Schritt für Schritt für Schritt für …

Oder anders ausgedrückt, mein allererster Roman ist fertig.

Nun gut, der ist seit Februar fertig, aber hei, ich habe mein erstes Baby fertig und bin mächtig stolz auf mich. Er hat ca. 250 Normseiten und was soll ich sagen … der Ende ist furchtbar. Den, das muss ich gestehen, habe ich nur noch hingekliert, weil ich erschöpft war und nur noch fertig werden wollte. Anders ausgedrückt, es ist die erste Version meines Romans und der darf alles andere als perfekt sein.

Aktuell befinde ich mich in der ersten Überarbeitungsphase. Ich hatte eine völlig andere Idee was meine Hauptfigur betrifft und dadurch ist die erste Version, die ich getippert habe, hinfällig geworden. Wenn ich das auf die Reihe bekommen habe (und das ganze mit einem besseren Ende garniert habe), werde ich mich dran machen, die zweite Überarbeitung vorzunehmen. Da geht es mehr um die Art des Schreibens, Ausschmückungen, Charakterisierungen und so weiter. Jetzt erst muss ich aber die Geschichte selber noch mal hinbekommen.

Nebenbei arbeite ich an der Hintergrundgeschichte meiner Fantasywelt und ich finde es immer und immer wieder erstaunlich, wie sich die Idee meiner Welt in die bestehende Geschichte einbettet oder wie die Ideen meiner Welt mir neue Ideen bescheren, die sich harmonisch in die bestehende Geschichte einbetten (hat den Satz wer verstanden? ^^). Für mich ist das immer ein Zeichen, dass die Geschichte so erzählt werden will, wie ich sie verfasst habe. So und nicht anders.

Daher wende ich im Moment all meine Kraft auf die Überarbeitung und Neuschreibung meines Romans (trotz allem schaffe ich es aktuell sogar noch zu lernen und gelegentlich zu lesen). Ergo, ich sitze mindestens jedes Wochenende an meinem Roman und arbeite daran und wenn ich es schaffe dann auch unter der Woche.

Daher schreibe ich nicht zu lange an diesem Beitrag, Kapitel 10 wartet auf mich.

Ansonsten, ja, ich lebe noch :o)

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Literarische Gefühlsschwankungen: Hoch und Tiefs

So ganz verstehe ich das nie, egal wie lange ich schreibe. In der einen Sekunde habe ich das Gefühl, dass ich einen ordentlichen, passablen oder gar guten Text geschrieben habe. Und dann in der nächsten Sekunde frage ich mich, wie ich auch nur darauf kommen kann, dass auch nur als akzeptabel anzusehen, von mehr will ich gar nicht reden.

Gerade eben hatte ich solch einen Gefühlsausbruch. Auf einer Verlagsseite stand so etwas wie, wenn ihr Text uns anspricht, dann nehmen wir ihn gerne (im übertragenen Sinn habe ich die Aussage zusammengefasst). Da habe ich mir natürlich gedacht, joah klar, ich und einen guten Text verfassen, wovon träume ich denn Nachts. Von guten Texten klar, aber spätestens wenn ich wach bin, ist das schon wieder vorbei. Zum Glück lasse ich mich nicht davon abhalten es doch zu probieren und weiter zu schreiben. Dann habe ich mich gerade wieder aufgerafft und finde das, was ich gerade geschrieben habe, doch nicht mehr so schlecht. Also wieder im Bereich des akzeptablen.

Ich vermute mal, dass ich mit diesen Gefühlen nicht ganz alleine bin. Und ich vermute mal weiter, dass das eine Form der Schreibblockade ist. Wenn ich kein Vertrauen in mein Schreiben habe, warum sollte ich dann weiterschreiben und werfe alles an die Wand und lösche am Ende die Datei. Auch wenn ich hinter diesem Mechanismus komme und weiß, woher es kommen könnte, es nervt trotzdem

[Roman schreiben] – Zwischendurch einige Ratschläge

Mir wurden bei einem meiner älteren Artikel einige Fragen gestellt und ich werde versuchen diese so gut wie nur möglich zu beantworten, sofern ich sie in ihrer Art und Weise richtig verstehe. Die Fragen werde ich entsprechend aus dem Kommentar direkt kopieren, damit die Person und alle anderen die Frage kennen (und nicht immer hin und her hüpfen müssen) und wer will, kann gerne weitere Ergänzungen hier einstellen 🙂

Hy Leute könn ihr hir mal ein paar Tipps Reinschreiben ???

