Ausschreibung, die Nächste

Und jetzt noch ein wenig Ausschreibungssachen.

Gestern habe ich eine Geschichte zum Thema „Dark Vampires“ losgeschickt und ich muss gestehen, ich bin extrem zufrieden mit ihr. Gestern bei der Überarbeitung war es teilweise sogar so, dass ich ein regelrechtes Hochgefühl erlebte, als wäre ich „Hight“ oder so etwas in der Richtung. Es war ein sehr schönes Gefühl. Deswegen habe ich sie auch am Ende losgeschickt.

Und heute schaue ich dann in mein E-Mailfach, welche ich extra für die Ausschreibungen eingereichtet habe und da war eine E-Mail von denen drinnen. Erst einmal ein Schreck, schon gelesen, schon abgelehnt (man habe ich Vertrauen zu mir ^^). Nein, es war eine Eingangsbestätigung. Na immerhin, uff!

Ende Februar bekomme ich dann eine Antwort, wenn es eine Zusage gibt, sonst nichts. Na danke schön 🙂

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Ich bezahle nicht für eine Teilnahme an Ausschreibungen oder ähnliches …

Wer gedacht hat, dass es in der Welt der Schreibenden sauber zugeht, hat falsch gedacht. Auch hier gilt ganz klar, Geld regiert die Veröffentlichung. Und trotzdem muss das hier nicht sein, gerade bei Anthologien.

Eine Anthologie, die aufgrund einer Ausschreibung zusammengestellt wird, beteiligen sich nicht gerade wenige Menschen. Bei kleineren Ausschreibungen in höheren zweistelligen Zahlenbereich, bei größeren Verlagen oder wenn die Thematik Krimi ist, kann man schon im dreistelligen Zahlenbereich rechnen. Füge noch irgendwo das Wort Erotik oder erotisch hinzu und du kannst schon mit vierstelligen TeilnehmerInnenzahlen rechnen (habe ich wirklich mal mitbekommen).

Und das Beste ist, du als AnthologieleiterIn musst noch nicht einmal einen einzigen Finger krumm machen, außer dir eine Ausschreibung ausdenken und sie veröffentlichen (und natürlich den Rattenschwanz an Arbeit danach erledigen). Ich meine damit, dass du nicht verzweifelnd nach Leute suchen musst, die vielleicht und gnädigerweise dir eine Geschichte schreiben. Diese Leute rennen dir die Bude ein und hoffen, dass ihre Geschichte in deiner Anthologie erscheinen.

In dem Sinne ist das ja eine feine Sache. Mach ein wenig Werbung für deine Ausschreibung (einige sehr wohl plazierte reichen aus, denn Ausschreibungen führen sehr häufig sehr schnell ein gewisses Eigenleben und du wirst deine Information an Orte entdecken, an die du noch nicht einmal gedacht hast 🙂 ) und dann musst du nur noch abwarten.

Und trotzdem gibt es Verlage und Anthologiegruppen, die für eine Veröffentlichung finanzielle Mittel verlangen. Per se kann man solch ein Verhalten nicht verurteilen, man sollte nur hinterfragen warum das verlangt wird.

Geld bezahlten für eine Veröffentlichung:

Wenn man nicht selber und selber freiwillig in einem BoD Verlag (lulu oder BoD) veröffentlicht, sollte man niemals selber für eine Veröffentlichung bezahlen. Wenn man das jemals einem Verlag erzählt, ich habe für diese und jene Veröffentlichung Geld hingeblättert, wird sich dein möglicherweise nicht mehr so zukünftiger Verlag schon mal fragen, inwiefern du überhaupt selber an deine Texte glaubst, wenn du noch nicht einmal versuchst sie auf den freien Markt anzubieten. Und wenn du schon nicht an deine eigene Texte glaubst, warum sollte dann der Verlag das für dich tun? Sehr häufig kann eine bezahlte Veröffentlichung leider ziemlich in die Hose gehen. Und du wirst nicht gerade deswegen, sondern trotz diesen Zwischenfalls vielleicht von deinem Verlag genommen. Wenn du für eine Veröffentlichung bezahlst, dann bitte nur bei einer Buch auf Bestellung Aktion, die du selber unter Kontrolle hast. Alles andere würde ich persönlich nicht machen. Auch wenn man hunderte von Absagen bekommt, die 1 Zusage danach kommt auch. Übe fleißig und alles wird sich schon richten 🙂

Geld für eine wohltätige Aktion:

Da würde ich schon eher sagen, klar, warum nicht. Wohltätige Aktionen können und sollten ruhig unterstützt werden. Aber da stellt sich schon die Frage, kommt das Geld auch wirklich da an, wo es ankommen soll, oder landet es nicht vorher in die eigene Brieftasche. Natürlich kann man die Leute nicht von vornherein verurteilen und sagen, klar, du sammelst für eine Wohltätige Aktion, erzähl mal vom Pferd welcher vor der Apotheke kotzt (das ist übrigens physiologisch nicht möglich, da Pferde wohl ein Schließmuskel im Hals haben, welche es ihnen absolut unmöglich macht, sich wirklich zu übergeben, wenn man als Pferde kotzen sieht, dann hat man wirklich etwas absolut unglaubliches gesehen). Mein Tipp in solchen Fällen: Überlegen ob es dir wirklich wert ist, für eine Veröffentlichung eine Spende zu bezahlen für die Wohltätige Aktion oder ob du nicht gleich das Geld direkt spendest.

Bezahlen Sie doch bitte eine Startgebühr:

Es gibt Ausschreibungen, die gerne Texte einnehmen und dann noch eine Startgebühr. Also, ich sende meine Geschichte zu dem Verlag hin und bezahle dann, zum Beispiel zehn Euro (mit der Summe rechnet es sich gleich leichter), damit meine Geschichte überhaupt überprüft und in die Bewertung eingeht. Damit wird entweder die Veröffentlichung, Lesungen oder sonstige Aktionen finanziert. Eine Garantie für eine Veröffentlichung hierbei gibt es jedoch nicht. Jetzt frage ich mich, warum bitte schön soll ich den Verlag finanzieren, damit er seine tollen Aktionen vornehmen kann und habe am Ende vielleicht noch nicht einmal etwas davon (hei, wir leben im Kapitalismus und ich will schon was für meine Arbeit und finanziellen Aufwendungen was sehen ^^). Und gehen wir mal davon aus, dass bei einer tollen Ausschreibung 10 Leute teilnehmen die alle die zehn Euro Startgebühr bezahlen. Hei, dass macht schon einmal einhundert Euro. Aber Moment, wir machen einfach mal eine Krimiausschreibung daraus (ob da jetzt wirklich mehr kommen, weiß ich nicht, ich behaupte es mal fresch), da kommen dann 100 Leute. 100 mal zehn Euro Startgebühr macht nach Adam Riese und Eva Zwerg immerhin 1000 Euro. Und wir packen nun das Wort Erotik dazu, dann kommen 1000 Leute mit der Startgebühr von zehn Euro. Logischerweise bekommt der Verlag am Ende 10.000 Euro. Für eine Veröffentlichung, die aller Wahrscheinlichkeit noch nach dem Book on Demand Prinzip vorgenommen wird, sind die Kosten schon einige Male wieder drinnen. Denn weiter unten werde ich noch mal meine Rechnung mit den bestellenden Exemplaren aufzählen, was da alles zusammen kommen kann. Und jetzt nehmen wir mal wirklich an, es kommen wahrhaftig 1000 Leute und nehmen an dieser Ausschreibung teil, wer will mir jetzt erzählen, dass die alle in einer oder mehrere Anthologien aufgenommen werden. Ich sage dazu nur o.W. (ohne Worte).

