Von Plagiaten, Geschichten und Bestseller

Sprechen wir von einem Plagiat, dann sprechen wir vom Diebstahl geistiges Eigentums. Und eigentlich ist dieses, dank des Paragraphen 23 des Urhebergesetzes geschützt. Aber auch solche Gesetze werden gebrochen und man kann damit sogar einen potentiellen Bestseller schreiben.

Ich will mich jetzt nicht auf die Geschichte selber stürzen sondern eher allgemein über das Thema Plagiat und eigene Ideen schreiben. Denn immerhin bin ich selber eine (angehende) Autorin und mir selber ist es ein Bedürfnis, wenn ich etwas schreibe, dass das aus meinem Gehirn fließt (auch in der ekligen Variante) und nirgends kopiert wird.

Natürlich, dass weiß ich selber und habe darüber auch schon stundenlange Diskussionen geführt, es ist nicht mehr möglich das Rad neu zu erfinden, auch in den Romanen und Geschichten. Es kann immer passieren, dass man über eine Person oder ein Wesen schreibt und man denkt sich, hei, Moment, dass kenne ich doch von irgendwoher.

Um ein Beispiel zu nennen: Tolkien erfand die Nazgul welche von Robert Jordan zum Mydraal umgeändert wird und letztendlich bei Joanne K. Rowling als Dementoren ihren Auftritt haben. Der Nazgul ist in dieser Reihe das „Urvieh“ dieser Reihe (und aller Wahrscheinlichkeit auch auf eine ältere Figur zurückzuführen). Schauen wir uns den Mydraal an, es lässt sich eine gewisse Ähnlichkeit einfach nicht abstreiten. Und die Dementoren müssen sich dem Vergleich stellen. Natürlich kann man sagen, da haben sich die Leute von Tolkien ganz schön inspirieren lassen. Und ich kenne bei weitem nicht alle klassischen Werke und daher ist es sehr wahrscheinlich das noch mehr Nazgulartige Wesen durch die Fantasylanden reisen und ihr Unwesen treiben.

Aber was alle die beiden Kinder der Nazgul gemeinsam haben, zwar sind sie inspiriert worden, man erkennt aber trotzdem noch kreative Eigenleistungen. Die Mydraale sind Kinder der Trollocs (die Orks aus dem Rad der Zeit Universum) und Menschenfrauen (brrrr) und die Dementoren haben den Todeskuss im Gepäck, während die Nazgul einst die großen Menschenkönige waren. Ihre Biographie, ihre Eigenschaften sind völlig unterschiedlich. Und ich denke, darauf kommt es letztendlich an. Wenn man sich auf diese Art und Weise inspirieren lässt, dass man am Ende trotz allem etwas eigenes schafft.

Aber stelle ich mich dahin und schreibe teilweise direkt ab, teilweise indirekt, dann muss ich mich fragen, habe ich es verdient mich überhaupt in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen und zu sagen, schaut her Leute, ich habe etwas großartiges geschafft? Denn ich stelle mir dann die Frage: Was habe ich geschafft? Was habe ich getan um überhaupt die Aufmerksamkeit zu verdienen? So gut kopiert, dass der Text einen Sinn ergibt? Oh wow, Tschuldigung, aber mehr kann ich dazu nun wirklich nicht sagen. Wenn ich mich in den Mittelpunkt stelle, dann mit etwas, was ich selber geschaffen habe. Das ist zumindest meine Devise. Alles andere ist für mich … peinlich … (und ja, ich mag das Wort nicht, aber in diesem Fall passt es im Grunde genommen).

Mein Problem ist es, dass ich erst gar nicht auf die Idee käme so etwas zu machen, ich gestehe (und bin darüber auch sehr stolz auf mich 😉 ). Okay, dass war nicht von Anfang an. Ich habe vor einigen Jahren an einer Internetseite gebastelt, die war der Inbegriff einer Urheberrechtsverletzung. Und ich hatte natürlich auch Ausreden, warum ich das gestohlen habe, was ich eben gestohlen habe. Aber zum einen, wurde die Internetseite von einigen Viren und Würmer gefressen (gnagnagna) und zum anderen, ich habe dazu gelernt. Und darauf bin ich sehr stolz auf mich.

