: 10., Aufl. (2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3861502267
ISBN-13: 978-3861502265

Sol Stein kennt beide Seiten, die eines Verlegers und die eines Autors und von beiden Seiten kann man hier profitieren. Ich gebe zu, ich habe das Buch noch nicht ganz gelesen, aber das bisherige fand ich sehr überzeugend.

Wort für Wort oder Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben von Elizabeth George

Taschenbuch: 350 Seiten
Verlag: Goldmann (9. April 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442416647
ISBN-13: 978-3442416646

Laut der LeserInnenkritik hat die Qualität ihrer Lynley/Havers Romane abgenommen, aber dieses Buch erklärt bodenständig, wie man einen ordentlichen Roman schreibt. Nur ein wenig Ordnung hätte die gute da rein bringen können. Nach Kapitelaufbau sollte man nicht arbeiten, denn das ist alles chaotisch.

Wie man einen verdammt guten Roman schreibt, Bd.1 von James N. Frey

Gebundene Ausgabe: 200 Seiten
Verlag: Emons; Auflage: 1 (Juni 1997)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3924491321
ISBN-13: 978-3924491321

Wie man liest, es gibt ein zweites Band noch dazu für die Fortgeschrittenen unter uns (zu denen ich mich noch nicht zähle). Aber sonst erklärt der Autor auf nette weise, wie man ein komerziell erfolgreiches (aber nicht unbedingt individuelles) Werk schreiben kann, was man dann auch verkaufen (also wofür man einen Verlag bekommen) kann. Mich hat es nicht überzeugt und flog inzwischen raus.

Literarisches Schreiben: Starke Charaktere – Originelle Ideen – Überzeugende Handlung von Lajos Egri

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Autorenhaus (Januar 2002)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3932909682
ISBN-13: 978-3932909689

Ganz ehrlich? Worum dreht es sich bei diesem Buch? Ich habe es nicht verstanden und mir ging es so sehr auf die Nerven, dass es gleich nach dem lesen, rausflog (zum ersten Mal übrigens, dass es so schnell ging). Tut mir Leid ich kann es nicht empfehlen.

Liebesromane schreiben von Angeline Bauer

Taschenbuch: 128 Seiten
Verlag: Autorenhaus; Auflage: 1 (1. Januar 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3932909666
ISBN-13: 978-3932909665

Der Titel sagt doch schon alles, oder? Es war ein Zufallskauf und sooo schlecht finde ich den nicht, immerhin haben wir Deutschen noch keine Erfahrung im Bezug auf gelerntes Schreiben. Aber es geht hier eher um das entsprechende Fachthema und nicht um die Grundlagen.

Erotik schreiben. Mit anregenden Beispielen aus der modernen Literatur von Elizabeth Benedict

Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Autorenhaus (Juni 2002)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3932909674
ISBN-13: 978-3932909672

Man sollte unterscheiden zwischen pornographische und erotische Texte und Benedict schreibt klar über erotische, schöne Texte. Aber auch hier geht es eher um ein Sonderbereich des Schreibens, nicht um die Kunst des Schreibens selber (was der Verlag wohl nicht ganz verstanden hat, denn sie schreiben, wie man einen erotischen Roman schreibt und dazu gehört doch mehr als nur eine Szene auszuarbeiten).

So und noch drei englische Tipps:

Plot (Elements of Fiction Writing) von Ansen Dibell

Taschenbuch: 176 Seiten
Verlag: Writers Digest (August 1999)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0898799465
ISBN-13: 978-0898799460

Die Autorin schreibt hier, wie man einen vernünftigen Plot schreibt. Und das besondere an dieser Reihe, es geht nur um dieses eine Thema. Wer damit Probs hat oder Anregungen sucht, kann sich nur dieses Buch holen und wird mit allen anderen Sachen (wie Charadesign und so weiter) in Ruhe gelassen. Perfekt 🙂

Elements of Writing Fiction – Scene & Structure (Elements of Fiction Writing) von Jack Bickham

Taschenbuch: 168 Seiten
Verlag: Writers Digest; Auflage: Pbk. (Oktober 1999)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0898799066
ISBN-13: 978-0898799064

Hier geht es zwar um die einzelne Szene, aber es ist leicht, die ganzen Übungen auch auf das ganze Buch anzuwenden. Sehr gut geschrieben. Da sieht man was können ist 🙂

Description (Elements of Fiction Writing) von Monica Wood

Taschenbuch: 176 Seiten
Verlag: Writers Digest; Auflage: New Ed (25. Mai 2000)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0898799082
ISBN-13: 978-0898799088

Ihr werde öfters mit dem Spruch konfrontiert, nicht beschreiben zeigen, dass ist wohl das Buch dazu (auch noch nicht gelesen).

Das waren meine Tipps, aber keines dieser Bücher ersetzt nicht ein gesundes Sitzfleisch. Also hinsetzen und schreiben ist die Devise. Sonst bringt keines der Bücher irgendetwas.