Ich möchte kurz betonen, diesen Blog für nur eine einzige Person (eben ich) und niemand sonst. Daher bitte in der Einzahl ansprechen. Danke schon einmal 🙂 Und Tipps werden immer wieder hier hereingeschrieben. Man kann einen Blog nun einmal nicht an einem einzigen Beitrag messen, sondern ruhig immer wieder umschauen und sehen was es so zu lesen gibt. Danke die Zweite.

z.B. wie groß die Schrifftart sein muss,

Bei diesem Satz handelt es sich um eine Teilfrage. Und ich weiß, es ist unhöflich eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten, aber ich muss trotzdem eine Runde unhöflich sein. Hier wird gefragt, wie groß die Schriftart sein muss. Ja, für was? Geht es um das Schreiben des reinen Textes? Da ist es egal welche Größe du verwendest. Wenn du es schaffst, kannst du gerne in Größe 8 schreiben oder von mir aus auch in Größe 72. Ich bevorzuge Größe 11 oder 12, weil ich so besser schreiben kann und meine Augen sich nicht so extrem anstrengen müssen.

Oder reden wir hier von dem Text, der eingesendet wird? Das muss mit den sogenannten Normseiten geschehen. Es mag sein, dass einige Verlage da sehr human sind und einen Text ohne Normseiten akzeptieren und sich ihn trotzdem durchlesen. Aber ich würde nicht darauf wetten.

Da ich nicht weiß, worauf sich nun genau die Frage bezieht, kann ich hierfür leider keine abschließende Antwort geben und bitte dies zu entschuldigen.

oder wie man am bessten wenn man ein Vorwort schreibt damit anfänkt !!!!

So, wieder muss ich eine Frage (sofern es eine ist, da sind ja ziemliche viele Ausrufezeichen und normalerweise wird eine Frage mit einem Fragezeichen beendet) mit einer Gegenfrage begegnen. Und zwar von was genau reden wir hier? Reden wir von einem Vorwort den wir häufiger in Sachbüchern finden? Reden wir hier von einem Prolog, der meistens seinen Weg in Romanen findet? Oder von einem Vorwort für einen Roman, warum habe ich das Ding überhaupt geschrieben (was ich so, meines Wissens nach nie gefunden habe).

Da fängt es schon an und ich kann leider diese Frage so nicht beantwoten.

Meine Empfehlung jedoch für alle drei Dinge (sofern wie das dritte Beispiel irgendwann wirklich aufnehmen würden) ist folgender: Schreibe sie zuletzt!

Ein Vorwort in einem Sachbuch soll zum einen Interesse für das Buch wecken, aber auch erklären, worum es sich in diesem Buch dreht. Und das geht am besten, wenn man eben genau dieses Buch schon geschrieben hat. Natürlich kann man es zum Anfang schreiben, damit man eine Orientierung hat. Aber für mich wäre es in dem Sinne Zeitverschwendung, weil es immer passieren kann, dass ich das gesamte Konzept auf den Kopf stelle und über etwas völlig anderes schreibe, als ursprünglich geplant. Dann muss ich das Vorwort so oder so umschreiben.

Reden wir aber von einem Prolog, halte ich mich persönlich an eine ungeschriebene Regel, die ich mal gelesen und für mich persönlich für gut befunden habe. Ich schreibe nur dann einen Prolog, wenn sie zwar als ein Teil der Geschichte aufgefasst werden kann, aber sie jederzeit überlesen werden kann. In einem Prolog also können wichtige Informationen stehen, aber wenn man diesen, warum auch immer, überliest, dann sollte man niemals etwas verpasst haben.

Ansonsten behandelt man solche Teilkapitel wie alle anderen.

Oder wie man überhaupt ein Buch anfänkt !!!

Die Frage liest sich doch eigentlich supereinfach und doch kann ich auch diese so nicht beantworten (weil ich inzwischen vieles einfach hinterfrage ^^). Und zwar, was wird hier mit „wie man ein Buch anfängt“ genau gemeint? Reden wir hier von dem ersten Satz, von den ersten vier Seiten (für das man ein Halleluja geschenkt bekommt ^^) oder reden wir von dem wirklich Anfang? Von der Charakterrecherche, von der Plotplanung, von der Überlegung, was kann ich denn überhaupt schreiben?