Mindestabnahme von Exemplaren:

Häufig heißt es auch, man habe eine bestimmte Anzahl von Exemplaren zu bestellen, wenn man bei der Ausschreibung teilnehmen möchte. Zum Beispiel fünf, zehn oder auch einhundert Stück (ich komme jetzt gleich zu der Rechnung von mir). Im Grunde genommen ist das auch eine Bezahlung für eine Veröffentlichung. Denn mit diesem Kauf erwerbe ich auch gleichzeitig mein Belegexemplar und die (ich glaube da gibt es sogar ein Gesetz, aber da dürft ihr jetzt bitte nicht nachfragen ^^) steht mir kostenfrei zur Verfügung. Machen nicht alle, gerade Klein- und Kleinstverlage haben damit gewisse Schwierigkeiten, kann ich nachvollziehen, aber viele von denen machen es trotzdem, dass sie dir zumindest ein Belegexemplar zusenden, damit du jederzeit beweisen kannst, ich habe in dieser Anthologie veröffentlicht.

Und außerdem möchte ich an dieser Stelle eine grob vereinfachte Rechnung vorstellen, die zumindest mir klar macht, dass diese Bestimmung eher schwachsinnig ist. Denn ich würde aller Wahrscheinlichkeit bei jeder Veröffentlichung folgende Anzahl von Exemplaren meiner eigenen Veröffentlichung bestellen:

(Ich gehe übrigens davon aus, dass ich ein Belegexemplar geschenkt bekomme, daher sind alle Exemplare die ich in der folgenden Rechnung bestelle auch Exemplare für die ich auch bezahle.)

Zumeist bestelle ich für meine Eltern mindestens ein Exemplar wenn sie in einem Haushalt leben, zwei Exemplare, wenn sie geschieden sind und vor allem, wenn ich nicht mehr zu Hause lebe. Immerhin sind meine Eltern stolz wie Bolle und immer wenn Besuch kommt ist aller Wahrscheinlichkeit die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass allen gezeigt wird, was Kindchen veröffentlicht hat. Ich bin mal so frei und bestelle für meine Eltern jeweils ein Exemplar.

Dann kommen noch die Geschwister hinzu. Egal ob ein Geschwister (klingt komisch ist grammatikalisch aber richtig) oder mehrere, alle bekommen ein Exemplar. In meinem Fall sind es zwei, also haben wir vier (auch wenn ich nicht weiß ob sie es wirklich lesen bzw. überhaupt haben wollen).

Ich gehe weiterhin davon aus, dass meine beiden besten Kumpels/Freunde und meine beiden besten Freundinnen jeweils mindestens ein Exemplar haben möchten (ja, ihr seht, ich führe ein trauriges reales Leben ^^). Das macht noch einmal vier Exemplare. Vier plus vier macht inzwischen acht Bücher, die ich bestellt habe.

Dann möchte ich meinen besten, virtuellen Freundinnen und meinen Brieffreundinnen ein Exemplar schenken. Tun wir einfach mal so, dass es weitere vier sind und ich habe ein Dutzend Bücher gekauft ohne auch nur einen einzigen Finger wirklich krumm zu machen.

Gehen wir davon aus, dass jedes Buch zehn Euro kostet, dann hat der Verlag an mir alleine für Geschenkexemplare 120 Euro abzüglich des Autorinnenrabatts verdient (beträgt 25 Prozent). Das wären ca. 30 Euro, macht also ein Verdienst für den Verlag von 90 Euro (Verdienst ist ungleich Gewinn natürlich).

Und ich bin ja immer noch nicht fertig. Immerhin möchte ich mindestens ein oder zwei Exemplare haben, die ich dann herumzeigen kann, wenn jemand nicht glauben möchte, dass ich wirklich etwas veröffentlicht habe oder damit ich diese sofort verschenken kann. Weiterhin werde ich aller Wahrscheinlichkeit für meine Anthologien Werbung machen und da können auch noch einige Exemplare über die Ladentheke gehen. Man kann also sagen, ich kann für den Verkauf von zwanzig Exemplaren sorgen. Also 200 Euro abzüglich der 25 Prozent macht das ein Umsatz von 150 Euro.

Weiterhin werde ich ja Werbung machen, damit noch mehr Exemplare über die Bühne gehen um auch einfach mein Bekanntheitsgrad ein wenig zu steigern (hättet ihr jetzt etwas anderes gedacht?).

Aber Moment, wir sind immer noch nicht fertig. Wenn ich also mit den zwanzig Exemplaren einen Umsatz von ca. 150 Euro verursache, bedeutet das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Ich bin ja nicht alleine in der Anthologie vertreten.

Gehen wir einfach mal davon aus, wir sind zehn Leute, die mit jeweils einer Geschichte vertreten sind. Und wir alle Sorgen dafür, dass zwanzig Anthologien ohne größere Anstrengungen verkauft werden. Was macht zehn Personen mal zwanzig Exemplare? Richtig: 200 Exemplare. Und pro zwanzig Exemplare habe ich ja ein Umsatz von 150 Euro generiert. Also, was machen 150 Euro mal zehn Personen, die dafür Sorgen, dass die 200 Exemplare verkauft werden? Genau 1500 Euro.

Und wir sind immer noch nicht fertig. Immerhin wird der Verlag auch Werbung machen (und wenn man an der Tantiemenausschüttung nicht beteiligt ist, behält er nicht nur den Umsatz sondern auch den Gewinn) und indem ich stolz zeige, was ich veröffentlicht habe, mache ich auch weiter Werbung und am Ende werden sich immer wieder mal Exemplare verkaufen.

Jetzt mutet es natürlich komisch an, warum ich gegen die Bedingung bin Exemplare als Veröffentlichungsgrund zu kaufen, wenn ich doch eh circa zwanzig Exemplare kaufen werde (voraussichtlich, immerhin ist das hier eine Beispielrechnung und es könnten mehr aber auch weniger sein). Ganz einfach, ich bezahle damit meine eigene Veröffentlichung. Wenn ich schon von vornherein eine gewisse Anzahl von Exemplaren kaufen werde (und damit rechnen die Verlage natürlich), dann muss ich das nicht als Bedingung einsetzen. Ich bin eben nicht bereit für eine Veröffentlichung in jeglicher Art und Weise zu bezahlen, wenn es von vornherein aller Wahrscheinlichkeit klar ist, dass ich Exemplare kaufen werde.