Manchmal bekomme ich sogar ein richtig schlechtes Gewissen, wenn ich über gewisse Dinge nachdenke, über die ich schreiben könnte und feststelle, Müll, setze ich das um, habe ich diese oder jene Idee im Grunde genommen dafür benutzt. Wo ist da meine Eigenleistung? Das betrifft sogar einzelne Szenen 😦

Es mag sein, dass angeblich AutorInnen schon immer und überall geklaut haben sollen (was ich so nicht glaube, könnte es mir aber vorstellen). Ist es trotzdem legitim das nachzumachen? Mir ist es wichtig, dass meine Texte nach mir klingen und meine Ideen haben. Nicht mehr und nicht weniger.

Wenn ich von Leuten lese, die aus den verschiedensten Bereichen, verschiedensten Genres, verschiedensten Stilrichtungen sich alles zusammenklauen und dann der festen Überzeugung sein, hei, dass ist am Ende mein Stil. *kopfschüttel*

Das Schlimme an sich mag nicht einmal der geistige Diebstahl sein (was an sich schon schlimm genug ist), sondern die Verharmlosung und das Behandeln als ein Kavaliersdelikt. Es wird dann wirklich Ausreden gesucht, Leute werden in Schutz genommen und andere, die den Diebstahl am eigenen Werk thematisieren sogar angegriffen.

Das Letzte kann man wie folgt beschreiben: Ich werde bestohlen (mein Geldbeutel, mein Handy, mein Buch, was auch immer) und ich zeige das an. Und dann werde ich von dem Dieb / der Diebin auch noch angemacht, warum ich mich beschwere, dass ich bestohlen werde.

Das kann doch sie nicht wahr sein, oder?

In dem Sinne, wer ernsthaft schreiben und vor allem das Gesicht vor der schreibenden Gemeinde behalten möchte, sollte sich ernsthaft überlegen, eben keine Plagiate aller Art zu schreiben und eben individuell zu sein. Es mag dann kein Bestseller sein, aber auf Dauer hat man mehr Erfolg, wenn man sich bemüht und etwas eigenes dabei herausbringt. Damit ist man nebenbei auch noch ein gutes Vorbild für alle anderen 🙂

P.S. Diesen Beitrag habe ich am 13. Februar 2010 begonnen und heute beendet 🙂

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Wolverine auf Anime

Wer im www herumsurft, findet das eine oder andere mehr oder weniger interessante. Ich habe das oben gelinkte Video entdeckt und muss zugeben (wenn man von der einen Minute absieht, welche sie mir an Lebenszeit klauen, weil ich den ganzen Vorspann abwarten muss), ich weiß nicht was ich davon halten soll.

Für die meisten ist Wolverine durch die drei X-Men Filme und gerade durch Hugh Jackmann geprägt. Ich muss zugeben, ich kenne noch die X-Men in der doch etwas peinlichen achtziger Version mit ihren quietschbunten Outfits.

In dieser Formation hat mir übrigens Rogue unter anderem am besten gefallen, aber das nur gaaaanz nebenbei.

Auf alle  zum Trailer von oben. Auf mich wirkt Wolverine eher wie eine Katze und nicht wie der einsame Wolf (wobei erwähnt sei, aufgrund des Rudelverhaltens dieser Tiere ist die Bezeichnung „einsamer Wolf“ natürlich kompletter Blödsinn), den er eigentlich spielen soll. Gerade die eine Handbewegung, wo die Krallen ausgefahren sind, draußen im Garten, das erinnert mich so sehr an eine Katze.

Aber warum bitte schön schreibe ich darüber?