Ich will ehrlich sein, ich kann auch diese Frage pauschal nicht beantworten, weil ich nicht weiß, worauf sie genau hinaus will.

DAs währe nett wenn hir mähr Tipps für sowas drinn sehen !!!

Es währe auch nett, wenn in Zukunft der Blog einfach durchforstet wird. Denn genau solche Tipps veröffentliche ich immer wieder in unregelmäßigen Abständen (je nachdem wie weit ich selber mit meiner Romanplanung bin) und eben nicht nur einen einzigen Beitrag zu lesen. Und weiterhin, die Büchertipps, die ich in dem entsprechenden Beitrag vorgestellt habe, sind sehr wohl ihr Geld wert 🙂

Ansonsten bitte ich in Zukunft um genau Fragen, sonst heißt es dann eben 42.

Charaktere kennenlernen

Wer eine längere Geschichte schreibt, hat es mit mindestens einem Charakter zu tun (wer die Wand von Marlen Haushofer gelesen hat, weiß was ich meine mit einem Charakter). Bei einer Kurzgeschichte sollte man schon einen Charakter einigermaßen gut kennen. Denn immerhin möchte man mit dieser Figur einige Seiten füllen (meistens ist die Mindestanzahl zwei Seiten). Aber hier ist es nicht so schlimm, wenn man nicht genau weiß, wann sich die Figur das letzte Mal in den Finger geschnitten hat.

Schreibt man aber mindestens ein Geschichte von der Länge eines Romans, sollte man die Figuren besser kennen (eben wann sich dein Charakter das letzte Mal in den Finger geschnitten hat). Und wenn du dann noch eine Reihe schreibst, spätestens dann ist es von besonderer Wichtigkeit. Denn in einem Roman muss man schon vieles über die Figur preis geben, damit diese interessant wird. Aber in einer Reihe bleibt es nicht aus, ihr/ihm am Ende die Unterhose vom Leib zu reißen.

Hier führe ich mal die eine oder andere Idee auf, damit man die eigenen Charaktere besser kennen lernen kann. Davon sind nicht alle von mir. Wenn ich weiß, wer mit der Idee als erstes angekommen ist, schreibe ich hinzu. Und wenn ich es nicht weiß, dann stehe ich dazu ^^ (sollte aber jemand wissen, woher die entsprechende Idee stammt, ich freue mich aufgeklärt zu werden).

Der Steckbrief:

Ich denke mal fast, dass man zu den Steckbriefen nichts mehr sagen braucht. Denn so gut wie in fast allen Büchern zum Thema, wie schreibe ich eine Geschichte, wird empfohlen für die Figur ein Steckbrief zu erstellen. Gerade wer sich mit Rollenspielen beschäftigt, weiß wovon ich rede.

In einem Steckbrief werden die wichtigen Grunddaten einer Figur aufgenommen. Angefangen vom Alter, Aussehen, Vorzüge, Schwächen und so weiter. Wichtig hierbei ist aber, nicht nur irgendetwas auszufüllen, damit in einer entsprechenden Spalte etwas steht. Sondern man sollte etwas dahin schreiben, damit man den Charakter besser kennen lernen kann.

Wenn deine Figur nichts mit Nudeln anfangen kann, wird sie/er aller Wahrscheinlichkeit keine Spaghetthis als Leibgericht haben wollen. Und wenn doch, dann überlege dir hier, warum das so kommt.

Versuche in allem einen Grund zu erkennen. Denn man isst nicht umsonst Spaghetti allzu gerne. Hat deine Figur besondere Erinnerungen an dieses Essen oder warum mag deine Figur besonders dieses Essen (und ich sollte endlich mal aufhöre vom Essen zu reden).

Oder warum mag deine Figur das Buch, was du als Lieblingsbuch eingetragen hast?

Das ganze kann durch den ganzen Steckbrief gehen. Natürlich musst du nicht alles bis ins kleinste Detail analysieren. Aber besser wäre es.  Denn wenn du das nicht tust, wie willst du dann über die Figur schreiben?

Lebenslauf:

Auch eine Figur hat eine Lebensgeschichte, eine erfundene natürlich, aber sie ist vorhanden. Und je älter dein Charakter ist, desto länger ist auch der Lebenslauf. Die ganze Geschichte fängt mit der Geburt an und hört kurz vor dem Beginn deiner Geschichte auf.

