Literarische Gefühlsschwankungen: Hoch und Tiefs

So ganz verstehe ich das nie, egal wie lange ich schreibe. In der einen Sekunde habe ich das Gefühl, dass ich einen ordentlichen, passablen oder gar guten Text geschrieben habe. Und dann in der nächsten Sekunde frage ich mich, wie ich auch nur darauf kommen kann, dass auch nur als akzeptabel anzusehen, von mehr will ich gar nicht reden.

Gerade eben hatte ich solch einen Gefühlsausbruch. Auf einer Verlagsseite stand so etwas wie, wenn ihr Text uns anspricht, dann nehmen wir ihn gerne (im übertragenen Sinn habe ich die Aussage zusammengefasst). Da habe ich mir natürlich gedacht, joah klar, ich und einen guten Text verfassen, wovon träume ich denn Nachts. Von guten Texten klar, aber spätestens wenn ich wach bin, ist das schon wieder vorbei. Zum Glück lasse ich mich nicht davon abhalten es doch zu probieren und weiter zu schreiben. Dann habe ich mich gerade wieder aufgerafft und finde das, was ich gerade geschrieben habe, doch nicht mehr so schlecht. Also wieder im Bereich des akzeptablen.

Ich vermute mal, dass ich mit diesen Gefühlen nicht ganz alleine bin. Und ich vermute mal weiter, dass das eine Form der Schreibblockade ist. Wenn ich kein Vertrauen in mein Schreiben habe, warum sollte ich dann weiterschreiben und werfe alles an die Wand und lösche am Ende die Datei. Auch wenn ich hinter diesem Mechanismus komme und weiß, woher es kommen könnte, es nervt trotzdem

5 Kommentare

  1. 2. Oktober 2010 um 20:20

    Ich weiß nicht, ob das eine Schreibblockade ist, denn man schreibt trotzdem. Je öfter man aber den eigenen Text liest – so geht es mir in der Regel – umso mehr beginnt man zu ändern, zu verwerfen, neu zu schreiben und kommt dann irgendwann zu dem Schluss, dass der erste Text doch der bessere war.
    Schwierig für mich ist es immer dann, wenn ich vorher einen hervorragenden Text gelesen habe, von dem ich im Stillen denke: So einen Text möchtest du auch mal gerne schreiben. Andererseits erfahre ich allerdings auch, dass genau das andere Menschen manchmal von meinen Texten denken.
    Also, nichts wie ran und schreiben!

    • 2. Oktober 2010 um 20:42

      Hallo Elmar,

      danke für deinen Beitrag :o)

      Bei meinem aktuellen Projekt sehe ich das so, dass die erste Version die ist, die ich grottig finde. Da ist im Grunde genommen nur das Gerüst, keine Feinheiten, kein Gefühl, rein gar nichts. Dann, wenn ich die Texte überarbeite, dann wird daraus was. Ich merke, ja, da kann noch was rein und das gefällt mir besser.

      Und mir ist es auch schon mal passiert, dass Menschen meine Texte toll finden. Natürlich gibt es immer noch Verbesserungsmöglichkeiten, aber mir wurde schon öfters geschrieben, ja, es liest sich gut und klar, motiviert das. Für etwa ein oder zwei Stunden und dann lande ich wieder in mein Loch, arghhhh.

      Ja, ob das eine Schreibblockade ist, darüber lässt sich diskutieren. Denn manchmal bin ich schon für einige Zeit blockiert. Ich kann schreiben, aber unter welchen Bedingungen und mit welcher Qualität, dass ist die Frage.

      Ich gehe dann mal weiterschreiben ^^

      lllg
      dat wurzel

  2. Carina said,

    3. Oktober 2010 um 10:36

    Da bist du mit diesen Überlegungen und Zweifeln wirklich nicht alleine.
    Ich glaube diese Ängste, dass Texte oder sogar Geschichten einfach nicht gut genug sind hat jeder, auch wenn viele es natürlich nie offen sagen würden.
    Ich selbst habe sie auch oft und dann kommt wieder ein positver Kommentar zu einer Stelle eines Textes und man denkt sich ‚Es hatte also alles doch einen Sinn‘.
    So geht es zumindest mir und auch wenn ich oft daran zweifle ob mein ‚Geschreibsel‘ gut ist, im Endeffekt zählt für mich der Spaß, den ich beim Schreiben empfinden und die Befriedigung wenn wieder ein Meilenstein geschafft ist – darum schreibe ich, nicht dafür, dass jemandem meine Texte gefallen, auch wenn dies ein sehr positiver Nebeneffekt ist.🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Carina

  3. Sica said,

    30. Oktober 2010 um 14:59

    Ich denke, dass viele Menschen gut schreiben können und etwas zu sagen haben, letztendlich wird aber nur der Erfolg haben, der hartnäckig bleibt, also die Ausdauer hat, über Jahre hinweg trotz aller Misserfolge bei der „Stange zu bleiben“…Und vielleicht auch nie Erfolge haben wird.
    Vom Schreiben besessen sein, das ist es, was zählt…


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