Immerhin ist bei Veröffentlichungen nicht immer gegeben, dass ich neben einem Belegexemplar überhaupt irgendwelche weitere Vergünstigungen erhalten werde (also Tantiemen, Autorinnenrabatt oder sonstiges). Meistens heißt es auch, sie kriegen ihr Exemplar und danke das sie an unserer Ausschreibung teilgenommen haben, besuchen sie uns doch bald wieder.

Natürlich muss jedeR selber entscheiden unter welchen Bedingungen man die eigene Geschichte veröffentlichen möchte. Ich habe meine Entscheidung getroffen und werde Ausschreibungen meiden, die von mir ein Startgeld oder eine Mindestabnahme oder eine Beteiligung an der Veröffentlichung verlangen. Wenn ich ein Verlag gründe und der Meinung bin Ausschreibungen durchzuführen (was natürlich auch für eine gewisse Form der Werbung steht), dann muss ich auch von der Idee bis zur Werbung nach der Veröffentlichung entsprechend meine Arbeit leisten. Alles andere wäre für mich persönlich nicht tragbar, weil ich mich dann schon fragen müsste, bin ich wirklich ein Verlag?

In dem Sinne Augen auf bei der Suche nach Ausschreibungen.

Balsam für die Seele :)

Ich habe die Geschichte vom Superclown auch bei MySpace veröffentlicht um natürlich auch ein wenig Werbung für mich zu machen. Was soll ich sagen, gerade hat jemand ein Kommentar geschrieben, dass die Geschichte sehr gut zu lesen sei, ich talentiert sei und er noch mehr lesen möchte.

Er hatte kurz vorher nachgefragt, ob etwas von mir zu lesen sei und ich habe ihn auf mein MySpace Blog hingewiesen und auf die Veröffentlichung nächstes Jahr. Und im Grunde genommen hätte er nichts zu schreiben brauchen. Das bin ich letztendlich gewohnt. Fragen und dann Schweigen. Wieso nicht.

Daher wage ich mal, ein wenig Wert auf diese Aussage zu schieben (und im nachhinein frage ich mich ruhig eine Runde, warum ich diese Geschichte nicht auch eingeschickt habe, aber ist jetzt auch egal 🙂 ).

Übrigens, ich habe die nächste Geschichte für eine Ausschreibung fertig und die hat sogar ein HappyEnd entwickelt (und das ohne mein Willen, sprich, es sollte von vornherein ein HappyEnd werden) und nicht weil ich nach irgendwelchen Schnauzen schreiben wollte 🙂 Jetzt nur noch überarbeiten und dann gehts weiter 😉

Für die nächsten paar Stunden deprimiert

Ich habe gerade in meinem E-Mailfach mal wieder eine Absage für eine Ausschreibung erhalten. Jetzt kommt die harte Realität der Kurzgeschichteneinsendungen, es kann eben nicht immer eine Zusage kommen und damit auch eine Veröffentlichung.

Aber trotz allem bin ich eben für die nächsten paar Stunden deprimiert und versuche mich zu motivieren (weil ich bei einer Geschichte schon auf eine positiven Zusage  gehofft habe, weil sie mir persönlich sehr gut gefällt).

Ich werde mich versuchen zu motivieren und weiterzuschreiben. Inzwischen gibt es (hoffentlich) gute Laune mit dem folgenden Video.

Vom NaNoWriMo, November, Dezember und keine Ahnung was noch :)

Wie einige von euch mitbekommen haben, ich habe mich im November ganz schön rar gemacht. Und das hatte einen guten Grund:

Das Bild sagt es letztendlich schon 🙂 Ich habe den ganzen Monat mehr oder weniger nur am NaNoWriMo geschrieben und diesen auch gewonnen. 50.034 Wörter habe ich geschrieben. Wobei ich nebenbei noch ganz kurz folgendes erwähnen möchte: Ich habe noch drei Kurzgeschichten geschrieben (der Superclown war einer davon), wobei ich glaube, dass es noch einmal 9000 Wörter mehr geworden wäre, hätte ich diese mitgezählt. Und außerdem habe ich die Bewertung drei Tage vor Schluss vorgenommen (am 27. November). Hätte ich den Samstag, Sonntag und auch Montag noch geschrieben, da wären aller Wahrscheinlichkeit mindestens 6000, wenn nicht sogar 10.000 Wörter noch einmal dazu gekommen.

Aber am Sonntag hatte ich ein Spieleabend gehabt und ich wollte mich nicht weiter unter Druck setzen. Ich habe gemerkt, wie meine Schreiblaune immer weiter Richtung Keller sackte und ich war, ehrlich gesagt, einfach nur noch erleichtert, dass ich mein Ziel geschafft habe und wollte für mich nur noch abschließen.

Was hat mir das NaNoWriMo aber eigentlich gebracht?

Erst einmal gute 65 Seiten (Times New Roman, Schriftgröße 11) eines möglichen neuen Romans. Den werde ich nun nach und nach überarbeiten und dann weiterschreiben. Mir gefällt die Idee und ich kann mir auch gut vorstzellen, damit mal bei einer Literaturagentur vorstellig zu werden. Natürlich habe ich wieder einige neue Ideen, wie ich die Geschichte umschreiben kann (und ich denke, von den 50.000 Wörter, die ich geschrieben habe, fliegen mindestens die Hälfte wieder heraus). Aber ich denke, dass ist eben typisch beim NaNo, man achtet eben nicht darauf, was man schreibt, sondern letztendlich nur wie viel.

Weiter hat mir das NaNo gezeigt, ich bin sehr wohl in der Lage jeden Tag zu schreiben. Früher habe ich immer wieder gerne Ausreden gesucht um nicht zu schreiben, nun habe ich sie nicht. Immerhin habe ich mich jeden Tag hingesetzt und habe auch regelmäßig unter der Woche zweitausend Wörter und mehr geschrieben (einige Male sogar dreitausend). Jetzt kann ich mich also nicht mehr herausreden, dass ich zu müde zum schreiben bin. Immerhin habe ich es beim NaNo geschafft mich trotzdem hinzusetzen und mein Tagesziel zu erreichen.

Daher habe ich beschlossen, jeden Tag zumindest 1000 Wörter zu schreiben. Es ist egal zu welchem Thema (also Roman oder Kurzgeschichte), Hauptsache es sind am Ende mindestens 1000 Wörter. Nach oben hin ist natürlich keine Grenze offen (eher ein Zeitlimit).

Die Geschichte selber ist an sich schon interessant. Mein störrischer Charakter hat sich um einiges störrischer erwiesen, als gedacht. Aber an anderer Stelle konnte ich sie bändigen und nun tut sie, was ich schreibe und nicht andersherum. Aber wie schon oben geschrieben, da gehört noch einge Menge Änderungen. Denn viele mögliche Konfliktszenen habe ich viel zu harmlos beschrieben, die Klippen umschifft oder mich erst gar nicht herangewagt. Da muss noch einiges geschehen, damit ich wirklich zufrieden bin. Aber die Idee selber gefällt mir irgendwie (die ich aber nicht weiter erläutern werde).