Weil mich das an einen Beitrag von der amerikanischen Autorin Yasmine Galenorn erinnert (kleiner Hinweis, wenn ihr sie mal direkt anschreiben solltet, schreibt bitte ihren Namen richtig, ich werde jetzt nicht den Tweet heraussuchen, aber sie hatte sich bei Twitter aufgeregt, dass man ihren Namen falsch schreibt, und ich denke, über kurz oder lang, auch zurecht).

Und zwar geht es um die letzte Frage im oben verlinkten Beitrag. Sie wurde gefragt, ob sie erlaubt, dass FanFiction zu ihren Geschichten geschrieben wird. Und sie reagiert auf dieses Thema doch sehr empfindlich. Denn sie mag diese Dinger nicht (und ich glaube, wenn sie könnte würde sie jede FanFiction zu ihren Figuren sofort zerreissen). Und ich kann es nachempfinden.

In meinen größenwahnsinnigen Sekunden habe ich mir vorgestellt, mein Roman wird veröffentlicht und ich gehe sogar ein Schritt weiter, sie werden sogar verfilmt (die Wahrscheinlichkeit das über Filme FanFicition geschrieben werden ist größer als über alleinige Bücher, aber auch über Bücher wird fleißig geschrieben). Nun kommen eben irgendwann die Fans und schreiben ihre Geschichten. Und wer sich ein wenig in sogenannten FanFiction Portale umgesehen hat, weiß, wie grottig manche Geschichten wirklich sein können.

Was ich so angelesen habe (weil ich es nicht geschafft habe weiterzulesen, weil schon alleine der Anfang zum wegrennen war), das tat einfach weh. Man könnte schon fast sagen, man sollte die Leute auf schwere Körperverletzung (auch wenn alles seelisch ist) verklagen und den Hosenboden lang ziehen. Mindestens!

Denn wenn eine Geschichte mit einem Satz wie „Zum Glück hatten sie keinen Sex gehabt“ anfängt, dann frage ich mich, wieso zum Glück? Sex ist zum einen nichts schlimmes. Und zum anderen, da erwarte ich eine Vorgeschichte (die übrigens nicht existierte) und  der ganze Anfang war ziemlich platt. Hingeworfen. Respektlos. Nicht der Autorin gegenüber, sondern auch mir. Immerhin sollte ich ja die Geschichte lesen und natürlich auch kommentieren (in der FF-Szene gibt es Leute, die regelrecht danach süchteln, dass man ihre Geschichten kommentiert, also Kommis abgibt, aber bitte nur tolle und positive, alles andere wird natürlich gelöscht).

Wobei ich im nachhinein gestehen muss, das war noch die harmloseste. Es gab schlimmere (von einfallslosen, ich habe eine Geschichte geschrieben und weil die Originalversion mehrere Figuren hat, schreibe ich sie nur an vereinzelten Stellen um und veröffentliche alle *gähn* bis hin zu, ich erzähle einfach mal den größten Blödsinn) und einige davon habe ich mir wirklich angetan. Meine arme Lebenszeit.

Da kann ich verstehen, dass viele angenervt sind, wenn sich die halbe Bevölkerung hinsetzt und irgendetwas hintippt, Hauptsache es ist so etwas wie eine FanFiction. Viele gehen einfach nicht mit den nötigen Respekt ran und schreiben einfach nur. Und dann werden Pärchen (sogenannte Pairings) erdacht, die nicht einmal annähernd realistisch sind. Gerade dann, wenn sich die Geschichten über die SchauspielerInnen drehen (ja auch solche Sachen gibt es).

Ich denke mal, wenn man schon eine FanFiction schreibt, dann sollte man sich sehr viel Mühe geben und entweder eine gute Geschichten mit fast den realen Figuren schreiben (man wird nie an das Original herankommen, weil man eben nicht alle Geheimnisse kennt) oder es sein lassen.

