Von Sibylle Berg über Franz Kafka zu Max Frisch und einigen mehr

Ich habe gerade diesen Link ausprobiert, weil er über Twitter gepostet wurde um zu sehen, wen mein Schreibstil ähnelt. Zuerst kam Frau Sibylle Berg heraus. Danach einige andere, zumeist männliche Autoren. Am Ende hat er sich auf Alfred Döblin eingeschossen.

Natürlich hat das nichts zu sagen, ich schreibe wie ich schreiben, eben wie ich. Aber es gibt zwei Sachen, die ich interessant finde.

  1. Für mich sagt das Ergebnis, dass mein Schreiben scheinbar mit einigen der größeren AutorInnen mithalten kann. Immerhin hat er einige interessante Namen ausgespuckt.
  2. Aber andererseits ändert der mit jeden neuen Test seine Meinung, inwiefern hat das ein Aussagewert? Ich weiß es gerade nicht :o)

Aber ansonsten, mir hat der Test doch ein wenig gebracht und ich fühle mich wieder fit fürs schreiben :o)

Von Plagiaten, Geschichten und Bestseller

Sprechen wir von einem Plagiat, dann sprechen wir vom Diebstahl geistiges Eigentums. Und eigentlich ist dieses, dank des Paragraphen 23 des Urhebergesetzes geschützt. Aber auch solche Gesetze werden gebrochen und man kann damit sogar einen potentiellen Bestseller schreiben.

Ich will mich jetzt nicht auf die Geschichte selber stürzen sondern eher allgemein über das Thema Plagiat und eigene Ideen schreiben. Denn immerhin bin ich selber eine (angehende) Autorin und mir selber ist es ein Bedürfnis, wenn ich etwas schreibe, dass das aus meinem Gehirn fließt (auch in der ekligen Variante) und nirgends kopiert wird.

Natürlich, dass weiß ich selber und habe darüber auch schon stundenlange Diskussionen geführt, es ist nicht mehr möglich das Rad neu zu erfinden, auch in den Romanen und Geschichten. Es kann immer passieren, dass man über eine Person oder ein Wesen schreibt und man denkt sich, hei, Moment, dass kenne ich doch von irgendwoher.

Um ein Beispiel zu nennen: Tolkien erfand die Nazgul welche von Robert Jordan zum Mydraal umgeändert wird und letztendlich bei Joanne K. Rowling als Dementoren ihren Auftritt haben. Der Nazgul ist in dieser Reihe das „Urvieh“ dieser Reihe (und aller Wahrscheinlichkeit auch auf eine ältere Figur zurückzuführen). Schauen wir uns den Mydraal an, es lässt sich eine gewisse Ähnlichkeit einfach nicht abstreiten. Und die Dementoren müssen sich dem Vergleich stellen. Natürlich kann man sagen, da haben sich die Leute von Tolkien ganz schön inspirieren lassen. Und ich kenne bei weitem nicht alle klassischen Werke und daher ist es sehr wahrscheinlich das noch mehr Nazgulartige Wesen durch die Fantasylanden reisen und ihr Unwesen treiben.

Aber was alle die beiden Kinder der Nazgul gemeinsam haben, zwar sind sie inspiriert worden, man erkennt aber trotzdem noch kreative Eigenleistungen. Die Mydraale sind Kinder der Trollocs (die Orks aus dem Rad der Zeit Universum) und Menschenfrauen (brrrr) und die Dementoren haben den Todeskuss im Gepäck, während die Nazgul einst die großen Menschenkönige waren. Ihre Biographie, ihre Eigenschaften sind völlig unterschiedlich. Und ich denke, darauf kommt es letztendlich an. Wenn man sich auf diese Art und Weise inspirieren lässt, dass man am Ende trotz allem etwas eigenes schafft.

Aber stelle ich mich dahin und schreibe teilweise direkt ab, teilweise indirekt, dann muss ich mich fragen, habe ich es verdient mich überhaupt in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen und zu sagen, schaut her Leute, ich habe etwas großartiges geschafft? Denn ich stelle mir dann die Frage: Was habe ich geschafft? Was habe ich getan um überhaupt die Aufmerksamkeit zu verdienen? So gut kopiert, dass der Text einen Sinn ergibt? Oh wow, Tschuldigung, aber mehr kann ich dazu nun wirklich nicht sagen. Wenn ich mich in den Mittelpunkt stelle, dann mit etwas, was ich selber geschaffen habe. Das ist zumindest meine Devise. Alles andere ist für mich … peinlich … (und ja, ich mag das Wort nicht, aber in diesem Fall passt es im Grunde genommen).

