[Romanprojekt] Die Idee

Habe ich mir überlegt, über welche grobe Idee ich denn meine nächste Geschichte oder meinen Roman schreiben möchte, gehe ich tiefer in die Idee. Es bleibt nicht mehr nur bei der möglichen Überlegung, ich könnte ja einen Fantasyroman mit einem Drachen schreiben. Jetzt wird mit dieser Idee gespielt.

In Gedanken plane ich grob den Plot, überlege welche Figuren mitspielen, wie sie zueinander stehen und welche Eigenschaften sie haben, was sie erleben, welche Vergangenheit sie haben und all diese Dinge, die nachher wichtig sein könnten. Wichtige Ideen schreibe ich mir hier schon auf. Vor allem geht es mir dabei auch um die Frage, lohnt es sich, ein halbes Jahr bis Jahr sich mit diesem Projekt zu beschäftigen. Oder könnte es sein, dass ich am Ende in einer Sackgasse lande.

Wenn ich in meinem Kopf den Verlauf des Romans kenne, dann kann ich mir zumindest gut vorstellen, dass ich ihn dann auch zu Ende schreiben kann. Stocke ich aber, weil ich nicht weiß, wie es weitergeht, wie meine Figuren handeln könnte (wobei ich anmerken möchte, ich rede nur vom groben Verlauf und nicht in jeglichen Details), dann könnte es sein, dass ich diesen Fehler schwerlich ausbügeln kann und es genau dort zu Schwierigkeiten kommt.

Um diese Ideen und Notizen irgendwo festzuhalten, nutze ich nicht eine lose Blattsammlung die dann am Ende wohlmöglich noch in alle Winde zerstreut wird (bei meiner Ordnung wäre das sogar denkbar), sondern kaufe mir dafür extra ein dickes Notizbuch, idealerweise kariert. Dort landet jede Idee und jeder Schrott hinein, solange das Buch Seiten hergibt.

Einiges von dem, was ich in diesem Buch reinschreibe, werde ich nie verwenden. Aber immerhin habe ich es mir irgendwo notiert und weiß daher, dass es auch irgendwo steht. Es könnte sein, dass ich diese Ideen, Sätze, Anregungen, Szenen, Figuren und so weiter irgendwann später brauche oder in einem anderen Roman oder einer anderen Kurzgeschichte. Wichtig ist mir nur, dass ich die Sachen irgendwo zu stehen habe.

Vorsicht Falle!

Es kann passieren und es passiert sehr häufig, dass man von Ideen regelrecht überrannt wird. Da setzt man sich an den PC oder vor dem Notizbuch und auf einmal hat man mindestens eine Millionen Einfälle, die man entweder verwenden oder über die man schreiben könnte, seien es Kurzgeschichten oder Romane.

Und das Schlimmste ist, die Ideen sind noch nicht einmal schlecht. Im Gegenteil, einige von denen eignen sich sogar für eine genauere Betrachtung.

Das Problem, und deswegen Vorsicht Falle, ist eben die Tatsache, dass diese Fülle an Ideen nichts weiteres ist, als eine Schreibblockade.

Das ist übrigens kein Witz von mir. Ich habe das selber erlebt. Da ich die ganze Zeit über die neuen Ideen gegrübelt habe und einige in meinem damaligen Roman hineingesteckt habe, kam ich nie weiter. Ein Schritt nach vorne war vielleicht drinnen, aber bestimmt nicht zwei zurück, reden wir mal von mindestens zwanzig (um es mal zu übertreiben). Gerade dann, wenn ich erfolgreich bin und viel schreibe, schleichen sich die Ideen ein und wollen mich letztendlich boykottieren. So von wegen, du bist erfolgreich? Das wollen wir doch mal sehen. Und dann zweifelt man an den eigenen Fähigkeiten, bzw. Schreibqualitäten.

Daher habe ich mir ein zweites Notizbuch gekauft (Achtung Tipp) und jedes Mal, wenn ich eine neue Idee habe, lasse ich mich nicht davon beirren, sondern schreibe diese in das Büchlein hinein.

Dabei nutze ich immer eine Doppelseite. Auf der linken Seite schreibe ich die Grundidee in kurzen Worten so nieder, dass ich auch in einem Jahr noch verstehe, was ich da eigentlich von mir selber will. Die rechte Seite wird entweder für die restliche Idee verwendet, wenn also die Beschreibung sehr lange ist, oder für Sätze, die ich in diesem Zusammenhang verwenden kann, Charaktere oder sonstiges.