Denn es gibt auch Beispiele wo die Leute anhand von FanFiction einfach ihr Handwerk üben. Man muss sich nicht um die Charaktere oder den Rahmen kümmern, sondern kann einfach plotten und die Konflikte üben. Es gibt eben Menschen, die ja genau damit Probleme haben und sich auch nur darauf konzentrieren wollen. Wieso also nicht Figuren nehmen, die schon eine ordentliche Biographie hinter sich haben und die man jederzeit nutzen kann.

Und ich habe auch Geschichten gelesen, die sind manchmal besser als das Original. Lustiger, ironischer, gut geschrieben, herrlich geplottet und was weiß ich. Es können also auch Glanzleistungen entstehen.

Was hat das jetzt bitte mit Wolverine zu tun?

Ich empfinde den Trailer als eine Art FanFiction. Jemand anderes, welche diese Geschichte um die X-Men und letztendlich auch Wolverine nicht von grundauf erfunden hat, hat eine Serie darüber produziert (so wie ich das jetzt verstanden habe) und natürlich einen eigenen Touch dazu gegeben. Es wird natürlich Leute geben, welche diese Serie besser gefällt als das Original (was auch immer das Original letztendlich ist). Eingefleischte Fans hingegen werden vielleicht diese Serie zur Hölle schicken wollen.

FanFiction sind also sehr grenzwertige Bereiche (inwiefern sie das Urheberrecht verletzen, darüber möchte ich zu dieser Stunde nicht nachdenken). Die einen lieben sie und die anderen hassen sie (hatte mal untergürtelerfahrungen damit gemacht).

In erster Linie sollte man den Wunsch der AutorInnen berücksichtigen. Wünsche sie keine FanFicition zu ihren Werken, dann schreibt man eben keine. Punktum. Denn Frau Galenorn hat recht. Man arbeitet mehrere Jahre hart an einer Geschichte, den Figuren, an allem (bei mir geht es demnächst ins vierte Jahr) und dann werden die Geschichten so übelst verschandelt. Das macht dann kein Spaß. Daher sollte man eben keine Geschichten schreiben, wenn sie darum bitten (oder dies fordern, sie haben immerhin das Recht, es sind ihre Babys).

Wenn man Geschichten schreiben darf, weil es die AutorInnen erlaubt haben, dann bitte, gebt euch Mühe. Schmiert nicht irgendetwas hin, nur um ein paar Kommis abzugreifen (es wird immer wieder Leute geben, die euch zerreissen und früher oder später kommt ihr nicht da herum, sorry). Schreibt die bestmöglichste Geschichte, zu der ihr in der Lage seit. Immerhin habt ihr von den OriginalautorInnen eines Werkes genau das bekommen. Die bestmöglichste Version einer Serie, eines Films oder eines Buches. Also arbeitet dementsprechend genauso hart.

Und ob ich möchte, dass über mein Roman FanFiction geschrieben wird?

Nach diesem Bericht wohl weniger …

Kritische Kinhexe

Es gibt in allen Bereichen des Lebens Menschen, die eine dicke Hose anhaben, aber wenn man reinschauen würde, würde man sehen, dass da nur heiße Luft ist. Sprich, dicke Hose und nichts drinnen.

Damit meine ich Menschen, die mehr Scheinen als Sind (also mehr Schein als Sein). Da wird die Biographie aufgewertet, noch und nöcher nur um interessanter zu sein, als man vielleicht sonst wäre. Am Ende hat man drei Kinseelen, sieben Superengel an der Seite, man ist ein Medium, eine Superhexe, natürlich beherrscht man die schwarze Magie und gehört zum Satanismus, nur um eine supertolle Lichtarbeiterin zu sein, welcher seit zehn Jahren Tarotberater ist und mindestens sieben Runensysteme beherrscht, immerhin hat sie diese selber entworfen und in 237 Reikisysteme eingeweiht und davon hat er dann noch einmal 312 selber gechannelt.