Mein Problem ist es, dass ich erst gar nicht auf die Idee käme so etwas zu machen, ich gestehe (und bin darüber auch sehr stolz auf mich 😉 ). Okay, dass war nicht von Anfang an. Ich habe vor einigen Jahren an einer Internetseite gebastelt, die war der Inbegriff einer Urheberrechtsverletzung. Und ich hatte natürlich auch Ausreden, warum ich das gestohlen habe, was ich eben gestohlen habe. Aber zum einen, wurde die Internetseite von einigen Viren und Würmer gefressen (gnagnagna) und zum anderen, ich habe dazu gelernt. Und darauf bin ich sehr stolz auf mich.

Manchmal bekomme ich sogar ein richtig schlechtes Gewissen, wenn ich über gewisse Dinge nachdenke, über die ich schreiben könnte und feststelle, Müll, setze ich das um, habe ich diese oder jene Idee im Grunde genommen dafür benutzt. Wo ist da meine Eigenleistung? Das betrifft sogar einzelne Szenen 😦

Es mag sein, dass angeblich AutorInnen schon immer und überall geklaut haben sollen (was ich so nicht glaube, könnte es mir aber vorstellen). Ist es trotzdem legitim das nachzumachen? Mir ist es wichtig, dass meine Texte nach mir klingen und meine Ideen haben. Nicht mehr und nicht weniger.

Wenn ich von Leuten lese, die aus den verschiedensten Bereichen, verschiedensten Genres, verschiedensten Stilrichtungen sich alles zusammenklauen und dann der festen Überzeugung sein, hei, dass ist am Ende mein Stil. *kopfschüttel*

Das Schlimme an sich mag nicht einmal der geistige Diebstahl sein (was an sich schon schlimm genug ist), sondern die Verharmlosung und das Behandeln als ein Kavaliersdelikt. Es wird dann wirklich Ausreden gesucht, Leute werden in Schutz genommen und andere, die den Diebstahl am eigenen Werk thematisieren sogar angegriffen.

Das Letzte kann man wie folgt beschreiben: Ich werde bestohlen (mein Geldbeutel, mein Handy, mein Buch, was auch immer) und ich zeige das an. Und dann werde ich von dem Dieb / der Diebin auch noch angemacht, warum ich mich beschwere, dass ich bestohlen werde.

Das kann doch sie nicht wahr sein, oder?

In dem Sinne, wer ernsthaft schreiben und vor allem das Gesicht vor der schreibenden Gemeinde behalten möchte, sollte sich ernsthaft überlegen, eben keine Plagiate aller Art zu schreiben und eben individuell zu sein. Es mag dann kein Bestseller sein, aber auf Dauer hat man mehr Erfolg, wenn man sich bemüht und etwas eigenes dabei herausbringt. Damit ist man nebenbei auch noch ein gutes Vorbild für alle anderen 🙂

P.S. Diesen Beitrag habe ich am 13. Februar 2010 begonnen und heute beendet 🙂

Ich hasse das …

Gestern Abend (gut heute Nacht um zwei Uhr trifft es eher zu), als ich ins Bett gehen wollte, habe ich noch ein wenig in einem Buch gelesen „Bullies, Bastards & Bitsches“ von Jessica Page Morrell. An sich nichts besonderes würde man meinen.

Von wegen!

Ich lese so einige Absätze und denke mir dann so bei mir, du könntest noch eine Figur einbauen. Na toll! Applaus! Denn das bedeutet nicht, dass ich die da einbaue, wo ich zur Zeit bin (bei der Seite 140 ungefähr). Nein, ich meine natürlich, dass es eine wichtige Hauptfigur sein wird. Also werde ich die ersten circa 140 Seiten erweitern müssen.

Da kommt doch Freude auf (das nennt man übrigens Jammer auf hohen Niveau ^^).