Sonst habe ich im November noch an einer Ausschreibung teilgenommen und warte nun auf das Ergebnis. Für diese Ausschreibung konnte ich drei Geschichten einsenden, aber seien wir mal ehrlich, Superclown (das ist die dritte Geschichte die ich geschrieben habe), ist nicht unbedingt der Reißer. Die Idee finde ich lustig, aber ich habe dazu irgendwie nicht DEN Bezug, als das ich sagen könnte, hei, dass ist es, da macht es Spaß noch mehr zu schreiben. Aus diesem Grund habe ich dafür gesorgt, dass er nie an einer weiteren Ausschreibung teilnehmen kann. Dazu muss man solche Sachen einfach nur im Internet veröffentlichen und damit hat es sich schon 🙂

Ich habe mir auch noch ein Buch gegönnt (okay, wen überrascht diese Aussage? zumal es insgesamt vier waren), welche sich direkt um das Schreiben von Kurzgeschichten dreht:

Shaping the Story: A Step-By-Step Guide to Writing Short Fiction: Workbook von Mark Baechtel

Das Buch beschreibt pro Kapitel einen Schritt  zu einer Kurzgeschichte. Im ersten Kapitel erklärt er, wie man an Ideen kommt und sie ausbaut (mit Hilfe einer Clustermethode). Kapitel 2 erzählt vom Anfang, also der erste Satz, der erste Absatz und so weiter. Und ich bin gerade bei Kapitel 3, welche den „Point of View“ beschreibt (okay, das Buch ist auf englisch und ich denke gerade ein wenig zu sehr im englischen und kann einfach mal ganz spontan „Point of View“ nicht ins deutsche übersetzen, ist doch verrückt).

Es gibt eine Hauptübung zu jedem Kapitel, welche von einer Studentin und einem Studenten aus seinem Schreibkurs umgesetzt und im Buch gezeigt wird. Wer damit nichts anfangen kann oder weitere Übungen haben möchte, kann sich auf die darauffolgenden Fragen bzw. Aufgaben stürzen und weiter schreiben. Dann gibt es noch Fragen zu den Kurzgeschichten am Ende des Buches. Ja, der Autor hat diverse Kurzgeschichten veröffenlticht und im Rahmen jeden Kapitels völlig unterschiedliche Fragen zu jeweils eine der Kurzgeschichten gestellt. Somit ist man quasi gezwungen sich mit den Geschichten auseinanderzusetzen und zu lernen, warum es manche AutorInnen zu einer besonderen MeisterInschaft auf bestimmten Gebieten geschafft haben.

Ich mag gerne gestehen, ich freue mich jeden Tag darauf in diesem Buch zu lesen und habe auch schon einige Ideen, wie ich die Anregungen des Autors umsetzen kann. Noch während ich auf das Buch wartete (die Lieferzeit dauerte ein wenig länger, was ich aber schon gewohnt bin), hatte ich mir schon manches Mal gedacht, ob es eine gute Idee war es zu kaufen. Im nachhinein kann ich es nur empfehlen 🙂

Ich habe mir noch ein zweites Buch zum Thema Schreiben gegönnt. Eigentlich wollte ich das als erstes haben und dann habe ich beim weitersuchen eben das oben beschriebene Buch entdeckt:

Elements of Writing Fiction – Beginnings, Middles & Ends (Elements of Fiction Writing) von Nancy Kress

Ich habe hier erst den ersten Teil des Vorworts richtig gelesen und leider hat Ms. Kress recht. Während der Roman für eine Autorin oder ein Autor das größte Werk ist (neben den anderen Romanen und Novellen die man geschrieben hat), ist einE LektorIn leider nicht in der Lage jedes Werk gebührend zu überprüfen. Es geht einfach aus technischen Gründen nicht (zu viele Manuskripte, zu wenig Personal und noch viel weniger Zeit). In einer idealen Welt würde es genügend LektorInnen geben und jedes Werk würde eben die gebührende Zeit erhalten um geprüft zu werden.

Schade nur, dass wir nicht in einer idealen Welt leben.

Und wer in einem Verlag veröffentlichen will, muss eben lernen wie ein Verlag zu denken. Und daher wird bei Kurzgeschichten meistens auf die ersten drei Absätze und bei Novellen/Romane auf die ersten drei Seiten besonders viel Wert gelegt. Eben weil viele der Meinung sind, wer es schafft die Leute auf diesen Seiten (oder Bereiche) zu fesseln, kann am Ende das Buch auch verkaufen. Denn es soll mal nach Sol Stein eine Umfrage gegeben haben, nach welchen Kriterien die Leute ein Buch kaufen. Neben den Klappentext auf der Buchrückseite sind es eben die ersten Seiten. Man kann dazu stehen, wie man möchte. Fakt ist es, die Leute haben immer weniger Zeit und die ersten Seiten entscheiden immer häufiger darüber ob man ein Buch kaufen möchte oder nicht (wenn man es im Buchhandel kauft, der Onlinemarkt hingegen hat da ja ganz andere Möglichkeiten ein Buch bekannt zu machen und es kaufenswert erscheinen zu lassen 🙂 ).

Und das oben genannte Buch erklärt genau wie man eben die ersten Seiten interessant macht (wer mit dem Anfang Probleme hat), wie man nach einem tollen Anfang einen guten Mittelteil hinbekommt (für Leute wie mich, die es als schwer empfinden einen guten Anfang weiterhin am Leben zu erhalten) und die LeserInnen am Ende aus der Geschichte gekonnt zu werfen (ebenfalls für mich sehr interessant).

Und ich habe mir zwei Anthologien von Pam Keesey gegönnt (nicht nur zu Übungszwecken um zu sehen, wie man für eine Anthologie schreiben kann, sondern auch aus reinem Lesespaß).

Wobei alle vier Bücher nur auf englisch sind. Ich habe es zur Zeit überhaupt mit der englischen Sprache 🙂

Zur Zeit arbeite ich an einer Kurzgeschichte zum Thema „Welten neben der Unseren“.  Zudem habe ich noch mindestens zwei weitere Ausschreibungen, an denen ich diesen Monat teilnehmen möchte. Und da Anfang Januar 2010 eine weitere Ausschreibung ausläuft, muss ich mich da ebenfalls ranhalten. Da ich aber bewiesen habe, dass ich schreiben kann (ich meine damit tagtäglich), wird es nicht daran liegen, dass ich die Sachen nicht schaffe 🙂

Also in dem Sinne, ich schreibe noch etwas.

An dieser Stelle noch danke schön an Alruna, weil du dir Sorgen meinetwegen gemacht hast *rotwerd*. Zwar habe ich ab und an noch ein wenig Druck auf den Augen, aber sonst ist mit denen alles in Ordnung. Ich pflege sie mit Augentropfen, in Abwechslung mit Gel und Creme. Und vermutlich sind sie deswegen noch in Ordnung. Die Überweisung zu meiner Augenärztin kann ich hoffentlich diesen Quartal einfach in die Tonne kloppen, weil es mir in dem Sinne gut geht 🙂

Danke dir noch einmal *knuffZ*

Der Superclown

Da ich mich in November kaum gemeldet habe, gibt es hier erst einmal eine kleine Entschädigung dafür. Eine Kurzgeschichte, die ich für eine Ausschreibung geschrieben habe, aber sie nicht einreichen möchte. Mehr zu dieser Ausschreibung, zum NaNoWriMo und so weiter, werde ich dann nächste Woche schreiben (ich habe morgen ein Spieletag vor mir, den ich genießen möchte 🙂 ).