Ich denke mal, jetzt verstehen die meisten worauf ich hinaus will.

Das Problem ist nämlich folgender:

Jetzt nehmen wir mal an, ich treffe auf zehn Leute, neun davon erzählen mir das Gelbe und Grüne und vielleicht noch mal das Blaue vom Himmel und wir kommen am Ende auf diesen Text da oben. Und dann kommt die zehnte Person und hat das wirklich alles geschafft (logische Brüche werden zwischenzeitlich natürlich entfernt sein). Ich meine, die Person ist vielleicht wirklich eine Medium und hat drei Kinseelen. Wie groß ist dann noch das Bedürfnis dieser Person zu glauben? Bei mir zumindest wird sie immer schwächer, je mehr ich mitbekomme, wie die Leute sich selber in die Tasche lügen.

Was ich ja bei der ganzen Sache nicht verstehe ist ja dieser Wunsch nach extremer Aufmerksamkeit. Man sollte ja inzwischen wohl doch begriffen haben, dass das Internet von ähnlichen Menschen belagert ist. Sprich, man ist schon mindestens einmal mit einer ähnlichen gearteten Person zusammengestoßen und ahnt, was auf die Leute zukommt.

Was ich manchmal bei einigen vermisse, ist auch der Gedanke, die schlucken dat schon. Man ist selber vielleicht ein Otherkin oder Medium und dann denken einige, der kritische Verstand ist abgeschaltet, man wird ja alles schlucken. Mein kritischer Verstand ist nicht abgeschaltet, ich bleibe trotz der Dinge die ich erlebt habe, weiterhin kritisch. Und ich denke, dass ist sogar mein Vorzug.

Denn auch wenn ich selber etwas bin (was auch immer), heißt das noch lange nicht, dass ich den Fehler begehen kann und mich hereinlegen lasse. Sprich, ich bin ein Mensch und auch mir können Fehler geschehen. So einfach ist das. Daher ist es gerade im Internet wichtig, kritischer an die ganze Geschichte ranzugehen, als bei anderen Medien. Denn hier kann ich auf mehr Menschen treffen als woanders. Mehrere Millionen, wenn ich auf der richtigen Plattform bin. Und alle haben ihre eigene Geschichte, na danke schön.

22 Charaktere

Ich habe manchmal das Gefühl, dass meine Geschichte drei Jahre lang gewartet hat, damit ich mir das Buch von Corrine Kenner kaufe und damit arbeite. Denn gestern und vorgestern habe ich eine Reise durch die große Arkana gemacht und nicht nur neue Charaktere gefunden, mit denen ich arbeiten kann. Die Charaktere die ich schon eingebaut hatte, haben dadurch eine völlig neue Rolle erhalten. Ich habe sie schlichtweg besser kennengelernt.

Im Grunde genommen ist es ganz einfach. Man nimmt sich mindestens eine große Arkana (ich habe zwei gewählt) und überlegt, welche Figur im Roman die Karte repräsentiert. Dabei habe ich eben Figuren eingebaut, die ich schon längst hatte. Aber dabei entdeckte ich, hei, die Rolle, die ich dieser oder jener Figur zugewiesen habe, passt einfach nicht. Und auf einmal haben sie eine völlig andere Rolle verlangt. Und ich habe sie ihnen gegeben. Dabei bin ich in erster Linie nach meinem Bauchgefühl gegangen. Ich habe mir die Karte angesehen und da meldete sich schon der Name der Person, die ich dorthin einsetzen soll. Und das tat ich dann entsprechend.

Das bedeutet für mich, dass ich mich die Tage hinsetzen werde um diese Charaktere zu analysieren und entsprechend auseinander zu rupfen. Ohne das man dann davon etwas im Buch bemerkt. Im Moment kann ich gar nicht meine Finger von meinen Notizbüchern lassen, weil es so richtig Spaß macht. Vielleicht liegt es auch an den Notizbüchern selber, dass es nun mehr Spaß macht, dass will ich nicht abstreiten (sie fühlen sich gut in den Händen an). Aber auch sonst blühe ich regelrecht auf, vor lauter kreativen Ideen.