Ich habe aber für mich beschlossen, trotzdem am Roman erst einmal weiterzuarbeiten, so wie bisher und dann meine Figur nebenbei auftreten zu lassen, als würde sie in den vorherigen 140 Seiten schon dabei sein (an den entsprechenden Stellen, ich weiß auch schon wie ich sie einbaue). Und wenn ich dann meinen Roman überarbeite, dass wird ja passieren, wenn ich ihn endlich fertig geschrieben habe, werde ich ihn dann entsprechend einführen.

Denn irgendwann möchte ich ja die Geschichte auch mal fertig haben.  Deswegen schreibe ich erst einmal weiter. Und wenn sie entsprechend fertig ist, nun ja, dann sehen wir weiter 🙂

Wenn ich Kurzgeschichten schreibe …

Gerade habe ich eine Kurzgeschichte für eine Ausschreibung zu Ende geschrieben. Und ich muss gestehen, es ist die wohl ironischste meiner bisherigen und doch sehr kurzen Laufbahn als Kurzgeschichtenautorin 🙂

An dieser Stelle wollte ich nur kurz erzählen, wie ich selber Geschichten für Ausschreibungen schreibe (ob sich diese von anderen Kurzgeschichten dann unterscheiden, die ich noch schreiben werde, weiß ich nicht, da werde ich mich überraschen lassen).

Im Grunde genommen schreibe ich nur bei Ausschreibungen (oder auch Wettbewerbe) mit, bei denen mit spontan oder überhaupt eine Idee einfällt. Denn es gibt Ausschreibungen, da sitze ich da und denke mir, die ist doch so supergeil, da möchte ich mitmachen. Aber mir fällt partout keine Idee ein, über die ich was tippen könnte. (Was natürlich nicht bedeutet, dass jede Idee die ich zu einer Geschichte habe automatisch gut sein muss.)

Und dann tippe ich meistens sofort los. Da plotte ich nicht oder mache mir schriftliche Gedanken darum, wie meine Charaktere sind. Das kommt erst im nachhinein. Vor allem, die sind schon da, ich meine die Charaktere. Ich weiß im groben, wer sie sind und wie sie sich benehmen.  Außerdem hat man bei Kurzgeschichten doch einen gewaltigen Vorteil. Man muss keine psychologische Darstellung der Charaktere vornehmen, da sich die Geschichte selber auf eine sehr geringe Seitenzahl abspielt. Das geht meistens von zwei bis zehn Seiten. Da bleibt nicht viel Platz für den Charakter und die Geschichte zusammen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass man schlampen darf, ich denke, das sollte selbstverständlich sein.

Meistens schreibe ich weniger als gefordert. Entweder eine Seite (wenn eine Seitenanzahl gefordert wird) oder 1000 Zeichen (bei Zeichenforderung). Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei der Überarbeitung leicht passieren kann, das man die erforderlichen und fehlenden Seiten oder Zeichen ohne weiteres einholt. Die Geschichte, welche ich für die Hexenliebe Ausschreibung geschrieben habe, hatte am Anfang gerade mal 7000 Zeichen, erlaubt waren 8000 Zeichen. Durch die Überarbeitung kamen noch einmal knapp 600 Zeichen dazu. Noch drunter und doch einiges mehr geschrieben 🙂

Bevor ich eine Kurzgeschichte überarbeite, lasse ich die mindestens ein Tag, wenn nicht sogar eine Woche lang liegen und ignoriere sie geflissentlich. Somit verhindere ich, aufgrund gewisser Betriebsblindheit essentielle Sachen einfach nicht zu sehen (wobei ich bei meiner aktuellen Geschichte schon weiß, was nicht funktioniert, unter anderem mal wieder das Ende, dabei dachte ich immer, ich hab mit dem Anfang ein Problem). Wenn eine gewisse Zeit dann vergangen ist, lese ich sie mir noch einmal durch und ergänze, sowie lösche ich einige Dinge. Danach ist sie hoffentlich besser als vorher. Häufig lasse ich sie dann noch einmal ruhen, bis ich sie mir noch einmal durchlesen. Und erst dann gebe ich sie anderen zum lesen.