Also viel Spaß mit der Geschichte.

„Ich werde Sie retten“, rief ein Mann vom Himmel herab, wo eine schreiende Frau an Dach eines Hochhauses hing und um ihr Leben rang. Nicht Angst, regelrechte hysterische Panik war ihr im Gesicht geschrieben. Es war kreidebleich, die Augen weit aufgerissen und die Hände konnten sich an nichts klammern, um den Absturz zu verzögern, und wenn es sich nur um wenige Sekunden handelte. Innerlich schloss die Frau schon mit ihrem Leben ab und hoffte nur noch, dass das Ende kurz und schmerzlos sein würde. Dann rutschten die Hände endgültig ab und sie betete nur noch und sah vor ihrem inneren Auge ihr Leben abspielen, wie in einem Film.

Doch dann umschlossen zwei starke Arme sie und sie fühlte sich auf einmal so leicht. Als ob sie fliegen würde. Das musste ein Engel sein, der sie rechtzeitig abgeholt hatte. Anders konnte sie es sich nicht erklären.

„Alles in Ordnung mit Ihnen Lady“, fragte eine männliche Stimme, die nicht sonderlich engelhaft klang. Erschrocken machte die Frau ihre Augen auf und sah in das Gesicht eines Clowns. Sie überlegte sich, ob sie schreien oder doch einfach nur in Ohnmacht fallen sollte. Irgendetwas war an diesem Bild absolut falsch. Ein Clown! Ein Clown hatte ihr das Leben gerettet! Ein Clown konnte fliegen! Da alles passte einfach nicht zusammen. Das ging einfach nicht!

„Ist alles in Ordnung mit Ihnen“, fragte er noch einmal, wobei seine Stimme ein wenig eindringlicher wurde.

„Ich weiß nicht“, stammelte sie zusammen. Sie war sich wirklich nicht sicher, ob es ihr gut ging oder nicht. Ein Clown!

Der Clown setzte sie auf dem Boden ab, wo gleich ein halbes Dutzend Polizisten auf sie zukamen um sich um sie zu kümmern. Aber genauso wie sie, hatten die Uniformierten scheinbar ihre Probleme mit der Tatsache, dass ein Clown fliegen konnte und vor allem sie retten konnte. Scheinbar fühlte er sich in seiner momentanen Situation nicht sonderlich wohl, daher winkte er ihnen kurz und kurz angebunden zu und flog davon.

„Ein Clown“, sagte sie und war völlig aufgelöst. Endlich gaben ihre Knie nach und ihre Beine klappten unter ihr zusammen. Das war einfach zu viel für sie.

Am nächsten Tag verließ sie das Krankenhaus und war erleichtert, dass sie nur einige Kratzer davon getragen hatte. Immerhin, sie hätte tot sein können. So richtig Mausetot. Und doch hat ihr ein Clown das Leben gerettet. Das ganze konnte sie immer noch nicht einordnen.

„Hast du das gehört, ein fliegender Clown“, hörte sie auf einmal einen Jungen auf der Straße sagen.

„Ja, irgendwie so richtig lustig“, meinte ein anderer und auf einmal brachen sie in heiteres Gelächter aus. Natürlich, es war ein ungewöhnlicher Gedanke, dass es ein Superheld im Clownskostüm gab. Normalerweise waren sie Spaßmacher im Zirkus oder übertrieben es mit ihren Späßen und wurden zu einer Gefahr für die Menschen. Aber das sich wirklich ein Clown hinstellte und anderen das Leben rettete, dass einer von ihnen zu einem Helden wurde, dass konnte sie sich ebenso wenig vorstellen, wie alle anderen. Und doch war ihr gestern genau das geschehen.

Sie ging nach Hause und versuchte sich im Klaren zu werden, was ihr gestern geschehen war. Es ging ihr weniger um die Tatsache, dass sie von einem Clown gerettet worden war. Damit konnte sie noch leben. Es ging ihr eher um die Sache, dass sie beinahe gestorben wäre. Ein paar Sekunden später und sie wäre mit voller Wucht auf den Boden aufgekommen. Und niemand hätte sie sonst retten können. Alle anderen kamen viel zu spät. Die Feuerwehr mit ihrem aufblasbaren Kissen, oder wie immer sie auch das riesige Ding nannten. Die Polizei, die versuchte auf das Dach zu kommen. Einfach alle. Sie wäre beinahe gestorben. Es war einfach unglaublich. So knapp dem Tod entronnen.

Als ihr das immer bewusster wurde, erinnerte sie sich auch, dass sie sich überhaupt nicht bei ihrem Retter bedankt hatte. Dazu war sie gestern gar nicht in der Lage gewesen. Und ob sie es heute war, das wusste sie nicht.

Sie verließ ihre Wohnung, kaum dass sie diese betreten hatte und ging auf die Straße. Und schon steckte sie fest. Wie sollte sie ihn finden? Immerhin war er eine Art Superheld. Schnell korrigierte sie sich. Egal wie er aussah und allgemein genannt wurde, er konnte fliegen und somit war er offiziell ein Superheld. Glaubte sie zumindest.

„Wieso gibt es kein Superheldenhandbuch“, fluchte sie leise vor sich hin. Jeder zweite Vollidiot nannte sich heute Held oder gar Superheld. Aber wie sie definiert wurden, dass konnte niemand nachvollziehen. Mal war der fliegende Typ lediglich ein Held. Und der mit dem Waffenarsenal ein Superheld. Was war der Clown dann?

Über ihr flog eine Frau in einem sehr aufwendigen Kostüm und sofort schauten alle nach oben um einen Blick auf sie zu erhaschen. Auch wenn die Stadt voller Helden und Superhelden war, es war immer wieder ein Erlebnis sie zu sehen. Vor allem, wenn sie ihre besonderen Kräfte einsetzten.

Sie konnte sich nicht vorstellen, dass er zu dem edlen Kreis der Helden gehörte. Zumal er neu war. Und auch die Helden hatten gewisse Vorurteile gegenüber Menschen, die anders waren. Das hatte sie genügend aus der Presse erfahren. Und das reichte ihr völlig aus um sich diesbezüglich ein Bild zu machen. Und sie war sich sicher, dass sie gegenüber einem Clownhelden nicht viel anders sein würden.