Somit ist es nicht mehr möglich, dass sich die Idee verflüchtigt und ich eines Tages denke, da war doch noch was. Und da ich diese niedergeschrieben habe, ist sie auch in ihrer agressiven Art und Weise aus meinem Kopf verschwunden. Immerhin ignoriere ich sie ja nicht, ich habe sie nur an einem bestimmten Ort verfrachtet, wo sie mich nicht weiter stürzt.

Und was soll ich sagen, seitdem schreibe ich um einiges erfolgreicher. Daher eben mein Tipp, wer zu viele Ideen hat, sollte immer etwas zum schreiben in der Nähe haben und die Idee niederschreiben. Sie geht nicht verloren, nervt aber auch nicht.

Kurze Zusammenfassung der Idee:

Hier noch eine Geschichte aus einem Buch: Ein Autor wurde gebeten seinen Roman in einem Satz auf die Visitenkarte des Lektors zu schreiben, damit er sich an diese im Verlag erinnern könne. Er schrieb ein Wort und am Ende wurde seine Geschichte zu einem Bestseller.

Ob das jetzt wirklich stimmt, weiß ich nicht, aber ich habe öfters gelesen, dass empfohlen wird, eine Geschichte in einem Satz zusammenzufassen um die Idee dahinter zu erklären. Daher kann man sich schon am Anfang überlegen ob man die Idee des Romans in einem Satz oder gar in einem Wort zusammenfassen kann.

Ich habe es heute morgen geschafft, meinen Krimi mit einem Wort in doppelter Bedeutung zu beschreiben. Und das reicht mir erst einmal 🙂

Charaktere kennenlernen

Wer eine längere Geschichte schreibt, hat es mit mindestens einem Charakter zu tun (wer die Wand von Marlen Haushofer gelesen hat, weiß was ich meine mit einem Charakter). Bei einer Kurzgeschichte sollte man schon einen Charakter einigermaßen gut kennen. Denn immerhin möchte man mit dieser Figur einige Seiten füllen (meistens ist die Mindestanzahl zwei Seiten). Aber hier ist es nicht so schlimm, wenn man nicht genau weiß, wann sich die Figur das letzte Mal in den Finger geschnitten hat.

Schreibt man aber mindestens ein Geschichte von der Länge eines Romans, sollte man die Figuren besser kennen (eben wann sich dein Charakter das letzte Mal in den Finger geschnitten hat). Und wenn du dann noch eine Reihe schreibst, spätestens dann ist es von besonderer Wichtigkeit. Denn in einem Roman muss man schon vieles über die Figur preis geben, damit diese interessant wird. Aber in einer Reihe bleibt es nicht aus, ihr/ihm am Ende die Unterhose vom Leib zu reißen.

Hier führe ich mal die eine oder andere Idee auf, damit man die eigenen Charaktere besser kennen lernen kann. Davon sind nicht alle von mir. Wenn ich weiß, wer mit der Idee als erstes angekommen ist, schreibe ich hinzu. Und wenn ich es nicht weiß, dann stehe ich dazu ^^ (sollte aber jemand wissen, woher die entsprechende Idee stammt, ich freue mich aufgeklärt zu werden).

Der Steckbrief:

Ich denke mal fast, dass man zu den Steckbriefen nichts mehr sagen braucht. Denn so gut wie in fast allen Büchern zum Thema, wie schreibe ich eine Geschichte, wird empfohlen für die Figur ein Steckbrief zu erstellen. Gerade wer sich mit Rollenspielen beschäftigt, weiß wovon ich rede.

In einem Steckbrief werden die wichtigen Grunddaten einer Figur aufgenommen. Angefangen vom Alter, Aussehen, Vorzüge, Schwächen und so weiter. Wichtig hierbei ist aber, nicht nur irgendetwas auszufüllen, damit in einer entsprechenden Spalte etwas steht. Sondern man sollte etwas dahin schreiben, damit man den Charakter besser kennen lernen kann.

Wenn deine Figur nichts mit Nudeln anfangen kann, wird sie/er aller Wahrscheinlichkeit keine Spaghetthis als Leibgericht haben wollen. Und wenn doch, dann überlege dir hier, warum das so kommt.