Wenn ich das Gefühl habe, dass die Geschichte den bestmöglichsten Zustand erreicht hat, lasse ich sie los und sende sie ein. Natürlich hoffe ich, dass auch andere sehen, dass sie gut genug ist für eine Veröffentlichung (was natürlich nie garantiert ist, gerade je beliebter eine Ausschreibung oder bekannter ein Verlag ist, kann die Konkurrenz ungemein größer werden). Aber irgendwann sollte man die Geschichte eben loslassen und riskieren, dass sie eben auch kritisiert, sprich auch abgelehnt wird.  Wobei ich noch lernen sollte, meinen Geschichten anderen AutorInnen zu zeigen, damit diese sie kritisieren können. Das ist noch eine Sache, da traue ich mich (nicht mehr).

Und dann heißt es eben abwarten und Tee trinken. Denn die Entscheidung ob eine Geschichte für eine Ausschreibung genommen wird oder nicht, kann mehrere Wochen oder sogar Monate dauern (immer eine Frage der Einsendungen). Und dann wird die Geschichte ja auch nicht sofort veröffentlicht (der Druck alleine dauert eine gewisse Zeit).

Nun gut, morgen geht es an die Überarbeitung und dann sehen wir weiter 🙂

Überlebt der Charakter auch außerhalb der Geschichte?

Durch den Beitrag Welche Hobbies haben deine Charaktere habe ich mich gefragt (und das kommt in der dazugehörigen Diskussion im Forum auch auf), ob meine Figuren auch ohne den dazugehörigen Roman überleben würden. Viele Charaktere haben solch ein Profil, dass sie glatt tot umfallen würden, wenn man die Geschichte rund um sie streichen würden (und ich stelle mir das gerade bildlich vor 😉 ).

Daher sehe ich es persönlich als sehr wichtig an, eine Figur zu schaffen, die ich zumindest theoretisch überall einbauen könnte (also so vielschichtig ist, dass sie überall ein Nährboden findet).

Und eines der banalen Dinge um dies zu schaffen ist, gib ihnen ein Hobbie 🙂

Als ich den Bericht (der oben verlinkte Beitrag) gelesen habe, habe ich mich ernsthaft gefragt, was hat meine männliche Hauptfigur für ein Hobbie? Ich kann bei ihm noch etwas finden. Aber bei meiner weiblichen Hauptfigur wird das schon schwieriger.

Natürlich kann auch das interessant werden. Ein Mensch, der nicht in der Lage ist, für sich ein Hobbie zu finden. Was ist das für eine Person? Wie kam das und wohin bringt sie/ihn das? Denn häufig kann es interessant sein, etwas nicht zu haben, was die meisten Menschen als normal sein (die meisten, nicht alle, denn ich behaupte mal, es gibt wirklich einige wenige Menschen, die keine Hobbies haben).

Aber auch die Frage, welche Musik eine Figur mag oder welche Bücher sie liest, macht ihren Charakter aus. Dabei ist es egal, in welcher Epoche oder Welt oder was auch immer die Figur spielt. Man kann sich ja dann überlegen, wenn die Welt in meiner Zeit, in meiner Welt lebt, was würde sie mögen. Das ist eine der vielen Möglichkeiten sie besser kennen zu lernen. So kann man sagen, hei, meine Figur würde am liebsten Enya hören, oder SlipKnot oder was auch immer und Pippi Langstrumpf oder Den Herrn der Ringe lesen. Das unterscheidet sie von Figuren, die sich weigern auch nur ein Buch in die Hand zu nehmen (und ja, auch solche Menschen gibt es zu genüge).

Oder auch die Frage, was eine Person macht, wenn sie ganz alleine ist und nicht beobachtet wird und sich auch nicht beobachtet fühlt, kann interessante Antworten über ihren Charakter liefern. Während die eine Figur sich langweilt, wird die andere sich beschäftigen und über die dritte werde ich hier nichts schreiben *g*.

Ich denke, je mehr Tiefe eine Figur hat, desto interessanter wird sie und desto eher mag man ihr auch folgen. Dabei reicht es nicht nur aus, irgendwelche Fragebogen auszufüllen um zu wissen, was sie gerne isst und was für ein Auto sie fährt. Man muss sich am Ende selber mit ihr beschäftigen um ihr Leben zu erfahren. Wenn man weiß, was die Figur macht, wenn ein Autounfall geschehen ist, dann weiß man mehr über sie, als wenn man schreibt, sie ist gerne Spaghetti.