Sie atmete tief durch als sie ein Bild im Fernsehen des Clowns sah. Zum ersten Mal erblickte sie ihn in voller Montur und wieder wurden ihre Knie weich. Ihr Herz schlug schneller und nur mit Mühe konnte sie einen grellen Schrei unterdrücken. Er war wirklich ein Clown in voller Montur und einer roten Nase. Und sie litt unter Coulrophobie, also die Angst vor Clowns. An Clowns denken konnte sie, aber nicht sehen. Und erst jetzt wurde ihr bewusst, dass er so richtig wie ein Clown aussah. Mit allem drum und dran. Das war zu viel für sie. Sie drehte sich um und wollte schon nach Hause gehen. Aber dann dachte sie daran, was sie diesem Typen zu verdanken hatte. Der Kerl hatte ihr das Leben gerettet. Er hat sich auch keine Gedanken gemacht, ob er ihr als Steuerberaterin helfen sollte oder nicht. Immerhin könnte sie ihm das finanzielle Leben schwer machen. Und er hatte sich auch nicht darum gekümmert. Es war also Zeit, dass sie ihre Ängste überwand und ihn dankte. Nun, vielleicht nicht überwinden, das wäre dann doch ein wenig zu viel verlangt. Wenigstens für einige Minuten unter Kontrolle bringen um ihm Danke zu sagen. Das müsste ausreichen. Und wenn er wirklich ein Held war, würde er es schlichtweg akzeptieren.

Also suchte sie ihn weiter und hoffte, ihn bald zu finden. Immerhin wollte sie etwas von ihm, also hatte er sich wie ein Held zu benehmen und in einer Seitengasse auf sie zu warten, so zu tun, als wäre es das selbstverständlichste von der Welt gewesen sie zu retten und damit hatte sich die Geschichte. Und immerhin war er ein Held, also würde er sicherlich auch so tun, als wäre es normal gewesen. Egal wie er sich selber definierte.

Sie ging in eine Seitengasse und suchte ihn dort. Wo würde sie sich verstecken, wenn sie ein Clown war, die sich für einen Superhelden hielt und nicht von den anderen bekannten und respektierten Superheldengruppe akzeptiert wurde? Vermutlich in einem Zirkus. Zumindest in diesem Fall. Alles andere wäre vermutlich doch zu auffällig geworden. Er war wie ein bunter Pudel, der durch die Stadt lief. Da musste er einfach auffallen. Also wäre es für ihn besser, wenn er sich irgendwo versteckte, wo er unter seinesgleichen war. Und das bereitete ihr wieder schwache Beine. Wohlmöglich waren da noch mehr Clowns. Noch mehr rote Nasen und übertriebene Haare und diese albernen Kostüme. Hoffentlich hielt er sich nicht in einem Zirkus auf. Alles, nur nicht noch mehr Clowns!

Daher blieb sie in der Seitengasse und überlegte ob es eine gute oder schlechte Idee wäre überfallen zu werden. Im Grunde genommen war es eine idiotische Idee. Aber vielleicht würde sie ihn auf sich aufmerksam machen und er sie dann retten. Immerhin konnte sie ihn so danken. Auch wenn es dann zweimal nötig wäre. Aber es könnte auch sein, dass jemand anders käme um sie zu retten und er dadurch in den Hintergrund geriet. Oder noch schlimmer, es käme niemand, weil man sie nicht hörte, aufspürte oder sonstiges geschah. Sie hatte keine Ahnung, wie man die Opfer von Gewaltverbrechen auf Heldenart fand. Irgendwie taten sie es aber und waren darin sehr gut. Aber auch ihnen entging immer wieder jemanden. Auch das hatte sie aus der Presse. Und sie wollte nicht riskieren, dass gerade ihr in diesem Moment so etwas geschah. Immerhin wollte sie nur eine gewisse Schuldigkeit einlösen. Nicht mehr und erst recht nicht weniger.

Sie ging weiter und bisher sah es gut aus, dass sie keinen Verbrecher antraf oder einen der Superhelden, den sie heute nicht sehen wollte. Sie waren alle zwar ganz nett, aber ihr gingen die Lobhudeleien, nach denen sie gierten, so richtig auf die Nerven. Ja, sie taten etwas für die Stadt. Das stimmte. Aber mussten sie sich andauernd in die Kamera stellen, als seien sie ein Geschenk des Himmels, welche alle gefälligst zu sehen hatten? Und nebenbei gleich noch die Füße küssen und in den Hintern kriechen? Jeder Mensch konnte ein Held sein. Oder auch eine Heldin. Irgendwann war auch mal genug! Und die Herren und Damen übertrieben es wirklich.

Auf einmal hörte sie das Quietschen einer Hupe. Soweit sie sich erinnern konnte, ein typisches Zeichen eines Clowns. Als Kind hatte sie gerne Clowns im Zirkus besucht. Aber irgendwann hatte einer mit seinen Späßen übertrieben und ihr so viel Angst eingejagt, dass sie diese nicht mehr ansehen konnte. Doch jetzt musste sie es wagen. Denn sie war sich sicher, der Clownheld war da irgendwo. Und sie wollte sich bei ihm bedanken, koste es, was es wolle. Und wenn es ihr Nervenkostüm war. Dann sei es ebenso.

Sie ging um die Ecke und beinahe wären ihr die Augen rausgefallen. Vor ihr stand ein junger, hübscher, verdammt gut aussehender, gut gebauter, herrlicher junger Mann. Es viel ihr schwer nicht noch mehr Vorzüge in ihren Gedanken aufzuzählen. Denn körperlich schien sie den perfekten Mann vor sich zu haben, er war einfach lecker. Sie schluckte die Spucke, die sich in ihrem Mund gesammelt hatten runter. Sabbern musste sie nun wirklich nicht. Das wäre in diesem Moment zu peinlich gewesen. Denn sie registrierte einen jungen Mann, der nur in einer Unterhose, in einer sexy Unterhose wie sie sah, in einer Seitengasse mit sehr vielen üblen Kerlen stand. Und dieses Bild war nicht unbedingt typisch. Auch nicht für diese verrückte Stadt.

Er war sich sicherlich ihrer gierigen Blicke bewusst und zog sich schnell etwas über, zumindest ein Hemd.

„Kann ich Ihnen helfen“, fragte er ein wenig nervös.

„Ich suche eigentlich diesen Clown, der scheinbar ein Superheld oder auch nur ein Held ist, ich weiß nicht was er ist, auf alle Fälle, ich suche ihn. Sie haben ihn nicht zufälligerweise gesehen?“ Doch bevor er antworten konnte, sah sie auf dem Boden ein Clownskostüm. Zwar war sie nicht unbedingt die intelligenteste Frau der Welt. Aber sie konnte immer noch eins und eins zusammenzählen.

„Das ist jetzt nur ein Scherz. Sie sind der Clown, der mir das Leben gerettet haben?“ Ihre Stimme musste einen Ton an sich haben, dass ihn verlegen machte.

„Ich habe mir das Ganze nicht ausgesucht“, verteidigte er sich.

„Was meinen Sie?“ Sie war froh nicht einen Lachkrampf bekommen zu haben. Scheinbar war ihm die Sache noch unangenehmer als ihr mit Clowns in Berührung zu kommen.

„Ich kann meine Kräfte nur dann einsetzen“, begann er und seine Stimme brach zusammen. Kurze Zeit später konnte er den Satz dann beenden. „Ich kann sie nur dann einsetzen, wenn ich ein Clownskostüm anhabe. Nicht gerade das, was man sich als Held vorstellt. Ich hätte lieber eine Maske und ein Umhang, und bestimmt nicht eine rote Nase und Schminke im Gesicht.“ Sie sah ihn ungläubig an.