Natürlich müssen dort alle Wendungen und wichtige Begegnunen aufgezeichnet werden. Wann hat deine Figur welchen Job angenommen, geheiratet, Kinder bekommen.

Je mehr du über das Leben deiner Figur weißt, desto eher kannst du auch sehen, was für ein Charakter diese ist.

Man kann den Lebenslauf auf zwei Arten schreiben (und ich persönlich empfehle, beide Arten zu nehmen). Und zwar einmal als fortschreitende Geschichte, welche eben auf die (fiktiven) Daten deiner Figur beruhen. Oder als Zeitlebenslauf.

1999 hat deine Figur dieses oder jenes getan

2912 dann welches und delches.

So weißt du dann genau, was deine Figur wann gemacht hat.

Kleiner Tipp: Das ist besonders interessant für Leute, die eine Reihe schreiben. Notiert euch die Daten in euren Geschichten, wann was eure Figuren gemacht haben. Das würde ich auf eine Extraseite machen. Aber so kann es nicht passieren, dass du einen chronologischen Fehler einbaust und die Figur an einem bestimmten Tag einen Mord aufklärte und zwei Bücher später war der Charakter dort schwimmen.

Kurzgeschichten:

Meines Wissens nach habe ich die Idee nirgends gelesen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass viele diese Idee haben.

Und zwar passiert es immer wieder mal, dass man in einem Roman (als Beispiel) zu viele Nebensächlichkeiten schreibt. Da wird erzählt, wie die Figur den Tag verbringt (ja, genau das ist mir bei meinem Kapitel 1 passiert, war schon eine interessante Sache zu erfahren, dass ich damit nicht alleine bin) und wie sie/er die Zähne putzt, die Katze füttert und all diese Dinge.

So etwas kann passieren und so etwas passiert. Und so etwas kann genutzt werden. Anstatt über diese Alltäglichkeiten in deinem Roman zu schreiben, kannst du das Medium Kurzgeschichte nutzen um über den größten Blödsinn zu sinieren, welche für das kennenlernen deiner Figuren wichtig ist, aber in keinen guten Roman gehören.

Ich nenne das selber spontane Kurzgeschichten. Denn ich schreibe einfach drauf los ohne mir Gedanken über Plot und Spannung zu machen. Im Leben geschieht es nun öfters mal, dass man in den Tag hinein lebt ohne das es gleich suuuuperspannend wird. Aber man weiß ebend, wie lange die Figur braucht um sich die Zähne zu putzen und welche Rituale sie/er pflegt.

Daher habe ich mir ein Notizbuch gegönnt und schreibe nun alles rein, was mir zu den Figuren an Kurzgeschichten einfallen. Dabei achte ich nicht auf Rechtschreibung, Satzbau oder Logik. Wenn ich mir mal die Mühe mache und die Geschichten abschreibe, ist das etwas anderes. Aber in diesem Buch tobe ich mich aus.

Kurzgeschichten zu zweit:

Okay, der Titel mag ein wenig verwirrend klingen, aber lasst es mich kurz erklären. Diese Idee habe ich, wenn ich mich nicht irre, von Elizabeth George.

Und zwar überlegt man sich folgendes. Eine wichtige Figur, zum Beispiel euer Hauptcharakter und eine andere Figur, vielleicht der/die Hauptgegnerin müssen in einem Raum sein (die Begründung könnt ihr auch gleich in der Geschichte mitliefern). Und in der Geschichte geht es nun darum, was passiert zwischen den beiden Figuren. Mögen sie sich, streiten sie sich, gehen sie sich an die Gurgel und so weiter.

Und hier kommt etwas verschärftes von mir: Was ist, wenn beide Figuren (gerade interessant, wenn sie sich nicht leiden können) miteinander arbeiten müssen? Zum Beispiel sind sie auf einem sinkenden Schiff und um gerettet zu werden, müssen sie kooperieren. Wie geht das aus? Können sie das überhaupt und so weiter.

Solche Sachen können wichtig sein um zu klären, was passiert, wenn beide Figuren im Roman aufeinander treffen. So weiß man, wie sie reagieren und wie sie reagieren würden, wenn sie aufeinander angewiesen wären und so weiter.

Tagebuch schreiben:

Die Idee stammt von James N. Frey (das ist der Autor, der Bücher wie „Wie man ein verdammt guten Roman schreiben kann“ schrieb).