Die Gefahr bei zu viel Kreativität (ja, auch so etwas kann passieren) ist ja, dass man sich am Ende einfach verzettelt. Das man lieber sich Ideen ausdenkt und recherchiert, als einfach drauf los zu schreiben. Manchmal ist eine halbswegs gute und vor allem fertige Geschichte besser, als eine Geschichte, nur über 30 Jahre geschrieben wird. Da gibt es wohl wirklich eine, die solange an ihrer Geschichte feilt.

In dem Sinne werde ich mich aufs plotten konzentrieren und auf die Charaktere und mich dann wieder an die Arbeit machen. Das überarbeiten kann ich am Ende vornehmen. Denn aufgrund der neuen Ideen sind teilweise die ersten beiden Kapitel überholt, mal wieder.

Erschaffung eins Charakters

Wolltest du schon mal Göttin spielen? Dann hast du bei der Schöpfung eines Charakters die beste Möglichkeiten dazu (natürlich darfst du dafür auch Gott spielen ^^). Und ja, ich schreibe im Moment sehr viel übers schreiben, ich werde mich demnächst wieder ein wenig um den Spirikram kümmern 🙂

Aber was ist denn eigentlich ein literarischer Charakter? Ein Charkter ist eine Figur in einem Roman, einer Kurzgeschichte, Theaterstück oder sonstiges (kann natürlich auch auf andere Medien übertragen werden), welche die Geschichte tragen und voranbringen sollen. Wenn du eine Figur in deine Geschichte einbringst, die einfach nur existiert, aber zur Geschichte selber nichts beiträgst, wirst du dich früher oder später mit der Frage herumschlagen, was sollte das? Warum hast du dir überhaupt die Mühe gegeben und diese Figur erschaffen? Die ist so etwas von sinnlos.

Daher muss jede Figur in deiner Geschichte irgendeine Bedeutung haben. Auch wenn deine Figur nur eine Zeitung verkauft und danach in die Versenkung deiner Schublade verloren geht, dieser Kauf muss früher oder später irgendeinen Sinn haben. Das betrifft übrigens auch sämtliche Ereignisse in der Geschichte, kein Ereigniss ohne irgendeinen Sinn.

Bei der Erschaffung deiner Figur darfst du theoretisch die alle Freiheiten nehmen, die du haben magst. Denn es gibt keine Regeln, keine Grenzen, keine Einschränkungen. Nun gut, der gute Geschmack sollte schon eine Rolle spielen.

Es gibt einige Sachen, die du dann doch vermeiden solltest. Aber kommen wir erst einmal zu den Grundlagen die du dir überlegen magst zu übernehmen.

Wenn ich einen Charakter erfinde, habe ich erst einmal eine grobe Vorstellung von ihr. Das überschneidet sich übrigens auch mit der Namensgebung. Ich schreibe erst einmal auf, mit wem habe ich es denn überhaupt zu tun? Dabei kann ich nur die emotionale Ebene beschreiben, aber auch die soziologische Ebene (woher kommt sie, wer sind seine Freunde und so weiter). Schnapp dir ein Stück Papier und skizziere erst einmal deinen Charakter. Welche Besonderheit macht ihn aus, wieso solltest du über sie schreiben (die Wahrscheinlichkeit, dass du am Anfang über die Hauptperson schreibst ist sehr groß). Du kannst auch schon erste Teile einer Biographie aufschreiben, wenn dir wichtige Punkte einfallen. Nachher ist es immer noch möglich diese zu überarbeiten. Aber lieber einmal zu viel aufschreiben als das du wichtige Daten vergisst.