„Sie müssen die Sachen anziehen um ihre Kräfte einsetzen zu können“, fragte sie ungläubig und er nickte. „Und ist es wichtig wie man aussieht wenn man gutes tut“, fragte sie weiter. Sie selber hatte immer geglaubt, dass Kleidung Leute machten und es wichtig war, dass man ein bestimmtes Kostüm anziehen musste, um etwas zu erreichen. Aber er hatte sie gerettet und das in einem Kostüm, dass die Menschen zum Lachen bringen sollte.

Er setzte sich hin und sah erschöpft aus.

„Ich weiß, es sollte mich nicht so mitnehmen, aber das tut es trotzdem“, meinte er. Sie setzte sich neben ihn hin und auf einmal begriff sie, dass auch Helden und Heldinnen nur Menschen waren. Und auch sie brauchten Liebe und Aufmunterung. Auch sie brauchten Zuspruch, Aufmunterung und vielleicht eine Schulter zum anlehnen.

Sie reichte ihm die Hand hin.

„Mein Name ist Angel.“

NaNoWriMo Halbzeit und die gedankelichen Folgen

Heute ist Halbzeit beim NaNoWriMo und man sollte dementsprechend die Hälfte der Wortzahl (also 25.000) geschafft haben. 1000 Wörter noch und ich bin bei 30.000. Dementsprechend könnte ich dann bis zum 18. November warten und dann erst weiterschreiben (was ich natürlich nicht mache, immerhin habe ich einen ordentlichen Vorsprung, das ist mir viel wert und vielleicht schaffe ich es auch vor dem offiziellen Ende meine Wortzahl zu erreichen, probieren werde ich es).

Während ich so an diesem Roman arbeite merke ich einfach, wie viel Spaß ich dabei habe. Ein Gefühl, den ich bei meinem Krimi seit längerem schon vermisse (vielleicht liegt es auch nur am dritten Hauptcharakter den ich eingeführt habe, vielleicht aber auch daran, dass ich doch schon seit ca. vier Jahre daran arbeite).

Daher habe ich gestern einige Dinge für mich beschlossen, welche ich dann ab dem 1.Dezember (wenn also das NaNoWriMo vorbei ist) umsetzen werde.

  1. Mein Krimi wird erst einmal so wie ich ihn geschrieben habe, auf Eis gelegt. Dafür arbeite ich an der Umgebung, an den Charakteren und all diesen Dingen (ja, ich gestehe, dass habe ich bis heute nicht getan und die Sachen, die ich hatte, sind auf der alten Festplatte, die hübsch ins Nirvana übergegangen ist). Gleichzeitig werde ich an einer privaten Anthologie mit den verschiedensten Charakteren arbeiten um sie so besser kennenzulernen. Dafür nehme ich mir das ganze nächste Jahr Zeit. Wenn ich schon vier Jahre daran gearbeitet habe, werde ich auch ein fünftes und sechstes Jahr ranhängen können.
  2. Wenn ich Nummer 1 umgesetzt habe, werde ich die ersten 100 Seiten nehmen und überarbeiten und hoffentlich dann weiterkommen. Es ist nur auf Eis, nicht im Feuer 🙂
  3. Wenn der November und somit das NaNoWriMo vorbei ist, werde ich den Roman, den ich in diesem Monat geschrieben habe nehmen und zu Ende schreiben um es dann zu überarbeiten (wer weiß was daraus wird).
  4. Gleichzeitig arbeite ich an einem Konzept für einen anderen Roman, an dem ich schon seit zehn Jahre geistig festhalte (dafür werde ich eure Hilfe brauchen, seht weiter unten bitte weiter).
  5. Zusätzlich werde ich an den Kurzgeschichten für die diversen Ausschreibungen arbeiten, die ich mir inzwischen ausgedruckt und für mich persönlich vorgemerkt habe. Gleichzeitig werde ich versuchen mich in diesem Bereich zu verbessern um im Jahre 2010 einige Veröffentlichungen zu feiern.
  6. Nebenbei werde ich auch an Kurzgeschichten für eine Privatanthologie arbeiten (wer weiß, vielleicht wird sie ja auch veröffentlicht, hei, ich bin Löwin, ich darf das ^^).
  7. Außerdem möchte ich noch an ein Sachbuch arbeiten um mich mit einem bestimmten Thema zu beschäftigen. Nein, dass bedeutet nicht, dass es demnächst veröffentlicht werden soll, zumal ich das Buch noch nicht einmal in Planung habe. Aber ich möchte es für mich in erster Linie schreiben um am Ende mich mit dem Thema besser auseianndersetzen zu können. Und wer weiß was am Ende mit dem Material geschehen kann.

Ich weiß sehr wohl, dass das viele Pläne für den Rest dieses Jahres und das nächste Jahr sind. Aber es ist in der Tat so, dass ich gerade in der Zeit vor dem November immer wieder ausreden gesucht habe um nicht zu schreiben. Ich habe einfach den Bezug zu meinem Roman im Moment verloren. Also werde ich mich ihm auf andere Art und Weise nähern. Und wer weiß, vielleicht wird er am Ende besser werden als er sonst jemals hätte werden können. Immerhin habe ich bis heute noch keinen richtigen Plan, wie die Welt in der meine Geschichte spielt wirklich aussieht. Und ich glaube genau das war mein Fehler. Im Grunde genommen weiß ich ja gar nichts. Aber in meiner Art und Weise dachte ich, dass wird schon irgendwie gehen und vor allem, ich habe ja noch die zweite Fassung. Falsch gedacht und in die Ecke manövriert.

Natürlich kann mir das jederzeit noch einmal passieren, aber ich werde es in der Zukunft zumindest versuchen zu verhindern.

Die ersten knapp vierzig Seiten (ja, so viel habe ich wirklich bisher geschrieben, was aber nichts zu bedeuten hat, wenn ich auf Schriftgröße 8 gehe, ist es natürlich weitausweniger, aktuell habe ich Schriftgröße 11) meines NaNoRomans werde ich auf alle Fälle behalten, die Geschichte weiterschreiben und beenden. Mir ist bewusst, dass ich von den ersten 30.000 Wörtern gut und gerne die Hälfte streichen und löschen und vernichten kann. Immerhin gibt es mehr Wiederholungen als alles andere in dieser Geschichte (hei, es ist ein NaNoRoman). Ich gebe zu, es ist ein sogenannter Urban Roman (also wo Werwölfe und ähnliche Wesen eine entscheidende Rolle spielen). Aber ich versuche mich aus der klassischen Geschichte zu entfernen und andere Elemente einzubauen, als man diese im allgemeinen in diesen Romanen findet.

Mein zweites geplantes Projekt ist ebenfalls ein Roman, den ich, wie oben schon geschrieben, seit gut zehn Jahren mit mit herum trage. Ich möchte hier natürlich nicht näher darauf eingehen, weil auf Ideen kein Urheberrecht besteht und es daher sein kann, dass „nette“ Leute mir die Idee klauen könnten und ich habe dann keine Handhabe (es mag vielleicht arrogant wirken, dass gerade meine Idee geklaut werden könnte, aber kann mir jemand garantieren das es nicht so ist? :)).