Es geht dabei darum, ein Tagebuch zu schreiben um zu lernen, mit welcher Stimme die Figuren sprechen. Es geht nicht darum, dass man über alltägliche Sachen schreibt sondern über aufregende, spannende, philosophische und ähnliche Dinge. Für die alltäglichen Sachen habt ihr die Spontankurzgeschichten.

Mir fällt dazu noch ein, dass ihr auch ein Romantagebuch schreiben könnt, wenn ihr wollt. Während ihr eure Geschichte/Roman schreibt, könnt ihr nebenbei noch ein Tagebuch für die wichtigen Hauptcharaktere schreiben (für alle anderen wäre das dann doch zu viel) und zeigen, was die Figur sich dabei gedacht hat (gerade wenn ihr aus einer anderen Perspektive schreibt). Ich muss zugeben, dass ist mir gerade eingefallen, daher kann ich da keine konkreten Erfahrungsberichte geben, ob das funktioniert.

Aber ich kann mir vorstellen, dass man dann dadurch Feinheiten sieht oder inspiriert wird, zu denen man vorher noch keinen Kontakt hatte. In diesem Fall heißt es einfach mal ausprobieren.

So das waren meine Anregungen. Natürlich kann man das alles mit dem Tarot unterstützen (wer jetzt erwartet hätte, dass ich ein Schreibbericht ohne Tarot auskomme hat sich geschnitten, aua). Letztendlich heißt es aber, man muss sich eben hinsetzen und schreiben. Sonst bringen die besten Tips nichts.

In dem Sinne, ich schreibe mal ein wenig 😉

Wie ich ein Kapitel plotte :)

Ich hatte schon mal in einem früheren Beitrag es angedroht (leider weiß ich nicht mehr welchen), aber heute mache ich es mal wahr 🙂 Meine einfachen Geheimnisse, wie ich ein Kapitel plotte.

Die ganze Zeit habe ich am Roman gearbeitet, die Karten gezogen und wusste wie das geht, aber wie ich ein Kapitel plotte, dass bereitete mir schon die eine oder andere Sorgen. Ich gebe es zu, ich hatte sogar ein wenig Angst vor den Kapitel (das muss man sich reinziehen, vor einem ganzen Roman habe ich keine Angst, aber vor einem kleinen Kapitel kriege ich die Panik).

Und in dem Buch von Corinne Kenner, also „Tarot for Writers“ stand darüber auch nichts.

Nun gut, was machen? Aufgeben natürlich nicht, eher verzweifeln wäre da angesagt.

In einem Schreibforum habe ich dann mal gefragt, wie andere ihre Kapitel plotten und da wurde mir der Hinweis gegeben, dass innerhalb eines Kapitels ein gewisser Konflikt oder eine bestimmte Handlung eine Rolle spielt, welche die Geschichte weiterbringen soll. Ich habe öfters in Büchern auch ein Kapitel gelesen, welche nur die Menschen erklärt und nicht die Handlung weiterbringt. Aber ich denke, auch solche Teile kann und muss es geben. Denn was ist ein Roman, wenn nicht der Mensch darin vorkommt 🙂

Als ich das für mich begriffen habe, habe ich mir folgende Möglichkeit überlegt:

Ich habe mir einige meiner Tarotdecks ausgesucht, die meiner Geschichte am ehesten entsprechen. Und aus jedem Deck ziehe ich mindestens eine Karte, wenn ich nicht das Bedürfnis habe, mehrere zu ziehen (das passiert ab und an). Hierbei sehe ich es als sehr wichtig an, dass die Karten auch Bilder haben, mit denen man arbeiten kann und nicht nach dem Marseiller Muster aufgebaut sind.

Dann baue ich aus den Kartenbildern eine kleine Teilgeschichte, welche sich mit der Grundidee meines Romans deckt.

Und ihr werdet vielleicht lachen, aber es klappt. Ich habe in den letzten drei oder vier Kapitel (seit ich diese Methode verwende) immer wieder Teile geschrieben, die später dann kompletiert werden. Es geht alles irgendwie Hand in Hand. Für mich ein eindeutiges Zeichen, dass der Roman genauso geschrieben werden soll und mein Unterbewusstsein genau das richtige in die Karten deutet.