Deswegen schreibe ich Spontankurzgeschichten über meine Figuren.

Das bedeutet, dass ich mich einfach hinsetze und losschreibe. Ich plane die Geschichten über die Figuren meines Romans nicht, sondern überlege, wie könnte er oder sie in dieser oder jenen Situation gehandelt haben. Quasi, ich versuche anhand der Kurzgeschichten die Biographie der Personen nachzuforschen. Bisher habe ich nur den Anfang einer Kurzgeschichte für eine Person. Aber diese Figur reagiert genauso im Moment, wie ich ihn kenne 🙂

In dem Sinne, kann auch dein Charakter ohne die dazugehörige Geschichte überleben?

Die Geschichte will erzählt werden ~ So und nicht anders

Ich habe mir mal zwei neue Notizbücher geleistet, und zwar von der Firma Moleskine (für diese Werbung gibt es übrigens nichts für mich ^^). Denn mit meinem aktuellen Notizbuch komme ich inzwischen überhaupt nicht mehr klar, weil alles einfach völlig durcheinander ist, also habe ich mir gesagt, es wird Zeit für etwas neues.

Und zwei, weil ich mir überlegt habe, ein Buch für die Geschichte und das zweite für die Charaktere. Denn es soll eine eine Reihe auf Dauer werden und ich denke mal, dass es besser ist, wenn ich die Charaktere von vornherein in einem Extraband habe. So muss ich nicht dauernd alles abschreiben oder sonstiges machen.

Auf alle Fälle habe ich mir noch einmal Gedanken um meinen Protagonist (diese Figur wird von einem Mann gespielt ^^) und seine Konflikte. Immerhin braucht die Geschichte einen ordentlichen Konflikt um überhaupt erzählt werden zu können. Dabei habe ich mich in meinen Tarotkarten ein wenig verloren und am Ende hatte ich mehr eine Analyse seines Charakters gehabt als eine sinnige Konfliktidee für den Roman. Also diesen Part neu gemacht. Und siehe da: Ich habe mich jetzt nicht so sehr auf die eine Seite konzentriert, wo ich ja schon die ersten Notizen hatte. Sondern ich habe mich nur auf die Sachen ausgerichtet, die ich jetzt gerade schreibe. Und vieles hat sich schlichtweg überschnitten. Es kamen die Karten, die eine ähnliche Bedeutung hatten, wie auf der anderen Seite. (Ich hatte auf einer linken Seite angefangen und dann auf der rechten Seite weitergemacht).

Ich glaube so langsam, dass die Geschichte nicht nur erzählt werden will, sondern genauso wie ich sie immer wieder entdecke. Zumal ich zu den Menschen gehöre, oder auch SchriftstellerInnen, die davon überzeugt ist, dass es Geschichten gibt, die erzählt werden wollen. Da kann man nichts machen, es muss genauso sein, wie es eben ist. Da gibt es zwar Platz für eigene Freiheiten, aber eben im Rahmen des Erzählenwollens.

Ich werde die nächste Woche dazu nutzen um noch einmal das komplette Grundgerüst nach Corrine Kenner und nach meinem neusten Buch Fiktionales Schreiben von Ron Kellermann, richten, aber auch alle anderen Bücher, die ich hier so habe einbeziehen (aus diesem Buch habe ich auch die ersten Fragen für die Konfliktsache entnommen).

Wenn das getan ist, ich nehme mir die kommende Woche dafür Zeit, denke ich, dass ich die darauf folgende Woche dann für Kapitel 3 nutzen kann. Den Anfang habe ich schon geschrieben und mir gefällt er sehr gut. Vielleicht werde ich trotzdem die eine oder andere Änderung vornehmen. Darüber kann man nie sicher sein. Aber ich denke, dass ich es in groben Zügen lassen werde und dann nur noch Details wie Rechercheinformationen wie Feinheiten in der Beschreibung ergänzen werde.

Alles in allem, ich freue mich schon darauf, zu lauschen wie sich die Geschichte entwickeln möchte 🙂

Ausschreibungen

Ich gestehe, ich habe ein wenig Blut geleckt. Und zwar habe ich nun noch zwei Ausschreibungen gefunden, die mich persönlich sehr interessieren. Das tolle ist, dass der Einsendeschluss noch ein wenig weiter in der Zukunft liegt (einmal Juni und einmal September ist der Abgabeschluss), dass ich mir in aller Ruhe Zeit lassen kann.

Die eine Ausschreibung möchte Geschichten rund um den Weltenbaum und die andere stammt von der Sory Olympiade und möchte Geschichten rund um Rache. Natürlich ist nicht gesagt, dass man genügend Ideen hat um eine halbwegs vernünftige Geschichte zu schreiben. Aber andererseits, ich habe eben Blut geleckt und möchte es zumindest versuchen. Denn was kann schlimmeres passieren? Sie lehnen meine Geschichte ab und ich kann diese vielleicht überarbeiten und woanders einsenden. Oder ich veröffentliche sie hier im Blog.

Außerdem kann man auch so üben eine Geschichte zu planen und zu schreiben. Gut, bei Kurzgeschichten deren Länge sich um die fünf Seiten drehen, ist nicht unbedingt sooo viel zu planen wie bei einem Roman der fünfhundert Seiten lang sein kann (am Anfang doch eher kürzer). Aber immerhin muss man sich Gedanken machen was man schreiben will und in welcher Reihenfolge. Weiterhin sollte man darauf achten, zu welchem Thema man eine Geschichte schreibt und ob es überhaupt passt. Ich meine „Rache“ hat klarere Vorstellungen. Und wenn man da abweicht kann es eben passieren, dass man nicht zur geplanten Anthologie passt, fertig aus.

Was mir bei Ausschreibungen besonders wichtig ist/wäre (nun gut, ich habe noch keine Ausschreibung gewonnen will aber nun daran arbeiten) ein Belegexemplar. Das ist ein Buch welche man zur Verfügung gestellt bekommt (also als Beweis, ja ich habe wirklich etwas veröffentlicht) oder man günstiger erwerben kann (nicht alle Verlage können sich Belegexemplare leisten, aber man kann sie meistens zum Einkaufspreis dann kaufen und mit Gewinn verkaufen).

Nun, ich werde auf alle Fälle erst einmal meine Geschichte für den Hierreth Verlag zu Ende bearbeiten. Wobei ich noch ein Titel dafür brauche. Eine liebe Kollegin und gute Freundin wird mir morgen ihre Kritiken geben (ich arbeite erst morgen wieder und sehe sie daher erst dann) und sie meinte, dass ich aus versehen in den Zeiten hin und her gesprungen bin. Ach wirklich? Ich muss gestehen, ich habe die Geschichte doch schon dreimal überarbeitet, aber beim besten Willen, das ist mir nicht aufgefallen. Dafür bin ich meinen Beta-LeserInnen dankbar, dass ihnen so etwas auffällt und mir bescheid geben, bevor ich die Geschichte abschicke und die deswegen abgelehnt wird.

Wer also selber an der einen oder anderen Ausschreibung teilnehmen möchte (davon gibt es im Netz sehr viele und ich denke mal, ich werde sie hier mit veröffentlichen), sollte immer mehrere Personen bitten die Geschichten durchzulesen und kritisieren (wobei da auch ein Beitrag fällig wäre, denn viele können einfach nicht richtig kritisieren).

Der Anfang und der Titel

Es gibt Sachen, die AutorInnen schwer fallen. Es kann sein, dass die eine keine schönen Dialoge schreiben kann und der andere dafür keine erzählende Beschreibungen.

Früher hatte ich eine ganz besondere Schwäche, ich konnte keinen Anfang schreiben. Und damit meine ich die ersten Sätze eines Romans oder eines Kapitels. Ich habe die ganze Zeit gedacht, es muss grandios, dramatisch, total genial sein. Nun gut, es ist nicht schlecht, wenn der Anfang wirklich diese Eigenschaften in sich trägt, denn immerhin wollen die ersten Zeilen dich als LeserIn fesseln und dafür sorgen, dass du weiter liest.