Versuche in allem einen Grund zu erkennen. Denn man isst nicht umsonst Spaghetti allzu gerne. Hat deine Figur besondere Erinnerungen an dieses Essen oder warum mag deine Figur besonders dieses Essen (und ich sollte endlich mal aufhöre vom Essen zu reden).

Oder warum mag deine Figur das Buch, was du als Lieblingsbuch eingetragen hast?

Das ganze kann durch den ganzen Steckbrief gehen. Natürlich musst du nicht alles bis ins kleinste Detail analysieren. Aber besser wäre es.  Denn wenn du das nicht tust, wie willst du dann über die Figur schreiben?

Lebenslauf:

Auch eine Figur hat eine Lebensgeschichte, eine erfundene natürlich, aber sie ist vorhanden. Und je älter dein Charakter ist, desto länger ist auch der Lebenslauf. Die ganze Geschichte fängt mit der Geburt an und hört kurz vor dem Beginn deiner Geschichte auf.

Natürlich müssen dort alle Wendungen und wichtige Begegnunen aufgezeichnet werden. Wann hat deine Figur welchen Job angenommen, geheiratet, Kinder bekommen.

Je mehr du über das Leben deiner Figur weißt, desto eher kannst du auch sehen, was für ein Charakter diese ist.

Man kann den Lebenslauf auf zwei Arten schreiben (und ich persönlich empfehle, beide Arten zu nehmen). Und zwar einmal als fortschreitende Geschichte, welche eben auf die (fiktiven) Daten deiner Figur beruhen. Oder als Zeitlebenslauf.

1999 hat deine Figur dieses oder jenes getan

2912 dann welches und delches.

So weißt du dann genau, was deine Figur wann gemacht hat.

Kleiner Tipp: Das ist besonders interessant für Leute, die eine Reihe schreiben. Notiert euch die Daten in euren Geschichten, wann was eure Figuren gemacht haben. Das würde ich auf eine Extraseite machen. Aber so kann es nicht passieren, dass du einen chronologischen Fehler einbaust und die Figur an einem bestimmten Tag einen Mord aufklärte und zwei Bücher später war der Charakter dort schwimmen.

Kurzgeschichten:

Meines Wissens nach habe ich die Idee nirgends gelesen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass viele diese Idee haben.

Und zwar passiert es immer wieder mal, dass man in einem Roman (als Beispiel) zu viele Nebensächlichkeiten schreibt. Da wird erzählt, wie die Figur den Tag verbringt (ja, genau das ist mir bei meinem Kapitel 1 passiert, war schon eine interessante Sache zu erfahren, dass ich damit nicht alleine bin) und wie sie/er die Zähne putzt, die Katze füttert und all diese Dinge.

So etwas kann passieren und so etwas passiert. Und so etwas kann genutzt werden. Anstatt über diese Alltäglichkeiten in deinem Roman zu schreiben, kannst du das Medium Kurzgeschichte nutzen um über den größten Blödsinn zu sinieren, welche für das kennenlernen deiner Figuren wichtig ist, aber in keinen guten Roman gehören.

Ich nenne das selber spontane Kurzgeschichten. Denn ich schreibe einfach drauf los ohne mir Gedanken über Plot und Spannung zu machen. Im Leben geschieht es nun öfters mal, dass man in den Tag hinein lebt ohne das es gleich suuuuperspannend wird. Aber man weiß ebend, wie lange die Figur braucht um sich die Zähne zu putzen und welche Rituale sie/er pflegt.

Daher habe ich mir ein Notizbuch gegönnt und schreibe nun alles rein, was mir zu den Figuren an Kurzgeschichten einfallen. Dabei achte ich nicht auf Rechtschreibung, Satzbau oder Logik. Wenn ich mir mal die Mühe mache und die Geschichten abschreibe, ist das etwas anderes. Aber in diesem Buch tobe ich mich aus.

Kurzgeschichten zu zweit:

Okay, der Titel mag ein wenig verwirrend klingen, aber lasst es mich kurz erklären. Diese Idee habe ich, wenn ich mich nicht irre, von Elizabeth George.

