Kritik oder doch nur purer Neid?

Letztens wurden ich und einige Leute gebeten, zu einem Thema eine Kritik abzugeben (die genauen Umstände, wie es dazu kam, lasse ich einfach mal unter dem Tisch fallen, da sie letztendlich nicht interessant sind, die Thematik hingegen ist universell). Die ersten Kritiken fielen nicht positiv aus und ich muss zugeben, dass Objekt der Kritik, nein, es hat mir schlichtweg nicht gefallen. Wobei ich zumindest versuche zu begründen, warum mir etwas nicht gefällt.

Ich mag es nicht nur zu schreiben, dass ist schlecht. Zwar sind solche Aussagen eindeutig, aber andererseits nicht eindeutig genug. Denn nicht alles ist schlecht. Es mag sein, dass das Thema gut und die Umsetzung schlecht ist. Oder genau andersherum. Oder das ein Satz aus einer kompletten Kurzgeschichte wunderbar ist und der Rest eben in die Hose ging. Oder, oder und noch einiges mehr.

Es mag mir nicht immer gelingen, gerade im Eifer des Gefechtes kann es mal in die Hose gehen, aber ich denke, im groben und ganzen kann ich mich an meine selbst aufgestellten Regeln zum Thema Kritik bzw. Rezensionen halten.

aber was ich nicht mag, auch wenn ein Text durchgehend negativ bewertet wird, dann sofort von Neid zu sprechen.

Ähm, hallo?

Klar, ich kann diesen Vorwurf sehr wohl nachvollziehen. Immerhin gibt es Menschen, die andere Personen, Objekte und Kunstwerke nur deswegen zerreissen, weil sie in der Tat neidisch sind. Und das finde ich sehr wohl mies. Wenn ich ein Werk nicht mag, weil ich die Person dahinter nicht mag, meide ich das Werk, die Person oder was auch immer. Erst recht rezensiere oder kritisiere ich es nicht. Eben weil ich nicht neutral genug dafür bin. Dazu stehe ich aber dann auch. Alles andere wäre unfair.

Aber ich habe das Gefühl, dass gerade in letzter Zeit das Wort „Neid“ im Zusammenhang von Kritik gerne als Totschlagargument benutzt wird. Ich mag dieses oder jenes Werk nicht , weil … Du bist ja nur neidisch. WAS soll man bitte da noch erwidern? Man wird in eine bestimmte Ecke gedrängt und hängt da erst einmal fest, weil man sich ja erst einmal gegen den Vorwurf des Neides erwehren muss. Nein, ich bin nicht neidisch, weil … Dann würdest du so etwas nicht schreiben, sagen … was auch immer.

Auf diese Art und Weise ist natürlich eine vernünftige Diskussion nicht möglich. Wenn ich in einer Ecke stehe, dann kann ich mich natürlich nicht argumentativ bewegen. Wohin auch? Und ich glaube, einige (nicht alle) versuchen dies auch. Bewusst oder unbewusst sei mal dahin gestellt. Denn sie fürchten, dass ihr Liebling (Werk, Band, Buch, was auch immer) ZU schlecht davon kommen könnte und das wäre für einige unerträglich. In dem Sinne versuchen sie eben KritikerInnen mundtot zu machen. Wer nicht reden bzw. schreiben kann, macht auch ihre „Liebe“ nicht kaputt. Logisch, gelle?

Ich finde dieses Verhalten eher anstrengend.

Es gibt auch eine argumentative Art und Weise, die ähnlich funktioniert. Das lustig über Dinge machen bzw. aufregen und zwar über Dinge, die mit der Kritik selber nicht zu tun hat oder sich auf Punkte bezieht wo ich mich immer frage, was soll das?

Vor einiger Zeit habe ich eine Kritik gelesen, ja, sie strotzte nur so von Rechtschreibfehlern. Auch bei Wörtern von denen man meinen könnte, dass man sie sehr wohl richtig schreiben könnte. Aber es gibt nun einmal Menschen, die unter einer gewissen Lese-Rechtschreibschwäche haben, Legastheniker oder was auch immer sind. Und anstatt auf seine Rezension einzugehen und zu zeigen, wo er sich vielleicht irren könnte (wobei, kann man bei einer Meinung wirklich irren?, ich lasse das jetzt einfach mal im Raum stehen), wurde über seine Rechtschreibung übelst hergezogen. Mir als potentielle Käuferin des entsprechenden Werkes hat das natürlich nicht im geringsten geholfen, denn ich hatte von den Meinungen zu der Kritik überhaupt nichts. Im Gegenteil, ich wurde eher darin bestärkt, dass Werk NICHT zu kaufen. Glückwunsch an dieser Stelle ^^ Ob das so gewollt war? Ich glaube eher weniger.

Leute, die andere versuchen mundtot zu machen, sollten vielleicht überlegen, warum sie das wollen und ob es wirklich gerechtfertig ist. Häufig ist Kritik nicht als Angriff zu werten sondern als Hinweis, dass man etwas besser machen kann. Und wenn Kritik als Angriff missbraucht wird, dann hilft es nicht mit der Neidformel um sich zu werfen, wie ein störrisches kleines Kind. Am besten helfen immer noch gute Argumente oder das klassische und konsequente und immer wieder beliebte … ignorieren!!!

In dem Sinne … :o)

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