Raubkopieren verhindern – Geht das überhaupt?

Wer in der kreativem Zweig des Lebens arbeitet kennt das – die eigenen Werke werden über kurz oder lang gestohlen und irgendwo kostenfrei online gestellt, damit andere es sich, nun sagen wir es mal so, heruntergeladen und kopiert wird. Und am Ende verbreitet sich das eigene Werk im Internet und man kennt den Namen und das dazugehörige Werk, aber einen finanziellen Nutzen davon haben die wenigsten, bis auf die, die sich gute AnwältInnen leisten können.

Und entgegen weitläufiger Meinung sind nicht nur die musikalischen oder filmischen KünstlerInnen davon betroffen. Bücher werden als e-books verbreitet und Hörbücher sind auch ganz groß im kommen. Und von Bildern will ich erst gar nicht reden. Die verbreiten sich wie die Lepra im Internet ;o)

Gibt es denn überhaupt eine Möglichkeit das illegale kopieren und das veröffentlichen im Internet zu verhindern? Vermutlich in der Tat über einen guten Anwalt oder eine gute Anwältin. Aber nicht alle AutorInnen oder Verlage können sich solch rechtskräftige Hilfe leisten.

Daher kann man in erster Linie nur an die Vernunft der Personen appelieren (manche haben den sogar, auch wenn sie den Blödsinn machen). Gerade kleine Verlage oder AutorInnen schwimmen alles andere als in Geld (vermutlich eher in Wasser das sie genauso bezahlen wie Nicht-KünstlerInnen und manchmal überlegen auch sie, wie sie die nächste Wasserrechnung bezahlen können, weil Ebbe im Geldbeutel herrscht).

Die Verlage übernehmen das finanzielle Risiko bei der Veröffentlichung der Bücher und versuchen natürlich alles, um das Geld, was sie für ein Werk zur Verfügung gestellt haben (Lektorat, Werbung, Cover, etc.) erst einmal hereinzubekommen um dann damit noch den einen oder anderen Euro zu verdienen. Immerhin möchte am Ende die Autorin oder der Autor auch noch den einen oder anderen Euro verdienen. Wenn die Werke aber kostenfrei im Internet verteilt werden, verdient niemand daran.

Warum das so schlimm ist?

Viele der AutorInnen sitzen nicht mal drei Wochen an ein Werk und tippen einen Roman oder die Kurzgeschichte einfach mal so herunter. Zuerst braucht man eine halbwegs vernünftige Idee. Diese muss ausgebaut werden. Dann braucht man lebendige Charaktere, einen Plot, Konflikte, die Geschichte will geschrieben werden und am Ende kommt das Selbstlektorat und freundschaftliche Fremdlektorat. Bei einigen kann das ohne weiteres ein Jahr dauern. Denn neben dem Schreiben haben viele noch eine Vollzeitstelle (gerade wenn es sich hierbei um ihr Erstlingswerk handelt) und auch eine Familie und andere Verpflichtungen.

Menschen wie Stephen King, der angeblich einen Roman in drei Monaten schreiben soll, oder andere AutorInnen, die es innerhalb einer solch kurzen Zeit schaffen, leben von ihrer Arbeit und dementsprechend können sie sich morgens an ihrem Computer hinsetzen und am Abend erst aufstehen. Das ist eine völlig andere Welt. Was aber natürlich nicht bedeutet, dass man auch sie bestehlen kann oder sollte.

Wenn dann das Buch bei einer Agentur oder Verlag untergekommen ist, geht die Arbeit erst weiter. Es kommt ein professionelles Lektorat (was Kosten verursacht). Es muss in den Satz, ins Layout, es muss gedruckt, beworben und ausgeliefert werden (welche Aufgaben ein Verlag hat, kann ein Verlag viel besser erklären, ich gestehe, ich habe da überhaupt keine Ahnung). Es ist ein unglaublicher Rattenschwanz, der bei einer Veröffentlichung mit sich gezogen wird. Und das alles kostet Geld.