Aber ein Unterbewusstsein kann auch nur dann arbeiten, wenn man es richtig füttert. Zur Zeit lese ich das Buch „Handbuch der Kriminalistik für Praxis und Ausbildung “ von Rolf Ackermann, Horst Clages und Holger Roll. Dabei habe ich erfahren, was es für Datenbanken gibt, mit denen die Polizei arbeiten kann. Ich wusste, dass diese mit diversen Datenbanken arbeitet, aber nicht mit was für einer Fülle. Und vor allem, wie die alle heißen. Und die eine Datenbank hilft mir nun, eine Lücke im Plot zu schließen, welche mir vorher so dermaßen nicht aufgefallen ist, aber jetzt das ganze erheblich bessert.

In dem Sinne kann ich nur empfehlen, wer keine Ahnung von der Materie hat (wie denn auch, wir haben das Wissen nun wirklich nicht in der Schule gelernt), sollte sich in der Materie einlesen. Es gibt glücklicherweise genügend Bücher in Deutschland, die darüber geschrieben wurden. Und wer eben keinen Krimi schreibt, sondern zum Beispiel Fantasy oder derartiges, sollte sich entsprechende Literatur lesen um zu sehen, wie es andere gemacht haben (aber bitte nicht kopieren, ihr seit ja Individuen).

In dem Sinne, ich werde auf diesen Weg weitermachen und sehen, wohin es mich bringt 🙂

Earth Rocks: Mond ~ Ausschreibung

Eigentlich wollte ich ja gestern Märchen für die Ausschreibung der eROTischen Märschen schreiben. Aber ich kam gestern einfach nicht zurande. Es klappte nicht und es wollte einfach nicht. Zwei Anfänge hatte ich, dass wars aber auch schon.

Den ganzen Tag saß ich gestern am PC und habe noch mit Mühe und Not zwei Seiten von Kapitel 1 von meinem Roman noch abgeschrieben.

Heute habe ich dann erfahren, dass Earth Rocks eine Ausschreibung bis nächsten Sonntag zum Thema Mond hat. Gut, ich habe erst einmal nur gelesen, dass sie eine Ausschreibung veranstalten. Als ich dann den Text ausgedruckt und mir durchgelesen habe, entdeckte ich, huch, bis nächsten Sonntag. Und dann wollen sie auch noch 16.000 Zeichen (mit Leerzeichen, wie bei den meisten Ausschreibungen).

Okay, fangen wir einfach mal an zu schreiben. Und was soll ich sagen, ich hatte wieder so eine spontane Idee, wie damals bei der Coming Out Geschichte und habe innerhalb von circa drei Stunden eine zweiseitige Geschichte geschrieben. Klar, die muss noch überarbeitet werden. Denn so ist sie noch ein wenig platt. Aber sonst muss ich sagen, mir gefällt sie.

Ich habe mir den Text jetzt ausgedruckt und werde diese die Woche überarbeiten und ergänzen (habe noch einige Zeichen frei um zu löschen und platt zu machen und so weiter). Dann werde ich die Geschichte einsenden und einfach mal sehen was daraus wird. Ich habe hier ein gutes Gefühl, was natürlich nichts zu bedeuten hat. Aber ich denke mal, wenn man bei einer Geschichte ein gutes Gefühl hat, ist es mehr Wert, als diese mit Bauchschmerzen los zu schicken (wie bei meiner ersten Geschichte, die ich mal eingesendet habe und bis heute auf die Absage warte 🙂 ).

High vom Schreiben

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr kreativ seit, euch so richtig in die Arbeit fallen lässt und dann auf einmal spührt, wie glücklich ihr euch im Bauch fühlt? Einfach glücklich, mit euch und der Welt im Einklang, einfach perfekt?

So erging es mir gestern, als ich an meinem Minilaptop saß und geschrieben hatte. Ich wollte eigentlich nur eine Seite schreiben und dann ging es los, powpowpow, dann noch eine Seite und noch eine Seite (was auf einem eeePC drei Seiten sind, ist auf einem normalen Computer gerade mal zwei). Und danach fühlte ich mich glücklich, beinahe High. Und das kann man fast wörtlich nehmen.

Normalerweise packen mich immer und immer wieder mal Selbstzweifel ob ich gut genug schreibe, ob ich gut bin, ob ich etwas schreibe, was auch veröffentlicht werden könnte.  Doch wenn ich so wild drauf los schreibe, dann fühle ich mich einfach seelig, die Selbstzweifel sind wie weggeblasen und ich denke mir einfach, die Welt ist wunderschön.

Dieses Glücksgefühl hält noch einige Zeit an, nachdem ich das schreiben beendet habe. Aber dann wird es wieder Zeit fürs tippen, weil sich dann wieder die Selbstzweifel melden. Und ja, es ist ein sehr nerviges Gefühl, wenn man dauernd überlegt, ob man gut genug ist und wenn ja, woran man es angeblich festmachen will und wenn nein, warum man überhaupt noch schreibt.

Gestern habe ich, in meinen Augen, einen entscheidenen Teil geschrieben und ich denke, dass ich heute Kapitel 4 beenden werde (wobei ich jetzt nur von Version 1 spreche, richtig fertig ist es dann immer noch nicht). Und ich komme auf alle Fälle voran. Wenn ich bedenke, wie ich den Roman geschrieben habe, der nun auf einer toten Festplatte klebt, dann bin ich bei diesem um Generationen besser. Nur muss ich noch daran denken, das nächste Kapitel zu plotten, sonst stehe ich nächste Woche da und habe nichts zu tun ^^ Wobei das ja so nicht stimmt.

Nun gut, ich werde dann mal wieder High 🙂

Personalakten für Charaktere

Gerade arbeite ich an meinen Charakteren für meinen Roman. Ohne Charaktere eben kein Roman. Ist ja logisch. Aber bisher habe ich das doch sträflich vernachlässigt. Da habe ich an den Kapitel geschrieben und gefeilt und geschrieben und so weiter und dabei wusste ich gar nicht, wie die Figuren eigentlich handeln? Und letztendlich kommt ein sinniger Plot nur dann zustande, wenn die Figuren sinnig gebastelt sind und sinnig werkeln.

Daher fange ich wieder mit den Personalakten an. Die Idee habe ich von einer ehemaligen Brieffreundin und ich muss sagen, sie ist so gut, dass ich diese Idee auch bei Elizabeth George gefunden habe. Und die Autorin schreibt seit einigen Jahren erfolgreich ihre Werke 🙂

In diesen Personalakten steht alles, aber auch wirklich alles über die Charaktere drinnen. Manchmal lese ich bei bestimmten Punkten das Wörtchen Unbekannt. Zum Beispiel, die Herkunft ist unbekannt, es ist unbekannt, was man gerne isst oder wo die Schwächen sind. Oder, oder oder …

In den Personalakten, die für mich selber bestimmt sind ist NICHTS unbekannt.  Denn wenn ich mein Charakter nicht kenne, wie soll ich dann mit dieser Figur arbeiten? Daher darf in den Personalakten, die für mich persönlich sind, niemals dieses Wort stehen.

Natürlich dürfen und sollen und können nicht alle Informationen die in den Akten auftauchen auch im Roman erscheinen. Das ist klar. Die Akten sollen immer ausführlicher sein, als man es am Ende vielleicht benötigt. Denn wieso sollte es wichtig sein, ob die Figur mit fünf Jahren was geklaut hat oder nicht. Doch auch so etwas gehört in den Akten hinein, bzw. ins Persönlichkeitsfigur der Figur. Denn so wird sie Dreidimensionaler als wenn man nicht solche feinen, aber kleinen Einzelheiten wüsste.

Man kann sich natürlich eine Notiz machen, was der Person selber unbekannt ist. Denn wenn die Figur eine Amnesie hat oder derartiges, dann kann sie sich ja nicht an das vergangene Leben erinnern. Das ist völlig in Ordnung. Im Gegenteil, so etwas macht ja letztendlich die Geschichte interessant.

Natürlich kannst du das Wort Unbekannt auch benutzen, wenn du öffentlich deine Figur vorstellst (zum Beispiel auf der dazugehörigen Internetseite). Denn die Leute sollen ja noch nicht das Beste zu früh erfahren, sprich, es soll nicht „ge-spoilert“ werden. Da sind Streichungen völlig in Ordnung.

Ich werde jetzt mal an einer Grundlagendatei arbeiten für meine Personalakten. Durch den Absturz meiner alten Festplatte ist ja alles futsch gegangen. Auch solche tollen Sachen. Also alles von vorne 😦

Storybook ~ die ersten Grundzüge

Ich arbeite ja gerade mal wieder Corrine Kenners „Tarot for Writers“ durch (und gehe vermutlich damit einigen schon auf die Nerven, lachZ) und habe dabei eine weitere Technik (wieder) entdeckt. Zu meiner Ehrlichkeit, ich habe es beim ersten Mal gelesen und es dann doch eher überlesen ^^

Und zwar geht es dabei um das Storybook, Storyboard, je nachdem wie man es nennen möchte. Und zwar, um genau zu sein, um die einzelnen Kapitel, die im Buch entsprechend aufgebaut werden.

Denn die meisten Bücher zum Thema „Creative Writing“ sagen dir, wie man einen Roman schreibt, wie man ihn aufbaut, was man beachten soll. Aber wie die einzelnen Kapitel aufgebaut werden können, dass wird meistens eher unter dem Tisch fallen gelassen. Sehr reizend.

Auch in ihrem Buch wird das auf eine halbe Seite erklärt, dass man das überhaupt machen kann und ich habe angefangen es auszuarbeiten, damit ich klar komme.

Zu aller Erst habe ich mir von Albideuter.de die Bilder meiner Decks heruntergeladen, mit denen ich aktuell arbeite. Zum Glück hatte er die auch da gehabt. Denn bei einem anderen Projekt arbeite ich mit eben anderen Karten und ich habe noch nicht alle gefunden. Notfalls woanders suchen.

Übrigens, ein Tipp wegen der Seite:  Die Bilder sind häufig größer dargestellt, als im Deck eben möglich. Daher ist es möglich so bessere Details zu finden, als auf den Karten. Daher lohnt ein Blick immer 🙂

So, zurück zum Thema …

Zuerst habe ich für jeden Kapitel aus den Decks, mit denen ich arbeite, eine Karte gezogen. Da ich dreizehn Kapitel schreiben werde (die Zahl stand schon von Anfang an fest, daran rüttle ich auch nicht), waren es also am Ende 26 Karten, für jeden Kapitel also zwei Karten. Und zu jedem Kartenpaar habe ich die Grundidee des Kapitels aufgeschrieben, welche Aussage dieses Kapitel im Roman haben soll.

Lustigerweise ist mir gestern folgendes passiert. Ich hatte die Karten auf der Arbeit mit und habe in meiner Pause ein wenig daran gearbeitet. Tja, aus versehen habe ich ein Kartenpaar im Säkchen vergessen und somit ein Kapitel vergessen. Als ich es bemerkt habe, habe ich es natürlich sofort nachgeholt. Aber die fehlende Lücke hat sich ohne Probleme eingefügt. Sprich, die Karten haben mir eine solide Grundlage ermöglicht, wie ich schreiben kann, ohne das es einen logischen Fehler gibt. Das finde ich faszinierend.

Jetzt geht es um die Detailarbeit. Sprich, jeder Kapitel kann ja nicht nur aus ein oder zwei Seiten bestehen, welche die Grundidee darstellt. Es muss ja mehr geschehen. Und darüber hat bisher noch nie jemand geschrieben, auch eben nicht Corrine Kenner.

Daher muss ich meinen Schmalz ein wenig anstrengen, denn so genau habe ich da noch keinen Schimmer, wie das gehen kann. Sondern noch grobe Ideen.

Meine groben Ideen sehen erst einmal wie folgt aus: Ich nutze dafür natürlich ein Schreibprogramm und als Überschrift nutze ich die beiden Karten und den Text, den ich mir ausgedacht habe. Dann gibt es zwei Möglichkeiten, die ich nutzen könnte.

  1. Ich nehme eine der Methoden (oder auch mehrere), welche Ms. Kenner zeigte, um den Roman zu strukturieren. Also den Beginning, Middle und End Teil oder etwas anderes. Ich kann auch die Thesis, Anthithesis und Synthesis Methode Nutzen.
  2. Ich ziehe eine bestimmte Anzahl von Tarotkarten und schreibe dazu meine Gedanken auf, die ich dann im entsprechenden Kapitel verwenden kann.

Egal welche Methode ich letztendlich verwende, die wird natürlich hier vorgestellt und es wird langsam Zeit, dass ich weiterschreibe. Die letzten beiden Wochen war ich doch sehr faul (und ich habe mich erfolgreich mit meiner Spätschicht herausgeredet). Aber heute und die nächsten beiden Tagen werde ich Kapitel 3 schreiben. Es wird langsam Zeit dafür 🙂

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