Und zwar überlegt man sich folgendes. Eine wichtige Figur, zum Beispiel euer Hauptcharakter und eine andere Figur, vielleicht der/die Hauptgegnerin müssen in einem Raum sein (die Begründung könnt ihr auch gleich in der Geschichte mitliefern). Und in der Geschichte geht es nun darum, was passiert zwischen den beiden Figuren. Mögen sie sich, streiten sie sich, gehen sie sich an die Gurgel und so weiter.

Und hier kommt etwas verschärftes von mir: Was ist, wenn beide Figuren (gerade interessant, wenn sie sich nicht leiden können) miteinander arbeiten müssen? Zum Beispiel sind sie auf einem sinkenden Schiff und um gerettet zu werden, müssen sie kooperieren. Wie geht das aus? Können sie das überhaupt und so weiter.

Solche Sachen können wichtig sein um zu klären, was passiert, wenn beide Figuren im Roman aufeinander treffen. So weiß man, wie sie reagieren und wie sie reagieren würden, wenn sie aufeinander angewiesen wären und so weiter.

Tagebuch schreiben:

Die Idee stammt von James N. Frey (das ist der Autor, der Bücher wie „Wie man ein verdammt guten Roman schreiben kann“ schrieb).

Es geht dabei darum, ein Tagebuch zu schreiben um zu lernen, mit welcher Stimme die Figuren sprechen. Es geht nicht darum, dass man über alltägliche Sachen schreibt sondern über aufregende, spannende, philosophische und ähnliche Dinge. Für die alltäglichen Sachen habt ihr die Spontankurzgeschichten.

Mir fällt dazu noch ein, dass ihr auch ein Romantagebuch schreiben könnt, wenn ihr wollt. Während ihr eure Geschichte/Roman schreibt, könnt ihr nebenbei noch ein Tagebuch für die wichtigen Hauptcharaktere schreiben (für alle anderen wäre das dann doch zu viel) und zeigen, was die Figur sich dabei gedacht hat (gerade wenn ihr aus einer anderen Perspektive schreibt). Ich muss zugeben, dass ist mir gerade eingefallen, daher kann ich da keine konkreten Erfahrungsberichte geben, ob das funktioniert.

Aber ich kann mir vorstellen, dass man dann dadurch Feinheiten sieht oder inspiriert wird, zu denen man vorher noch keinen Kontakt hatte. In diesem Fall heißt es einfach mal ausprobieren.

So das waren meine Anregungen. Natürlich kann man das alles mit dem Tarot unterstützen (wer jetzt erwartet hätte, dass ich ein Schreibbericht ohne Tarot auskomme hat sich geschnitten, aua). Letztendlich heißt es aber, man muss sich eben hinsetzen und schreiben. Sonst bringen die besten Tips nichts.

In dem Sinne, ich schreibe mal ein wenig 😉

Von Klickereien und Aquarian Age

Kennt ihr das? Man sieht sich etwas an,  zum Beispiel ein Video auf YouTube und sieht dann rechts eine Liste mit möglichen anderen Filmen und klickt auf einen von diesen. Man sieht es sich an und am Ende sucht man nach einem weiteren interessanten Video und so geht es weiter.

Das habe ich gerade eben auch gemacht und habe dabei per Zufall folgenden, sehr interessanten Trailer gefunden.

Es ist ein Trailer zu einem Anime namens „Aquarian Age“. Menschen, die scheinbar als Mindbreaker bezeichnet werden, kämpfen gegen irgendwelche Geister um uns Normalos zu beschützen.

Mir geht es jetzt aber nicht direkt um den Trailer, sondern um die daraus entstandenen Bilder in meinem Kopf. Denn ich muss zugeben, ich habe ja meinen Hauptbösewicht (ob es männlich oder weiblich ist, wird natürlich nicht verraten) schon ein wenig definiert. Aber so gaaaanz genau mit es anzufangen, wusste ich immer noch nicht. Was sind die Motivationen von dieser Person.

Und da hat mir der Trailer wahre Dienste erwiesen. Denn ich weiß es endlich 🙂

Gerade habe ich es auch meiner Mama erzählt, also die Idee und sie findet diese Geil (damit sie mir nicht stibitzt wird, obwohl sie selber in anderer Weise schon veröffentlicht wurde, behalte ich sie für mich und hei, ich will ja, dass ihr am Ende meinen Roman lest ^^).