Damit sich das veröffentlichen lohnt und ein Kleinverlag nicht gleich wieder untergeht, brauchen sie Käuferinnen und Käufer, die ihre Bücher kaufen, direkt beim Verlag, über Buchläden oder wo auch sonst (idealerweise natürlich neu und direkt und nicht gebraucht über entsprechende Internetseiten, aber das ist ein anderes Lied ^^).

Kann man nun verhindern, dass überhaupt Raubkopien im Internet herumgeistern? Natürlich nicht! Es wird immer Personen geben, die geistiges Eigentum von Fremden als ein Allgemeingut ansehen und es munter verteilen. Seien wir ehrlich, solche Leute gab es in der Vergangenheit, gibt es in der Gegenwart und wird es in der Zukunft geben. Punkt.

Aber ich kann mir vorstellen, dass man es zumindest eindämmen kann.

Hier einige Vorschläge, wie man einerseits Werbung für das eigene Produkt macht und zugleich bei vielen das Bedürfnis für illegale Downloads eindämmen könnte. Ich rede bewusst von einer Kann-Situation, denn meine Tips können auch für die Katz sein. Ich sehe in erster Linie mich als mögliche Konsumentin und weiß, mit welchen Mitteln man mich zufrieden stellen kann.

Werbung

Ich rede jetzt hier nicht unbedingt von Flyern, Plakaten oder Werbebannern auf diversen Internetseiten, die man bezahlen muss. Ich rede ganz klar von gut plazierter und häufig auch mit geringen Kosten verbundener Werbung.

Wie wäre es denn mit einem Werbefilm auf YouTube? Natürlich kostet das erstellen des Videos einiges. Gerade dann wenn man es professionell machen lässt? Muss man das aber? Es reicht häufig ein liebevoll gestaltetes Video mit Cover, vielleicht einer kleinen Leseprobe oder einer Zusammenfassung der Geschichte bzw. des Buches. Und das kann man dann zum Beispiel in Bücherblogs verlinken, wenn man einen Beitrag dazu schreibt. Ich würde es gerne machen.

Genauere Beschreibungen

Letztens habe ich ein Klappentext zu einem Roman gelesen (und das auf der Internetseite des Autors) und dachte mir nur …. laaaaangweilig. Warum bitte schön sollte ich den Roman lesen? Der Klappentext war nichtsagend und die Internetseite gab nichts her. Wäre nicht auf einer Drittseite mehr Informationen zur Verfügung gestellt worden, ich hätte mich nicht weiter damit beschäftigt. In dem Sinne, stellt mehr Informationen zur Verfügung. Schreibt worum es geht. Klappentexte sollen heiß auf die Geschichte machen. Wenn sie dazu nicht in der Lage sind (und das war in diesem Fall so), dann muss man schon ein wenig tiefer gehen.

Probekapitel/Hörproben/etc.

Ich habe vor ein oder zwei Jahren den ersten Kapitel zu einer neuen Reihe aus Amerika gelesen. Die Titel hörten sich klasse an, der Probekapitel hingegen nicht. Also habe ich Geld gesparrt. Sehr häufig aber haben mich die Probekapitel, die ich bei einigen Onlineshops einsehen kann, aber zum Kauf eines Buches animiert. Daher sollten sich die Verlage ruhig überlegen, ob sie nicht den ersten Kapitel als Probekapitel online zum lesen stellen. Oder die ersten Minuten ihres Hörbuches und so weiter. Gerade Hörbücher können da gefährlich sein, weil man es hier mit einer fremden Stimme zu tun hat, mit der man sich einige Stunden auseinandersetzen muss, eben solange das Hörbuch dauert. Und wenn die fürchterlich ist, möchte man nichts mehr mit dem Hörbuch zu tun haben. Ihr habt die Rechte an dem Werk, nutzt diese Rechte.

Werbung in eigener Sache

Viele haben keine Ahnung was hinter der Bühne abgeht. Warum kostet ein Buch mit 300 Seiten bei einem großen Verlag nur ca. 10 Euro, während ein kleiner Verlag ca. 20 Euro verlangt? Dafür hat doch niemand objektiv Verständnis? Weil die Leute keine Ahnung haben, was hinter der Bühne vor sich geht.