Der Name ist dann der nächste wichtige Punkt. Es kann sein, dass du bei den ersten Gedanken einen Namen hast oder auch nicht. Spätestens jetzt ist es an der Zeit deiner Figur einen Namen zu geben. Auch hier gibt es keine Regeln, Hauptsache der passt zum Charakter. Wenn du dir einen Charakter überlegst, der ein harter Kerl ist, jeden Windelweich prügelt der ihn auch nur schief anguckt und Steine zum Frühstück mampft, klar das man bei solch einem Kerl auf den Nachnamen Schwan oder Engel kommt. Nicht unbedingt überzeugend? Stimmt. Andererseits kannst du auch solche Spielereien nehmen um die LeserInnen zu verwirren. Man redet über einen Typen namens Engel und dann kommt eben dieser prügelnde, steinefressender Muskelprotz rein. Hat doch was. Auf alle Fälle braucht deine Figur einen Namen der auch zu ihr/ihm wirklich passt, egal ob du die Leute hereinlegen willst oder nicht. Und noch ein kleiner Tipp, du solltest nur mit einem Hintergrund zwei Personen den gleichen Namen geben. In erster Linie dann, wenn es um eine Verwechslung gehen kann oder wenn du ein wenig Verwirrung stiften möchtest. Sonst verwirrst du deine LeserInnen nur noch. Und zu viel verwirren ist auf Dauer auch nicht sauber.

Das Aussehen ist auch sehr wichtig. Denn eine Figur, eine Person, ein Mensch wird über das Aussehen eingestuft. Kennst du das Sprichwort „Kleider machen Leute“?. Das ist gar nicht mal so falsch. Jetzt stell dir mal folgende Szene vor. Du gehst über die Straße und siehst einen jungen Mann (kann natürlich auch eine Frau sein). Der trägt einen teuren Anzug mit Kravatte und allem drum herum. Dann geht er in eine Telefonzelle und zieht sich Rastafariklamotten an. Was würdest du über diese Person sagen, wenn du nicht wüsstest das sie ein und dieselbe Person sind? Daher überlege dir einen Stil der Kleidung, der Musik, der Literatur, welche deine Person ausmachen. Denn darüber identifiziert sie sich. Es gibt Menschen (in der realen Welt wohlgemeint), die nur aus bestimmten Gründen Bücher lesen, Musik hören oder Filme gucken, eben weil es zu der Welt gehört in der sie zugehörig sein möchten. Dabei kann es sein, dass sie die Sachen nicht einmal mögen (auch das solltest du dann in deinem Charakterbogen erwähnen, wenn es so ist).

Die Vergangenheit ist unsere Wurzel, unser Hintergrund. Ohne unsere Vergangenheit sind wir nicht das, was wir heute sind. Also überlege dir die historische Vergangenheit deiner Figur. Wenn sie noch recht jung ist, kann das schnell gehen. Ist sie dagegen älter, braucht das eben seine Zeit. Dazu kannst du einen Text schreiben, der die Lebensgeschichte darstellt, aber auch eine Liste der Lebensdaten. Wie in einer Bewerbung. Natürlich kommt hier die Familie auch zu Wort, wie FreundInnen, LehrerInnen und auch FeindInnen.

Nun kommt es auf die Figur an. Welche Einstellung hat er gegenüber den Menschen, wie sieht sie das Universum, was sind die Träume und Hoffnungen deiner Figur. Was mag er und was mag sie nicht. Hier kommt es darauf an, mit wem wir es als LeserInnen zu tun haben. Hier geht es um die Figur in allen Facetten. Politische Einstellungen, Charakterzüge und all diese Dinge. Also ein Bereich wo du dich ordentlich austoben darfst.

Die physische Beschreibung ist auch wichtig, die auch in die emotionale Beschreibung münden kann. Wie stark ist deine Figur. Damit ist schon die körperliche Stärke gemeint, aber auch die seelische. Es ist in Ordnung wenn deine Figur ohne weiteres einen Marathon laufen kann, aber wie sieht es aus, wenn er Blut sieht? Bricht er da zusammen?