Da ergiebt sich nur ein gewaltiges Problem, welche ich bisher noch nicht zu meiner vollsten Zufriedenheit auch nur annähernd gelöst habe. Deswegen wird der nächste Beitrag, den ich hier schreibe, ein Passwortgeschützter sein, wo ich bitte, wer möchte, einfach nach dem PW fragt und ich werde auch bestimmten Personen diesen senden und dann hoffe ich, dass mir dann jemand helfen kann. Wie geschrieben, es ist meine Idee und ich möchte die auch solange unter Verschluss halten, bis ich offiziell einige TestleserInnen einladen kann um mir zu sagen, wie schrottig ich geschrieben habe 🙂 (okay, dass ist jetzt eine leichte Parodie auf mich selber).

Zur Zeit bin ich ja auch sehr im Kurzgeschichtenfieber, ich gestehe. Auch wenn ich zwei Absagen bekommen habe, so weiß ich inzwischen ja auch warum und kann damit umgehen (eine Absage bedeutet nicht das Ende der Welt sondern nur das Ende der guten Laune für die nächsten paar Stunden oder auch für den Rest des Tages, mehr nicht). Ich habe mir hier gut und gerne achtzehn bis zwanzig Ausschreibung ausgedruckt (die übrigens bis zum nächsten Juni reichen, in dem Sinne) und davon habe ich sogar schon einige aussortiert, weil ich mir nicht zutraue da wirklich mitzuschreiben. (Ich weiß also am Ende doch ein gewisses Maß zu treffen. Und teilweise sind die Zeiträume so schön gewählt, dass ich es mir sogar leisten kann, es in Ruhe anzugehen und ein wenig vorzuschreiben, bis auf die Ausschreibung, die diesen Monat endet.)

Alles in allem werden die nächsten Monate hoffentlich sehr viel kreativer werden, als die letzten. Bis zum nächsten NaNoWriMo will ich ein Großteil der Projekte umgesetzt haben. Ich gehe nicht davon aus, dass es alle sein werden, da ich mich nicht unter Druck setzen möchte. Aber zumindest viele.

So, ich werde heute zwei Kurzgeschichten schreiben (die ich dank des Tarots überhaupt schreiben kann), eine andere korrigieren und vielleicht für diese Ausschreibung noch ein One-Shoot schreiben 🙂

Und gleich kommt noch der Beitrag mit meiner Frage 🙂

Kurzgeschichte geschrieben

Da es November ist, wird dieser Blog nur so von NaNoWriMo Einträgen blühen (und alles andere wird über kurz oder lang ein wenig vernachlässigt). Das bedeutet aber nicht, dass ich den ganzen lieben langen Tag nur NaNos zähle (also Wörter).

Seit Montag habe ich ein Notizbuch dabei, wo ich Kurzgeschichten für Ausschreibungen verfasse. Gut, sie sind alles andere als der Renner schlechthin. Zumal die Schönschrift ein wenig leidet, weil ich das während der U-Bahnfahrt tue. Aber ich verfasse die grobe Fassung der Geschichte, damit ich sie, wie gerade eben, abschreibe und dann entsprechend überarbeiten kann (wobei ich die Geschichte von eben so ganz gut finde). Sonst, ich muss schon gestehen, würde es mir zumindest im Moment doch eher schwer fallen, an weiteren Kurzgeschichten zu schreiben.

Aber zwei habe ich geschrieben, gerade habe ich eine abgetippt und die andere werde ich dann nächstes Wochenende abschreiben und überarbeiten (bis ich die abschicken muss, habe ich noch etwas Zeit). Ich denke, so werde ich den November ohne weiteres herumkriegen mit den Sachen 🙂

Ich habe mir ja einige Notizen zu diversen Ausschreibungen ausgedruckt, an denen ich zumindest versuchen möchte teilzunehmen. Denn die Vorlagen dazu hören sich sehr interessant an. Natürlich werde ich nun immer mein Bestes geben um die beste Geschichte, die mir in diesem Moment vergönnt ist, zu schreiben. Etwas anderes kommt mir nicht mehr in die Tüte. Von nun an, keine halben Sachen mehr. Wenn ich nicht zu einer Geschichte stehen kann, wird sie nicht losgeschickt. Denn wieso sollten andere meine Geschichten mögen, wenn ich das nicht tue?

In dem Sinne, ich werde mal sehen an welchen Ausschreibungen ich letztendlich wirklich mitmachen. Und bis dahin schreibe ich weiter (immerhin habe ich ca. 20.000 Wörter beim NaNoWriMo geschafft 🙂 ).

NaNoWri Mo ~ Tag 3 & Earth Rocks

Wie zu erwarten habe ich gestern kein Wort geschrieben, dafür heute 2000 Wörter geschrieben. Zum Glück habe ich erst danach erfahren, dass meine Geschichte, welche ich bei EarthRocks eingereicht habe, nicht zur Jury gekommen ist (obwohl 20 Geschichten weitergereicht wurde).

Warum das letztendlich nicht so war, weiß ich nicht. Vielleicht habe ich nicht soooo sehr das Thema Rituale herausgearbeitet (das Thema dieser Geschichte). Denn ich behaupte mal frech, dass sie besser war als Hexenrituale. Klar, dass kann man natürlich auch als Ehrenrettung ansehen. Doch bei dieser Geschichte habe ich ein rundes Gefühl. Deswegen trifft mich die Absage besonders. Schade, dass man keine Begründung bekommt, warum sie nicht genommen wurde. Dann wüsste man fürs nächste Mal Bescheid.

Aber dieses Mal werde ich sie nicht veröffentlichen. Mal sehen, vielleicht kriege ich sie woanders unter.

Noch ein, zwei Worte zu meinem Roman bei NaNoWriMo (immerhin geht es ja in erster Linie bei diesem Beitrag darum).

Sie ist ungewöhnlich, dass kann man definitiv sagen (und das nach neun Seiten). Denn die Figur handelt ganz schön eigensinnig. Anstatt vernünftig zu sein, rennt sie hirnrissigerweise in die Gefahr und scheint sich deswegen noch nicht einmal bewusst zu sein. Und das schlimme ist, sie ist es sich doch bewusst, verdrängt es aber.

Und sie hat ein ganz besonderes Merkmal (welche ich hier aber nicht erwähne, immerhin will ich am Ende auch versuchen das Buch zu veröffentlichen und ich mag nicht, dass mir jemand meine Idee klaut). Ja, in dieser Hinsicht kann ich ein Tick hysterisch werden.

Nach drei Tagen kann ich schon sagen, mir gefällt das NaNoWriMo und ich bereue jetzt ein wenig, die letzten beiden Jahren nicht mitgemacht zu haben. Andererseits denke ich mir, es ist jetzt die Zeit dafür, als ist es auch richtig, erst jetzt mitzumachen.

Und wer weiß, vielleicht wird auch meine Novelle fertig und am Ende kommt es sogar in die Läden (lol, jetzt werde ich eine Runde größenwahnsinnig).

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