Daher mein Vorschlag, wie wäre es, wenn sich gerade die kleinen Verlage zusammensetzen und eine reine Informationsseite aufbauen, wo eben solche Fragen geklärt werden. Warum verlangt ihr für ein e-book die gleichen Preise wie für ein Printbuch bzw. warum nicht? Welche Kosten fallen an? Wie lange brauchte die Autorin oder der Autor um Werk X zu schreiben und so weiter und so fort.

Auch die AutorInnen sollten vielmehr Informationswerbung betreiben. Blogs können kostenfrei im Internet registriert werden. Dann nutzt es und bindet die LeserInnen an euch. Ich denke, in dieser Hinsicht hapert es in erster Linie an der Kommunikation. Und gerade das Internet ist doch regelrecht dafür prädestiniert, dass zu nutzen, über die ebenen der Kommunikation.

Und wer sich ein Werk illegal herunterlädt (ist an sich ja nicht schlimm, wenn ihr weiterlest, wisst ihr wieso ^^) und euch das Werk gefällt, dann seid doch so fair und kauft euch das Original. Das beruhigt das Gewissen und ihr tut den AutorInnen noch etwas gutes. In dem Sinne, gehen wir wieder ein wenig fairer miteinander um :o)

3 Kommentare

  1. Nadine said,

    22. Januar 2011 um 07:23

    Ich war und bin immer gegen die Raubkopien. Leider glaube/denke ich nicht, dass ein 100%´iges Verhinden von Raubkopien möglich ist. Das ist leider ein Katz-und-Maus-Spiel…

    Es ist nicht einfach, ein Buch zu schreiben. Man investiert Zeit und Wissen…

    Immer auf legalem Weg kaufen!

    • 22. Januar 2011 um 15:33

      Ich hab ja auch nicht behauptet, dass es möglich ist. In dem Beitrag, zumindest hoffe ich, dass es so durchscheint, dass man es eher eindämmen kann, indem man offensiver mit Informationen umgeht.

      Denn ich sehe es so, was ich nicht kenne, will ich auch nicht kaufen, weil ich nicht weiß ob es gut ist. Wenn ich aber sehe, moment, ich kann ja mal im ersten Kapitel eines Romans lesen, ich kann mir die ersten Minuten eines Hörbuches hören oder ich erfahre mehr über den Inhalt eines Werkes, dann neige ich auch mal dazu bei den kleinen Verlagen zu investieren indem ich dort legal ein Buch kaufe. (okay, ich selber tue das so oder so, damit meine ich natürlich die Personen, die das nicht so machen).

      Und wo viele mit Sicherheit ein Problem sehen ist, dazu gehöre ich übrigens auch, warum soll ich zum Beispiel für ein e-book exakt den gleichen Preis wie für ein Printbuch bezahlen? Her mit den Informationen, warum das so ist und schon bin ich selber friedlicher und werde mir dann auch mal das eine oder andere e-book gönnen. Ich denke, dass viele Möglichkeiten genutzt werden kann, wenn man Informationen anbietet. Es fällt eben leichter zu verstehen. Und ich behaupte, genau daran hapert es aktuell noch, an der Informationspolitik.

      Ich erinnere mich an ein Buch von Luisa Francia, wo ihr Werk heruntergeputzt wird, weil es sich um Geld dreht und leider nicht so günstig war. Für mich selbstverständlich, für andere eben Halsabschneiderei. Wegen der mangelnden Transparenz, warum es eben so teuer ist.

      Das ist der Hintergrund dieses Beitrages.

  2. Nadine said,

    27. Januar 2011 um 07:54

    Hallo „erdwurzelchen“,
    du hast mich leider falsch verstanden oder ich habe mich falsch ausgedrückt.
    Ich habe nicht behauptet, dass du „illegal“ kaufst.

    „Immer auf legalem Weg kaufen!“ –> Das ist ein allgemeiner Spruch, den du sicherlich auch kennst, also hat nichts mit dir zu tun.

    Danke für dein Verständnis.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: