Raubkopieren verhindern – Geht das überhaupt?

Wer in der kreativem Zweig des Lebens arbeitet kennt das – die eigenen Werke werden über kurz oder lang gestohlen und irgendwo kostenfrei online gestellt, damit andere es sich, nun sagen wir es mal so, heruntergeladen und kopiert wird. Und am Ende verbreitet sich das eigene Werk im Internet und man kennt den Namen und das dazugehörige Werk, aber einen finanziellen Nutzen davon haben die wenigsten, bis auf die, die sich gute AnwältInnen leisten können.

Und entgegen weitläufiger Meinung sind nicht nur die musikalischen oder filmischen KünstlerInnen davon betroffen. Bücher werden als e-books verbreitet und Hörbücher sind auch ganz groß im kommen. Und von Bildern will ich erst gar nicht reden. Die verbreiten sich wie die Lepra im Internet ;o)

Gibt es denn überhaupt eine Möglichkeit das illegale kopieren und das veröffentlichen im Internet zu verhindern? Vermutlich in der Tat über einen guten Anwalt oder eine gute Anwältin. Aber nicht alle AutorInnen oder Verlage können sich solch rechtskräftige Hilfe leisten.

Daher kann man in erster Linie nur an die Vernunft der Personen appelieren (manche haben den sogar, auch wenn sie den Blödsinn machen). Gerade kleine Verlage oder AutorInnen schwimmen alles andere als in Geld (vermutlich eher in Wasser das sie genauso bezahlen wie Nicht-KünstlerInnen und manchmal überlegen auch sie, wie sie die nächste Wasserrechnung bezahlen können, weil Ebbe im Geldbeutel herrscht).

Die Verlage übernehmen das finanzielle Risiko bei der Veröffentlichung der Bücher und versuchen natürlich alles, um das Geld, was sie für ein Werk zur Verfügung gestellt haben (Lektorat, Werbung, Cover, etc.) erst einmal hereinzubekommen um dann damit noch den einen oder anderen Euro zu verdienen. Immerhin möchte am Ende die Autorin oder der Autor auch noch den einen oder anderen Euro verdienen. Wenn die Werke aber kostenfrei im Internet verteilt werden, verdient niemand daran.

Warum das so schlimm ist?

Viele der AutorInnen sitzen nicht mal drei Wochen an ein Werk und tippen einen Roman oder die Kurzgeschichte einfach mal so herunter. Zuerst braucht man eine halbwegs vernünftige Idee. Diese muss ausgebaut werden. Dann braucht man lebendige Charaktere, einen Plot, Konflikte, die Geschichte will geschrieben werden und am Ende kommt das Selbstlektorat und freundschaftliche Fremdlektorat. Bei einigen kann das ohne weiteres ein Jahr dauern. Denn neben dem Schreiben haben viele noch eine Vollzeitstelle (gerade wenn es sich hierbei um ihr Erstlingswerk handelt) und auch eine Familie und andere Verpflichtungen.

Menschen wie Stephen King, der angeblich einen Roman in drei Monaten schreiben soll, oder andere AutorInnen, die es innerhalb einer solch kurzen Zeit schaffen, leben von ihrer Arbeit und dementsprechend können sie sich morgens an ihrem Computer hinsetzen und am Abend erst aufstehen. Das ist eine völlig andere Welt. Was aber natürlich nicht bedeutet, dass man auch sie bestehlen kann oder sollte.

Wenn dann das Buch bei einer Agentur oder Verlag untergekommen ist, geht die Arbeit erst weiter. Es kommt ein professionelles Lektorat (was Kosten verursacht). Es muss in den Satz, ins Layout, es muss gedruckt, beworben und ausgeliefert werden (welche Aufgaben ein Verlag hat, kann ein Verlag viel besser erklären, ich gestehe, ich habe da überhaupt keine Ahnung). Es ist ein unglaublicher Rattenschwanz, der bei einer Veröffentlichung mit sich gezogen wird. Und das alles kostet Geld.

Damit sich das veröffentlichen lohnt und ein Kleinverlag nicht gleich wieder untergeht, brauchen sie Käuferinnen und Käufer, die ihre Bücher kaufen, direkt beim Verlag, über Buchläden oder wo auch sonst (idealerweise natürlich neu und direkt und nicht gebraucht über entsprechende Internetseiten, aber das ist ein anderes Lied ^^).

Kann man nun verhindern, dass überhaupt Raubkopien im Internet herumgeistern? Natürlich nicht! Es wird immer Personen geben, die geistiges Eigentum von Fremden als ein Allgemeingut ansehen und es munter verteilen. Seien wir ehrlich, solche Leute gab es in der Vergangenheit, gibt es in der Gegenwart und wird es in der Zukunft geben. Punkt.

Aber ich kann mir vorstellen, dass man es zumindest eindämmen kann.

Hier einige Vorschläge, wie man einerseits Werbung für das eigene Produkt macht und zugleich bei vielen das Bedürfnis für illegale Downloads eindämmen könnte. Ich rede bewusst von einer Kann-Situation, denn meine Tips können auch für die Katz sein. Ich sehe in erster Linie mich als mögliche Konsumentin und weiß, mit welchen Mitteln man mich zufrieden stellen kann.

Werbung

Ich rede jetzt hier nicht unbedingt von Flyern, Plakaten oder Werbebannern auf diversen Internetseiten, die man bezahlen muss. Ich rede ganz klar von gut plazierter und häufig auch mit geringen Kosten verbundener Werbung.

Wie wäre es denn mit einem Werbefilm auf YouTube? Natürlich kostet das erstellen des Videos einiges. Gerade dann wenn man es professionell machen lässt? Muss man das aber? Es reicht häufig ein liebevoll gestaltetes Video mit Cover, vielleicht einer kleinen Leseprobe oder einer Zusammenfassung der Geschichte bzw. des Buches. Und das kann man dann zum Beispiel in Bücherblogs verlinken, wenn man einen Beitrag dazu schreibt. Ich würde es gerne machen.

Genauere Beschreibungen

Letztens habe ich ein Klappentext zu einem Roman gelesen (und das auf der Internetseite des Autors) und dachte mir nur …. laaaaangweilig. Warum bitte schön sollte ich den Roman lesen? Der Klappentext war nichtsagend und die Internetseite gab nichts her. Wäre nicht auf einer Drittseite mehr Informationen zur Verfügung gestellt worden, ich hätte mich nicht weiter damit beschäftigt. In dem Sinne, stellt mehr Informationen zur Verfügung. Schreibt worum es geht. Klappentexte sollen heiß auf die Geschichte machen. Wenn sie dazu nicht in der Lage sind (und das war in diesem Fall so), dann muss man schon ein wenig tiefer gehen.

Probekapitel/Hörproben/etc.

Ich habe vor ein oder zwei Jahren den ersten Kapitel zu einer neuen Reihe aus Amerika gelesen. Die Titel hörten sich klasse an, der Probekapitel hingegen nicht. Also habe ich Geld gesparrt. Sehr häufig aber haben mich die Probekapitel, die ich bei einigen Onlineshops einsehen kann, aber zum Kauf eines Buches animiert. Daher sollten sich die Verlage ruhig überlegen, ob sie nicht den ersten Kapitel als Probekapitel online zum lesen stellen. Oder die ersten Minuten ihres Hörbuches und so weiter. Gerade Hörbücher können da gefährlich sein, weil man es hier mit einer fremden Stimme zu tun hat, mit der man sich einige Stunden auseinandersetzen muss, eben solange das Hörbuch dauert. Und wenn die fürchterlich ist, möchte man nichts mehr mit dem Hörbuch zu tun haben. Ihr habt die Rechte an dem Werk, nutzt diese Rechte.

Werbung in eigener Sache

Viele haben keine Ahnung was hinter der Bühne abgeht. Warum kostet ein Buch mit 300 Seiten bei einem großen Verlag nur ca. 10 Euro, während ein kleiner Verlag ca. 20 Euro verlangt? Dafür hat doch niemand objektiv Verständnis? Weil die Leute keine Ahnung haben, was hinter der Bühne vor sich geht.

Daher mein Vorschlag, wie wäre es, wenn sich gerade die kleinen Verlage zusammensetzen und eine reine Informationsseite aufbauen, wo eben solche Fragen geklärt werden. Warum verlangt ihr für ein e-book die gleichen Preise wie für ein Printbuch bzw. warum nicht? Welche Kosten fallen an? Wie lange brauchte die Autorin oder der Autor um Werk X zu schreiben und so weiter und so fort.

Auch die AutorInnen sollten vielmehr Informationswerbung betreiben. Blogs können kostenfrei im Internet registriert werden. Dann nutzt es und bindet die LeserInnen an euch. Ich denke, in dieser Hinsicht hapert es in erster Linie an der Kommunikation. Und gerade das Internet ist doch regelrecht dafür prädestiniert, dass zu nutzen, über die ebenen der Kommunikation.

Und wer sich ein Werk illegal herunterlädt (ist an sich ja nicht schlimm, wenn ihr weiterlest, wisst ihr wieso ^^) und euch das Werk gefällt, dann seid doch so fair und kauft euch das Original. Das beruhigt das Gewissen und ihr tut den AutorInnen noch etwas gutes. In dem Sinne, gehen wir wieder ein wenig fairer miteinander um :o)

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Christliche Werte und Richard Dawkins

Durch diesen hervorragenden Beitrag von der lieben Krähe erinenrte ich mich an das Buch von Richard Dawkins „Der Gotteswahn“. Nun gut, in meinem Fall an das Hörbuch.

Kurz geschrieben, in Krähes Beitrag geht es um Zensursula, Internetsperren, aber auch christliche Werte. In einem Zitat ging es darum, dass behinderte Kinder im Kindergarten (als Beispiel) dank der christlichen Werte eben nicht ausgegrenzt werden, sondern gefördert.

„Es sind die Werte, auf denen eigentlich unsere gesamte Kultur basiert, die christlichen Werte. Man kann sie auch in ganz moderne Formen fassen: Das sind Dinge wie Aufrichtigkeit, Vertrauen, Verlässlichkeit, Rücksicht, Respekt, der Wert, dass jeder Mensch einzigartig ist. Also zum Beispiel im Kindergarten, dass das kleine behinderte Kind, das nicht so gut malen oder basteln kann, einzigartig ist in seinen Fähigkeiten, das sind Dinge, die werden schon ganz früh im Kindesalter gelegt und da wollen wir heute mit den beiden großen Kirchen einen Auftakt starten.“ Quelle: Rückbesinnung auf christliche Werte? vom 20.04.2006

Also im Klartext, die tollen Christen behüten das kleine christliche Kind und alle anderen Religionen würden es mobben? Habe ich das jetzt richtig verstanden? Ich hoffe mal, dass war jetzt nur ein Missverständnis meinerseits. Kann ja sein, dass ich mal wieder alles auf den Kopf stelle.

Jedoch vergessen Menschen wie Frau von der Leyen und andere VertreterInnen der organisierten Religionen eine kleine Kelinigkeit (oder wollen es mit Absicht vergessen): nicht die christliche Lehre macht uns zum Menschen, sondern der Mensch macht uns zum Menschen.

Richard Dawkins hat in seinem Buch einige Test aufgezählt, die einen Namen haben, ich aber leider vergesse habe. Das Problem ist eben, ich kann mir Namen schwer merken. Wenn ich herausgefunden habe, wie das heißt, werde ich das sofort nachtragen.

Das ganze sieht so aus, dass Menschen (also so etwas wie du und ich ^^) eine Frage gestellt werden, die einfach haarsträubend sind. Anders kann ich es jetzt nicht beschreiben. Und dabei kann man feststellen, nach welchen humanistischen Gedanken die Menschen entscheiden. Ich denke mal, da ich den Namen dieses Projektes nicht weiß, ist ein Beispiel, den ich hier frei zitiere, in Ordnung.

Jetzt nehmen wir mal an, Lucy (die Person im eigentlichen Test war zwar eine Frau, glaube aber das sie einen anderen Namen hat), sitzt in der Zentrale der Bahn und hat die Macht die Gleise umzustellen. Jetzt kommt folgendes: Ein Zug rast auf den Gleisen (wohin und woher ist dabei völlig egal) und vor ihm steht eine Gruppe von fünf Personen. Hierbei ist es übrigens egal (das wurde im Hörbuch deutlich betont), wer diese Menschen sind. Also ob es Richard Dawkins oder Angela Merkel sind oder deine besten FreundInnen oder einfach nur völlig fremde Menschen spielt hierbei überhaupt keine Rolle. Es sind fünf Personen. Der Zug hat keine Möglichkeit zu bremsen, dafür Lucy diesen auf ein anderes Gleis fahren zu lassen. Problem, da ist eine weitere Person (warum sich die Personen überhaupt auf den Gleisen befinden und warum sie nicht runter gehen ist übrigens auch irrelevant). Das bedeutet, wenn Lucy den Zug weiterfahren lässt, würde sie fünf Menschen töten und einen Menschen retten. Leitet sie den Zug um, dann würde sie einen Menschen töten und fünf Menschen retten.

Die meisten Menschen, laut Dawkins, entscheiden sich, den einen Menschen zu töten, also den Zug umzuleiten und damit den fünf Menschen das Leben zu retten.

Nächste Frage: Es handelt sich dabei um die gleiche Situation, Lucy hat die Gefahr erkannt und leitet also den Zug um. Nun kommt eine neue Handlung dazu. Ein dicker Mensch sitzt auf eine Brücke und schaut sich den Himmel an (was für ein Himmel und ob der dicke Mensch weiblich oder männlich ist, überlasse ich euch). Jemand steht hinter ihm (also in diesem Fall du oder auch ich) und erkennt die Gefahr. Aus irgendwelchen irren physikalischen Gründen würde der dicke Mensch den Zug aufhalten können. Wenn er heruntergestoßen und sich eben vom Zug überrollen lassen würde. Die Frage lautet also, würdest du den Menschen herunterstoßen um somit zu den fünf geretteten Menschen, dank Lucy, nun auch noch einen sechsten hinzufügen, indem du den dicken Menschen hinunterstößt?

Die meisten Menschen würden übrigens hier mit Nein antworten. Warum? Der dicke Mensch kann nichts für die Gesamtsituation und ist ein reines Opfer. Sprich, da er nichts damit zu tun hat, ist es nicht rechtens ihn hinunterzuschubsen um damit sechs Menschen zu retten.

Diese Fragen bzw. Gedankentests wurden zuerst in der westlichen Welt gestellt und entsprechend ausgewertet. Es ergab, laut Dawkins ein einheitliches Bild vom Menschsein und menschlichen/humanistischen Werten.

Jetzt könnte man sagen, ist doch klar, wir leben in einer christlichen Welt. Und selbst wenn man heidnisch geworden ist oder sich einer anderen Religion zugewandt hat, so leben indirekt diese Werte in den Leuten fort.

Könnte man sagen!

Natürlich sind die ForscherInnen nicht dumm genug gewesen und haben es dabei belassen, diese Fragen in der westlichen Welt nur zu stellen. Sie sind in Dörfer, welche von der sogenannten Zivilisation abgeschnitten sind, gegangen. Diese kannten keine der organisierten Religionen, mit denen wir uns hier so beschäftigen (um es mal neutral zu sagen). Somit auch nicht deren Werte und Normen und was auch immer dort so von sich gegeben wird. Sprich, in diesem Sinne sind sie komplett unberührt.

Auch ihnen hat man diese Fragen gestellt. Da sie aber keine Züge und Brücken kennen/kannten (ich weiß nicht, wie es inzwischen da aussieht, da ich natürlich auch nicht weiß, wo diese Fragen gestellt worden, also in welchem Dorf oder gar Dörfer), hat man das umgeändert. Aus Zügen wurden Krokodile und aus Brücken eben Bäume mit Ästen, die über den See ragen.

Und was haben sie geantwortet? ÜBERASCHUNG!!! Das gleiche wie wir in der westlichen Welt. Und zwar im gleichen prozentualen Ansatz. Natürlich gibt es immer wieder AusreißerInnen, die nicht nach der Mehrheit antworten und daher eine Abweichung darstellen. Aber wer sich ein wenig mit Statistik beschäftigt hat, weiß, dass ist normal.

Worauf es hierbei ankommt ist eben die Tatsache, dass sind keine ChristInnen und haben doch genauso geantwortet, wie die Menschen, die in der westlichen Welt befragt wurden. Also entweder läuft hier etwas gewaltiges schief, wir haben es hier mit einer gigantischen Verschwörung der Wissenschaft zu tun oder die christlichen Werte sind nicht nur für die ChristInnen reserviert ^^

Das letzte war übrigens ein wenig ironisch gemeint.

Weiter ist es fraglich, wenn erst mit dem Einzug und Aufbau und Gründung und was weiß ich des Christentums Werte wie Menschlichkeit, Mitgefühl und derartigen in unsere Gesellschaft Einzug gehalten hat, wie hat die Menschheit bis dahin überlebt? Wenn sie davor sich bei jedem kleinen bisschen den Schädel eingeschlagen hätte (was man unseren AhnInnen in der Steinzeit ja gerne vorwirft) und andauernd Krieg geführt hätten (bei einer Population von ca. eine Millionen Menschen habe ich mal gelesen), dann wäre nicht viel übrig geblieben woraus wie entstanden hätten können.

Wieso also glauben einige ChristInnen aber noch, dass ihr Glaube die Krönung der Menschheit sei?

Zumal wir nicht leugnen können, dass im Namen des christlichen Glaubens, im Namen des christlichen Gottes und im Namen der christlichen Kirche so einige Taten getan wurden, welche ich HistorikerInnen und PolizistInnen wohl nicht erläutern brauche. Ich rede natürlich auch von Religionskriegen und Hexenverfolgung. Aber auch von Serienmördern, die ja angeblich von Gott die Botschaft bekommen haben, irgendwelche Gruppen oder einzelne Menschen zu töten.

Aber wir müssen ja nicht einmal tief in die Abgründe der Polizeiakten zu wusseln. Reden wir doch mal eine Runde über Abtreibungsgegner (eine interessante Wende, von Ursula von der Leyen zu den Abtreibungsgegner). Ihnen ist das ungeborene Leben heilig. Sie haben nach deren Meinung (und meinem begrenzten Wissensstand zu diesem Thema) sofort nach der Befruchtung ein Leben, eine Seele, Gefühle.

Wirklich?

Dawkins erklärte, solange man keine Nerven habe, solange können man ja nichts fühlen. Somit auch kein Schmerz. Wenn man mir also die Nerven lähmen oder abtöten würde, würde ich somit nicht merken, wenn man mich brutalst ermorden würde. Logisch. Es werden ja keine Informationen von der verletzten Körperstelle zum Gehirn und zurück geleitet. Wie soll man da also etwas spüren?

Somit würde ein gerade befruchtetes Ei, welche noch keine Nerven hat, nichts spüren, wenn es abgetrieben wird. Aber wenn man den Arzt (sind komischerweise meistens Männer, die im Zusammenhang der Abtreibung irgendwie bekannt werden, kann das sein?) getötet wird. Was für ein Leid entsteht denn da? Leidet der Arzt nicht durch die Schmerzen, wenn er erschossen wird? Leiden nicht die Ehefrau, die Kinder, die Eltern und die Verwandten wie FreundInnen unter diesem Verlust? Warum wird nicht mal darüber diskutiert?

Oder noch etwas lustiges: Gerne wird ja argumentiert, was gewesen wäre, wenn man zum Beispiel Stephen Hawkins abgetrieben hätte. Oder Robert Koch. Oder Marie Curie. Wir hätten diese Menschen nicht gehabt und somit auch nicht deren Erkenntnisse.

Vor einigen Jahren habe ich mal ein Bild gesehen, wie eine Comicfigur sich darüber beschwerte, wieso es so viel Leid auf der Erde gäbe. Dann kommt eine Hand aus dem Himmel und meint, ich habe euch ja die Rettung geschickt, ihr habt sie aber abgetrieben.

Wiederwärtige Schuldzuweisung zum einen. Zum anderen denke ich mal, wenn der christliche Gott wirklich wollte, dass ein neuer Retter oder neue Retterin zur Welt kommt, der findet da schon einen Weg, oder etwa nicht?

Aber das ist ja nicht das Thema. Sondern der Mann in dem Comic (ich glaube es war ein Mann) erwartet ja zum einen, dass andere für ihn die Drecksarbeit machen. Sprich, die anderen sollen doch gefälligst die Welt retten. Wieso setzt er sich nicht hin und macht das? So mal als Überlegung.

Zum nächsten: Jetzt nehmen wir mal an, die drei oben genannten Personen wären abgetrieben worden. Wir hätten doch gar nichts von deren Existenz gewusst. Niemand wäre auf den Gedanken gekommen und zu Mama Hawkins, zu Mama Koch oder zu Mama Curie hinzugehen und hätte gesagt, wieso habt ihr Stephen, Robert und Marie abgetrieben? Ihr habt uns jetzt wichtige Erkenntnisse der Menschheit geraubt.

Wir hätten das doch gar nicht gewusst.

Wir hätten ja nicht von deren Existenz gewusst und somit auch nicht von der Tatsache, dass sie überhaupt mal was interessantes (er/ge)funden hätten.

Was mir so heute morgen noch eingefallen ist (übrigens im Halbschlaf), warum niemand sich folgen Frage stellt. Wieso hat Klara Hitler nicht ihren Sohn Adolf abgetrieben? Oder andere Personen der Geschichte, die nur Leid und Tod gebracht haben? Serienmörder, Vergewaltiger, Kinderschänder? Wieso fragt man nicht, was wäre gewesen, wenn man die mal abgetrieben hätte? Diese Frage habe ich meines Wissens nach nirgends gelesen oder gehört. Hat sie jemand schon mal gestellt?

Was ich damit sagen will ist, natürlich sind nicht alle ChristInnen schlecht. Genauso wenig sind alle HeidInnen gut. (Schön wärs.) Aber man sollte nicht denken, nur weil man irgendwelche christliche Werte verinnerlicht hat (welche das auch immer sein mögen), ist man automatisch auf der sicheren/guten Seite.

Viele HeidInnen oder auch AtheistInnen haben ein weitaus humaneres Weltbild, als es die etablierten Religionen jemals vermitteln können. Des weiteren machen diese Werte uns nicht menschlicher. Es ist der Mensch (oder auch die Menschin wie ich es mal bei Irene Fleiss gelesen habe ^^) welche uns menschlicher machen. Alles andere ist eine reine Übernahme.

So sei es …

Du findest keine Bücher – Die Bücher finden dich

Ist dir schon mal aufgefallen, dass du vielleicht dran denkst ein Buch zu einem bestimmten Thema zu kaufen und auf einmal findest du es wirklich? Oder du bist in einem Buchladen oder in der Buchabteilung oder im Internet unterwegs, bist ganz unbeteiligt und auf einmal grinst dich ein Buch an und du hast das Bedürfnis danach, es zu kaufen ohne zu wissen, ob du es jemals lesen wirst? Und dann einige Zeit später kommst du zufällig auf das Thema des Buches zurück und denkst dir, hei, zum Glück habe ich es mir damals gekauft.

So ergeht es mir immer und immer wieder. Vor etwa einem Jahr habe ich mir das Buch von Julia Cameron „Schreib dich schlank“ gekauft und angefangen zu lesen. Ehrlich gesagt, ich habe nicht ein Kapitel durchgehalten. Doch letztens habe ich im Fernsehen einen Beitrag zu diesem Buch gesehen und dachte mir, Moment mal, dass Buch hast du ja. Und habe es herausgekramt und fange es nun wieder an zu lesen.

Da ist mir aber aufgefallen, dass das nicht nur einmal passiert ist, dass mich ein Buch gefunden hat und nicht ich das Buch. Immer wieder kommen die Bücher zu mir, wenn ich sie gebraucht habe. Das war auch damals bei Corrine Kenners „Tarot for Writers“. Ich habe mich im Internet herumgetrieben und auf einmal entdeckte ich eine Unterseite der Autorin. Dann habe ich ein wenig weitergeklickt und dann stieß ich auf ihre Hauptseite. Und da erfuhr ich von ihrem Buch. Und dann habe ich es natürlich gekauft und arbeite damit sehr erfolgreich.

Aber auch schon viel früher habe ich gemerkt, wenn ich bereit für ein Buch war, dann habe ich es gefunden, bzw. es hat mich gefunden. Als ich vor einigen Jahren innerlich gesagt habe, dass das Christentum nichts für mich ist und mich friedlich und innerlich davon getrennt habe, fand ich die Bücher von Silver RavenWolf.

Und das ganze zieht sich im Grunde durch die letzten Jahre meines Lebens, wo ich das bewusst gemerkt habe. Es ist für mich schon eine recht faszinierende Sache.

Nun gut, es mag nicht das Buch sein, dass mich findet, sondern der Umstand, der mich zum Buch führt. Ich finde es aber auch faszinierend, wenn ich ein bestimmtes Buch suche und weiß, bei meinem letzten Besuch in einem Buchladen hatte ich es noch gesehen und möchte es mir dann holen, ist es nicht da. Als ob wer oder was sagen will, dass Buch ist zumindest zur Zeit nicht für dich. Zwar akzeptiere ich es zu diesem Zeitpunkt nicht, gebe ich ehrlich zu, aber nachher merke ich schon öfters, dass es besser ist, dass es nicht zu einem Kauf gekommen ist.

Schreibprogramme (und Buchgedanken)

Früher habe ich immer geglaubt, wer schreiben will, wird es schon irgendwie schaffen. Und wer Programme nutzt schummelt. Ich habe über den Blog Schriftsteller werden jetzt den Link zu dem Schreibprogramm yWriter gefunden (der Link führt direkt zur Downloadseite) und experementiere gerade ein wenig damit herum. Nun gut, ich arbeite gerade mal zehn Minuten damit und so ganz den Dreh habe ich noch nicht raus. Aber immerhin habe ich jetzt ein Projekt gestartet und arbeite schon an der ersten Szene. Mal sehen wohin es mich bringt.

Übrigens, bevor ihr an dem englischen verzweifelt, man kann das Programm auf diverse Sprachen umstellen, unter anderem auch auf Deutsch. Und ist kostenlos (auch wenn der Programmierer nichts dagegen hat, wenn man ihm etwas über PayPal zukommen lässt).

Solche Programm sind besonders gut für die Plots. Also sollten sich besonders die Leute, die mit dem plotten Probelem haben, sich überlegen es herunterzuladen. Natürlich nimmt kein Programm der Welt dir die Arbeit ab. Das wollen wir an dieser Stelle gleich mal klar stellen. Und ich muss zugeben, darüber bin ich auch erleichtert. Denn was wollen wir noch mit den Büchern, welche Programme geschrieben und wir nur noch gefüllt haben? Ich möchte die nicht lesen.

Da fällt mir ein Bericht ein, den ich vor ein oder zwei Jahren auf dem Kultursender arte gesehen habe. Eine Autorin, ich glaube es war Mary Higgins Clark, möchte es aber nicht beschwören. Auf alle Fälle war es eine ältere Dame, die ganz dick im AutorInnengeschäft ist. Auf alle Fälle erzählte sie mal von einem Experiment mit einem Computer. Man wollte mit seiner Hilfe den perfekten Roman schreiben. Also ein Roman, der die Bestsellerlisten über Jahre wohl blockieren sollte. Als Schlagworte kamen wohl Worte wie Raub, Mord, Krimi, Sex und keine Ahnhung was sie noch so erzählte. Ach ja, Königshaus kam wohl auch noch vor.

Auf alle Fälle war wohl der erste Satz zum schießen. Denn er ging sinngemäß wie folgt: Die Königin erzählte erschüttert, Herr Kommissar ich wurde vergewaltigt und sagte dies amüsiert.

Okay, ich kann mich nicht mehr genau an den ersten Satz erinnern, aber es ging wirklich darum, dass die Königin amüsiert erzählte, dass sie vergewaltigt worden war. Ich glaube, man hat danach das Projekt aufgegeben. Mich hätte es eher gewundert, wenn man es weiterverfolgt hätte.

Wer schreiben will, sollte sich nicht nach den gängien Themen richten, wenn ihr oder ihm als angehendeR AutorIn die Sachen einfach nicht gefallen. Ich arbeite auch an einem Thema, welche von der Öffentlichkeit aller Wahrscheinlichkeit nicht so angenommen wird, wie ich es mir dann vorstelle. Und trotz dieser Gedanken/Sorgen, schreibe ich seit drei Jahren an dem Roman (mit mindestens vier Änderungen des Inhalts). Es kann natürlich sein, dass dieser Roman niemals den Weg in ein komerziell erfolgreichen Verlag findet. Andererseits kann es auch genau das Gegenteil treffen.

Außerdem, der Buchmarkt verändert sich durch das Internet immer mehr. Zwar mag niemand das Wort hören oder lesen, aber BoD Verlage nehmen immer mehr zu und das zurecht. Denn viele gute Bücher schaffen es eben nicht in die normalen Verlage. Dafür aber viele teilweise grausige. Und die werden so sehr promoted, dass die es sogar in die Bestsellerlisten schaffen. Ich habe mir das eine oder andere Buch gekauft und ich habe mich gefragt, warum durfte das überhaupt gedruckt werden? Andere Werke hingegen werden fleissig ignoriert. Es mag sein, dass zurecht manche Bücher vom Markt fern gehalten werden. Es muss ja nicht wirklich alles gedruckt werden. Nur leider nehmen einige Verlage ihre Pflicht (ich sage das jetzt mal so) die schlechten Bücher vom Markt fern zu halten nicht zu ernst (okay, dass ist jetzt eine megasubjektive Meinung, denn die Bücher, die mir nicht gefallen, lieben andere dafür um so mehr).

Aber zum Thema BoD lohnt es sich fast einen eigenen Beitrag zu schreiben. Ich habe selber noch keine Erfahrung mit dieser Art der Vermarktung gemacht, aber ich überlege mir schon lange, wenn das mit der konventionellen Veröffentlichung nicht klappt diesen Weg zu gehen. Nur, um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht, ob ich jetzt wirklich so fleissig bin, um mein Buch im Eigenverlag zu veröffentlichen. Denn da bist du bzw. bin ich als Marketingchefin gefragt, unabhängig der Tatsache, dass ich das gar nicht bin. Aber es gibt ja keine Werbeabteilung, welche die Arbeit für dich übernimmt. Du bist ja automatisch die Werbeabteilung.

Mmh, ich spiele noch mal kurz mit dem Programm weiter 🙂