Da werde ich mich morgen wieder ransetzen und tippen. Ich muss gestehen, diese Woche habe ich gerade mal eine Seite geschafft, schande über mein Haupt, ich weiß. Nächste Woche werde ich mich dafür ranhalten 🙂

22 Charaktere

Ich habe manchmal das Gefühl, dass meine Geschichte drei Jahre lang gewartet hat, damit ich mir das Buch von Corrine Kenner kaufe und damit arbeite. Denn gestern und vorgestern habe ich eine Reise durch die große Arkana gemacht und nicht nur neue Charaktere gefunden, mit denen ich arbeiten kann. Die Charaktere die ich schon eingebaut hatte, haben dadurch eine völlig neue Rolle erhalten. Ich habe sie schlichtweg besser kennengelernt.

Im Grunde genommen ist es ganz einfach. Man nimmt sich mindestens eine große Arkana (ich habe zwei gewählt) und überlegt, welche Figur im Roman die Karte repräsentiert. Dabei habe ich eben Figuren eingebaut, die ich schon längst hatte. Aber dabei entdeckte ich, hei, die Rolle, die ich dieser oder jener Figur zugewiesen habe, passt einfach nicht. Und auf einmal haben sie eine völlig andere Rolle verlangt. Und ich habe sie ihnen gegeben. Dabei bin ich in erster Linie nach meinem Bauchgefühl gegangen. Ich habe mir die Karte angesehen und da meldete sich schon der Name der Person, die ich dorthin einsetzen soll. Und das tat ich dann entsprechend.

Das bedeutet für mich, dass ich mich die Tage hinsetzen werde um diese Charaktere zu analysieren und entsprechend auseinander zu rupfen. Ohne das man dann davon etwas im Buch bemerkt. Im Moment kann ich gar nicht meine Finger von meinen Notizbüchern lassen, weil es so richtig Spaß macht. Vielleicht liegt es auch an den Notizbüchern selber, dass es nun mehr Spaß macht, dass will ich nicht abstreiten (sie fühlen sich gut in den Händen an). Aber auch sonst blühe ich regelrecht auf, vor lauter kreativen Ideen.

Die Gefahr bei zu viel Kreativität (ja, auch so etwas kann passieren) ist ja, dass man sich am Ende einfach verzettelt. Das man lieber sich Ideen ausdenkt und recherchiert, als einfach drauf los zu schreiben. Manchmal ist eine halbswegs gute und vor allem fertige Geschichte besser, als eine Geschichte, nur über 30 Jahre geschrieben wird. Da gibt es wohl wirklich eine, die solange an ihrer Geschichte feilt.

In dem Sinne werde ich mich aufs plotten konzentrieren und auf die Charaktere und mich dann wieder an die Arbeit machen. Das überarbeiten kann ich am Ende vornehmen. Denn aufgrund der neuen Ideen sind teilweise die ersten beiden Kapitel überholt, mal wieder.

Ideen, viel zu viele Ideen

Kennt ihr das? Ihr versucht irgendetwas zu schreiben, zu zeichnen, zu machen und habt im Grunde gar keine Idee, was ihr da machen könnt. Und dann gibt es Phasen, da kann man sich vor Ideen gar nicht retten und weiß nicht, was man tun soll.

Im Moment geht mir das so. Gestern und vorgestern hatte ich genügend Ideen für Geschichten, Romane, Sachbücher, Kurzgeschichten und was weiß ich, dass ich fast damit eine kleine Bibliothek füllen könnte. Das Problem ist dabei, dass ich nicht nur Ausschnitte hier habe und die teilweise gar nicht lohnen weiter verfolgt zu werden. Außerdem, wann soll ich denn das alles schreiben?

Aber ich habe mal gelesen, neue Ideen sind auch eine Form der Blockaden. Entweder man hat gar keine Ideen und kann nicht schreiben oder man hat so viele Ideen, dass man keine Zeit hat um schreiben zu können.

Kann ich also davon ausgehen, wenn ich so viele Ideen habe, dass ich mich selber blockieren möchte? Das ist sehr gut möglich. Denn ich habe schon vor längerer Zeit gemerkt, dass ich innerlich und unterbewusst Angst habe, dass ich Erfolg haben könnte. Eigentlich eine lustige Sache. Man/Ich sollte meinen, dass es toll wäre, wenn ich etwas von mir veröffentlichen könnte. Pustekuchen. Das kann in der Tat bei Menschen der Fall sein, dass sie sich selber boykottieren, damit sie ja keinen Erfolg haben. Man träumt zwar vom Erfolg, sagt sich aber dann irgendwo, ich und Erfolg, niemals. Und schon ist man im Teufelskreis.