Ich habe in einem Buch von Sol Stein mal gelesen, dass diverse Verlage in Amerika eine Umfrage gestartet haben. Und zwar von Personen, die in der Mittagspause sich ein Buch gekauft haben (so etwas geht?). Und zwar wollten die Verlage wissen, wonach gehen die Käuferinnen und Käufer eines Buches. Und die Antwort war ganz klar. Da man in einer Mittagspause nicht mehr die Zeit hat, gehen sie nach dem Klappentext und den ersten drei bis vier Seiten (wenn überhaupt, manche lesen sich auch nur die ersten Zeilen durch und entweder es gefällt ihnen oder das Buch hat Pech gehabt).

Daher wird in den Schreibbüchern (also in den Besseren) immer empfohlen, auf den ersten paar Seiten die Spannung schon aufzubauen. Es gibt auch welche die sagen, auf den ersten Seiten muss das wichtige passieren und danach kann alles andere kommen. Natürlich ist das auch eine individuelle Sache, die man vor sich hat Aber man sollte schon wissen, was gerne gelesen wird. Damit man nicht überrascht ist, sollte man deswegen vielleicht bei einem Verlag eine Absage bekommen. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass es nie wieder einen modernen „Herr der Ringe“ oder „Die Nebel von Avalon“ geben wird. Ich befürchte, da haben diese Personen leider recht 😦

Bei mir ist es nur so, dass ich immer das Gefühl hatte, ich müsse wirklich ganz am Anfang anfangen. Dabei ist das nicht notwendig. Aber das muss man auch erst einmal lernen. In dem Buch What if wurde der Lerntipp bzw. Schreibtipp gegeben, nicht direkt bei der Entstehung der Welt anfangen, sondern mitten in der Szene. Das muss man aber auch erst einmal begreifen.

Was ich persönlich noch schwieriger finde, ist der Titel. Zum Beispiel bei der Geschichte die ich gerade schreibe habe ich keine Ahnung, wie ich die nennen könnte. Bei meinem Roman weiß ich seit Jahren, wie ich es nennen werde. Da hatte ich, sage ich jetzt mal so, Glück gehabt. Aber bei Kurzgeschichten habe ich da manchmal gewisse Probleme ihnen einen vernünftigen Titel zu schenken. Denn der Titel kann gefährlich sein. Nimmst du irgendeinen, heißt es, der Titel hat nichts mit dem Inhalt zu tun. Nimmst du aber einen beschreibenden Titel, nimmst du den Inhalt vorneweg. Und wenn du einen oberflächlichen nimmst, liest vielleicht niemand deine Geschichte.

Elizabeth George (die Autorin der Inspector Lynley Romane) sagte einmal in ihrem Buch Wor für Wort das sie gerne einen Laden für Romanideen hätte.Ich bräuchte kein Laden für Romanideen, denn davon habe ich inzwischen genug. Ich bräuchte eher ein Laden für Titel von Kurzgeschichten und Romanen, das würde mir mehr nützen. Aber gut, vielleicht fällt mir noch etwas ein, bevor ich die Geschichte nach der Hauptfigur nenne (das habe ich von einem anderen Schreibratgeber, wo es hieß, dir fällt nichts ein, benenne es nach der Hauptfigur) und abschicke.

Die erste Kritik zu meiner Coming Out Geschichte

Also gerade hat sich Tahira meine Geschichte durchgelesen, die ich für die Coming Out Anthologie schreibe, durchgelesen. Einmal hatte ich mein Hauptcharakter falsch benannt (ist nichts, wenn man ihr einen Namen gibt, aber dauernd an einen anderen denkt) und eine Szene ist noch nicht gut ausgebaut.

Aber sonst gefällt ihr die Geschichte 🙂

Ich gebe zu, dass baut mich auf und daher bin ich mal eine Runde fröhlich.

Wer noch seine kritische Meinung abgeben möchte, kann mich gerne für das PW anschreiben. Ich gebe es aber nur Leuten, die ich kenne. Denn es handelt sich hierbei um ein Wettbewerb und natürlich möchte ich gewinnen, in dem ich ausgewählt werde. Daher werde ich andere natürlich nur soweit helfen, dass ich deren Geschichte zum lesen gebe. Mehr nicht *fiesgrins*

Außerdem besteht die Gefahr, dass es dann als veröffentlicht gilt und bei den meisten Anthologien ist eben die Grundbedingung, dass es nicht sein darf. In dem Sinne…

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