Aber deine Figur ist nicht nur Körper, sondern auch Geist. Also wie intelligent ist er, was interessiert sie, was ist seine Schwäche (z.B. Mathe) und wo sind ihre Stärken? Übrigens, hier solltest du nicht schlampen, sondern dir besonders viel Mühe geben, denn hier können die wichtigen Punkte für ein Konflikt gelegt werden 🙂

Das aktuelle soziale Umfeld muss auch betrachtet werden. Wer sind aktuell die FreundInnen deiner Figur? Wo arbeitet sie (sofern sie arbeitet und nicht Arbeitssuchend ist, dann musst du die Personen der Ämter beschreiben), wo kauft sie ein und so weiter. Das ganze soziale Umfeld kann hier beschrieben werden (auch die aktuelle Familie).

Nun kommen wir noch mal auf die Seele deiner Figur zu sprechen. Wie selbstbewusst oder auch nicht ist deine Figur eigentlich? Wie fühlt sie bei bestimmten Dingen (Tiere, Menschen, Ungerechtigkeiten) und all diese Dinge. Hier geht es tief in den Teich hinein.

Aber auch besondere Merkmale sind wichtig. Das können Äußerlichkeiten sein wie eine Tätowierung oder eine besonder Frisur. Es können aber auch Gewohnheiten sein wie sich dauernd kratzen oder ähnliches. Hier kannst du deiner Figur einen individuellen Touch geben. Es gibt genügend Anzugträger, aber was macht deinen zu einen Individuum?

Und wie sieht ein alltäglicher Tag bei deiner Figur aus? Wann steht sie auf, steht sie gerne auf, was macht sie dann, putzt sie überhaupt die Zähne, wie zieht sie sich an … Das sind alles Punkte, die du dir notieren kannst. Wobei man noch einen Unterschied zwischen einem Arbeitstag, einem freien Tag, einem Urlaubstag … machen kann.

Ganz wichtig ist der Konflikt. Ohne Konflikt gibt es auf Dauer kein Roman (egal um was es sich dreht, die Leute müssen sich ja nicht an die Gurgel gehen, aber irgendetwas muss es geben wo es Differenzen zwischen zwei Personen oder eine Person und etwas anderes gibt). Also worüber ärgert sich deine Figur und klettert so richtig die Tapete rauf? Was will sie ändern oder wo fühlt sie sich ausgebeutet oder oder oder… Hier kannst du auch die Idee deines Romans umsetzen, wenn du möchtest. Aber ein Konflikt muss sein.

Alles was du bisher aufgeschrieben hast, darfst du nicht unbedingt deinen LeserInnen zeigen. Denn sie werden sich auf Dauer langweilen. Weiterhin gibt es ein Sprichwort, nicht beschreiben sondern zeigen. Überlege dir nun, was du alles in deinem Roman direkt ansprechen kannst und was du indirekt zeigst. Du musst deine Figur kennen um mit ihm/ihr überhaupt arbeiten zu können. Daher werden die Hintergrundinfos immer mehr sein als du letztendlich in deiner Geschichte einfließen lässt.

Dann ist es noch wichtig herauszufinden, wie sich deine Figur entwickeln wird. Sie ist ja kein Stein und bleibt auf einer Stufe stehen. Also wie hat sich deine Figur bisher entwickelt und wie wird sich deine Figur in der Geschichte entwickeln? Das sind ganz wichtige Punkte und können sich natürlich ändern. Aber als grobe Richtlinie kannst du dir da schon was notieren.

So, dass wärs 🙂

Hier sind noch zwei Beiträge, die dir weiterhelfen, wenn du noch mehr Tipps und Tricks brauchst:

Brauche ich das alles wirklich? und Charakterbögen Ich hoffe, das hilft dir ein wenig weiter.