Daher sollte man sich selber dazu überreden die Ideen erst einmal aufzuschreiben (dafür eignet sich ein Ideenbüchlein sehr gut, den man idealerweise immer bei sich trägt) und das man da alle Ideen die dich/mich überfallen sofort aufzuschreiben. Denn viele Ideen erweisen sich bei näherer Betrachtung als eher normal, durchschnittlich, nett aber nicht umsetzbar. Andere Ideen erweisen sich als zu schwach um eine eigene Geschichte zu verdienen, aber als stark genug um ein Teil eines Ganzen zu werden (eine Szene zum Beispiel) und dann gibt es eben noch Ideen, die kann man als eigene Geschichten umsetzen, wenn man Zeit dafür hat.

Nun, ich werde mir dann mal ein Notizbüchlein organisieren und meine Ideen aufschreiben. Denn verlieren möchte ich sie trotz allem nicht.

Roman oder Geschichten schreiben ~ Die Geschichte

Die folgende Überlegung ist ein tick schwierig. Denn es gibt ja das Problem, fängt man mit der groben Geschichte an oder doch eher mit den Charakteren oder wie sieht es denn mit den Konflikten aus?

Ich selber fange mit dem groben Verlauf der Geschichte an, damit ich überhaupt weiß, welche Charaktere auftauchen könnten und ich diese brauch und die Konflikte kann man immer noch einbauen (dafür wird es dann Extrabeiträge geben).

Wer eine Idee hat, hat meistens auch eine grobe Geschichte im Kopf. Und die schreibe ich dann nieder. Wie eine Art Aufsatz oder Zusammenfassung für ein Buch. Also schnappe ich mir was zu schreiben. Wenn ich einen ganzen Roman dazu schreibe organisiere ich mir auch schon mal einen dicken Blog oder gar eine Art Tagebuch und schreibe alles da rein. Und wenn ich alles schreibe, dann meine ich es auch so 🙂

Das kann von Sätzen sein, die ich gut finde und daher gerne verwenden möchte, bis hin zu Ideen für Szenen, Ausarbeitung der Kapitel, Charakterisierungen und so weiter. Daher benötige ich dafür einen dicken Buch, damit ich genügend Platz dafür habe. Denn je dünner das Notizbuch, desto eingeschränkter fühle ich mich.

Also setze ich mich hin und schreibe einfach drauf los. Man kann nicht von Anfang an planen und ich habe auch mal gelesen, dass es AutorInnen gibt, die es für kreativen Mord an sich selber halten, wenn man alles bis zum letzten Augenblick plant. Dann wirkt eben alles so „planlich“ (ja, ich weiß das es dieses Wort nicht im Duden gibt ^^).

Aber damit man erst einmal grob den Weg kennt, sollte man sich schon überlegen, wie die Geschichte verlaufen könnte. Denn ich finde, so ganz planlos sollte man nicht in die Angelegenheit gehen. Am Ende kann man immer noch alles abändern (was ich in den letzten drei Jahren mindestens vier oder fünfmal geschafft habe).

Nun gut, da ja gewisse Personen (nein, ich schaue niemanden direkt an, lachZ) wissen möchte wie die Geschichte mit Thomas und Michael laufen könnte, schreibe ich hier eine Möglichkeit auf.

Zusammenfassung der Geschichte:

Thomas ist ein guter aber eher erfolgloser Tarotleger aus Berlin. Er hält sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser und legt eher nebenbei die Karten, wobei seine Legungen immer zutreffen bzw. seine Ratschläge. Freunde hat er kaum, daher ist er meistens alleine und ein Stubenhocker.

Man kann auch schon einige Charakterisierungen vornehmen, wenn man da schon etwas weiß.

Einer seiner besten Freunde ist Michael, der bei der Mordkommision arbeitet, verheiratet ist und drei Kinder hat (zwei Mädchen und ein Junge). Er selber denkt sich sein Teil über Thomas und das Karten legen (er hält es für Blödsinn und meidet diesen Teil seiner Persönlichkeit).

In der Geschichte selber werden solche Sachen meistens nach und nach eröffnet, in den Zusammenfassungen, Notizen zu den Kapiteln oder Charakteranalysen solltest du nichts vor dir selber verheimlichen, denn du musst ja wissen, wer oder was deine Charakter sind.

Michael wird dann an einem Freitagabend, als er eigentlich mit seiner Frau Andrea ins Kino wollte (möglicher Stoff für Konflikte) zu einem Tatort gerufen. Das Mordopfer ist ein Kind und es wurde grausam zugerichtet. Sein Partner Andreas (hier haben wir einen Charakter der in der ursprünglichen Idee natürlich nicht aufgetaucht ist und nun haben wir die Möglichkeit mit ihm zu arbeiten) hat schon die ersten Anweisungen gegeben (kann irgendwann präzisiert werden, Kleiner Tipp, wer Krimis schreibt, sollte sich auf alle Fälle entsprechende Literatur besorgen) und zusammen untersuchen die beiden den Mord.

Andreas ist das komplette Gegenteil von Michael, denn er glaubt an das Übersinnliche und auch an das Tarot (wie man sieht, ich entferne mich schon von meiner Grundidee, denn da habe ich geschrieben, dass Michael Thomas ins Boot holt, es geht aber nun Richtung Andreas). Er interessiert sich auch noch für das FBI und weiß daher, dass sie öfters Medien holen um ihnen bei der Arbeit zu helfen (ein guter Vorwand um zu recherchieren und entsprechende Informationen einzubauen).

Per Zufall trifft er Thomas (wie der Zufall aussehen kann, kann man bei Bedarf noch ausbauen) und merkt, dass seine Vorhersagen immer zutreffen (oder seine Ratschläge, wie man ein schlimmes Schicksal abwenden kann). Daher überredet er seinen Vorgesetzten (Polizeiränge in Deutschland ist das nächste, was man recherchieren kann) Thomas um seine Mithilfe zu bitten, was dieser dann zustimmt.

Michael ist darüber nicht sonderlich begeistert, denn er weiß, dass Thomas schwul ist (wie geschrieben, keine Geheimnisse) und Michael selber ist ein wenig Homophob (natürlich muss man sich hier überlegen, wieso er überhaupt mit Thomas befreundet ist, hat er doch etwas gegen seine Homosexualität). Zumal er befürchtet, dass Thomas mal was von Michael wollen könnte (Klischees dürfen ab und an mal verwendet werden, aber man sollte es nicht übertreiben).

Zusammen arbeiten sie mit Thomas, auch wenn Michael ihm gerne fernbleibt, und es stellen sich die ersten Erfolge ein (natürlich muss man sich hier ein wenig mit dem Tarot auskennen und sich genau überlegen, welche Karte die Erfolge zeigen). Weitere Leichen können so gefunden werden, aber nicht der Mörder (das muss man nun auch erklären, warum denn nicht?). Darüber ist Michael so gereizt, dass es mit Andreas deswegen zu einem Streit kommt. Denn er ist der offiziellen Meinung, dass Thomas eher die Leute an der Nase herumführt. Es kommt sogar so weit, dass er Thomas als den Mörder ansieht und daher weiß wo die Leichen sind aber nicht verrät wer der Mörder ist (gutes Konfliktpotential). So kommt es auch zum Bruch zwischen Thomas und Michael und die beiden Freunde trennen ihre Wege.

Doch Andreas glaubt an die Fähigkeiten von Thomas und bittet ihn weiter um Rat und Hilfe. Da Michael inzwischen dem Vorgesetzten (im Moment weniger interessant ihm eine Persönlichkeit zu geben, zumindest für mich nicht) überzeugt hat, dass alles Blödsinn ist, kommt alles zu einem Selbstläufer. Denn auf einmal steht Thomas im Zentrum der Ermittlungen. Und das war etwas, was Andreas nicht wollte, nicht einmal Michael.

Thomas wird verhaftet und eingesperrt (auch hier sind Recherchen notwendig, wie das mit einem einhaftieren in Deutschland verläuft). Weiter wird er als potentieller Mörder verhört und niemand glaubt ihm, dass er nicht die Morde begangen hat. Es gibt sogar zu viele Zufälle, also das Thomas immer wieder in der Nähe der Fundorte war, dass sogar Andreas ein wenig an Thomas zu zweifeln beginnt (das muss man natürlich überzeugend rüberbringen, warum gerade Andreas, der doch so lange an ihn geglaubt hat, auf einmal an ihm zweifelt).

Doch gerade als sie glauben den Mörder geschnappt zu haben, schlägt der wahre Mörder zu. Und aufgrund des sogenannten Modus Operandi (wer nicht weiß was das ist, weiß was jetzt zu tun ist ^^ Recherchen) müssen sie sich eingestehen, es konnte Thomas nicht gewesen sein, also wird er entlassen.

Andreas entschuldigt sich bei ihm offen und Thomas aktzeptiert es und bietet weiter seine Hilfe an. Aber auf Michael ist er extrem wütend (man kann noch darauf eingehen, wie Michael ihn während der Haftzeit behandelt hat). Und als dieser sich ebenfalls bei ihm entschuldigen wollte, lehnt er er ab.

Dann kommt das Problem, denn nun ist Thomas auch noch im Visier des Mörders (natürlich darf man die Begründung nicht vergessen). Und als Thomas vom Revier nach Hause fahren will, schnappt sich der Mörder ihn und entführt ihn. Auf den Weg in ein Wald sieht per Zufall Michael Thomas in dem Wagen und schlägt aus einem Bauchgefühl heraus Alarm.

Nun kann man überlegen, geht man im Wald, wo der Mörder immer seine Opfer zerstümmelt und ermordet ins Detail, also das er Thomas anfängt zu foltern oder kommt man diesen noch zuvor. Auf alle Fälle kann man dann hier Richtung Schluss kommen.

Andreas und Michael retten Thomas das Leben und können endlich den Mörder festnehmen.

Nun gut, dass Ende wirkt schon ein wenig platt, aber theoretisch kann das gehen. Weitere Einzelheiten können dann noch ausgearbeitet werden. Und wenn du möchtest, kannst du das in einer Liste machen und bei der Überarbeitung berücksichtigen.

  • Wie wird sich die Freundschaft zwischen Michael und Thomas nun entwickeln?
  • Können wir davon ausgehen, dass Andreas schwul ist und sich in Thomas verliebt hat?
  • Woher kommt Michales Abneigung gegen Homosexuelle und wird sich das ändern (egal ob positiv oder negativ)?
  • Ist Michael villeicht selber schwul und will das unterdrücken, weil er eben eine Frau und drei Kinder hat?

Das sind mögliche Fragen die man stellen kann. Weiter kann man dann eine mögliche Liste mit Konfliketen aufbauen:

  • Wie geht es in der Ehe mit Andrea und Michael weiter? Häufig werden PolizistInnenehen geschieden, haben wir es hier mit einem solchen Fall zu tun?
  • Der Streit zwischen Thomas und Michael kann sehr gut als Konflikt benutzt werden.
  • Aber auch ein Streit zwischen Thomas und Andreas, immerhin sind sie direkte Partner.
  • Weiterhin kann man ein Konflikt zwischen Andreas Haltung gegenüber Thomas nach dessen Entfernung aus der Untersuchung und dem Vorgesetzten sehen (so von wegen, machst du nicht das was ich will, gibt es Ärger).

Und so weiter und so fort.

So oder so ähnlich können die ersten Schritte sein, wenn du eine eigene Geschichte schreiben möchtest. Sie muss keine Ähnlichkeiten mit der Ursprungsidee haben, denn es kann immer passieren, dass man eine Idee hat und beim genauen hinsehen merkt man, dass sie sich verselbstständigt hat und sich das ganze dann in eine andere Richtung entwickelt.

Und wie du gemerkt hast, ich bin kaum auf die Persönlichkeiten der Charaktere und Zwischenbeziehungen eingegangen. Da muss auch noch mal nachgebessert werden, genauso wie die Motive des Mörders. Weiterhin kann man noch einige Morde einbauen, damit die Geschichte sich entwickeln kann (wenn du über einen Serienmörder schreiben möchtest). Auch die Gründe, warum Thomas auf einmal ins Visier des Mörders geraten ist, muss ausgearbeitet werden. Außer die ganze Geschichte soll oberflächlich sein.

Aber fürs erste sind solche möglichen Zusammenfassungen völlig in Ordnung. Hauptsache du hast erst einmal ein grobes Skript, mit das du arbeiten kannst. Alles andere kommt Stück für Stück.

Und ich gehe mal meine Finger ausruhen, die tun nämlich weh 🙂