Warum überhaupt an Ausschreibungen teilnehmen?

Am Anfang war ich, ehrlich gesagt, nicht einmal annähernd bereit auch nur eine Sekunde für eine Ausschreibung zu „verschwenden“. Inzwischen bin ich beinahe süchtig danach (was man sicherlich an meinen Facebook und Twitternachrichten gut nachvollziehen kann).

Doch letztendlich kann man sich schon fragen, warum bitte schön soll man überhaupt an Ausschreibungen teilnehmen?

Für mich ist es in erster Linie wichtig Schreiberfahrungen zu sammeln. Immerhin raffen sich viele ja nicht einmal für ihren großen Bestseller auf, daher möchte ich eben an so vielen Ausschreibungen wie nur möglich teilnehmen, um einfach regelmäßig zu schreiben. Dadurch gewinne ich Schreiberfahrungen und werde mich allein dadurch schon stetig verbessern.

Weiterhin sehe ich das alles auch als Experiment an. Wenn ich an einen Roman schreibe, dann bin ich auf eine gewisse Zeit an diesem Projekt, ich sage es mal so, gefesselt. Ich kann ja nicht ohne weiteres innerhalb eines Jahres zwischen zehn verschiedenen Projekten hin- und herhüpfen. Am Ende kriege ich ja gar keinen Roman zusammen, sondern habe nur zehn Anfänge für zehn Romane. Bei Kurzgeschichten hingegen ist das anders. Man kann innerhalb einer Woche eine Kurzgeschichte schreiben (sogar innerhalb eines Tages) und somit wäre es möglich, wenn wir die Woche nehmen, dass man 52 verschiedene Kurzgeschichten schreibt (jede Woche des Jahres eine) und man könnte diese aus 52 verschiedenen Genres und Themen heraus schreiben (sofern es so viele Genres gibt, aber ich denke ihr versteht was ich meine).

Somit habe ich die Möglichkeit eine Liebesgeschichte, eine Western, eine Urban Fantasy, eine Science Ficiton und einen Krimi Kurzgeschichte zu schreiben. Und das alles innerhalb eines Monats. Somit kann ich auch sehen was mir mehr liegt. Ich gehöre ja zu der Sorte Mensch die mit Liebesromanen weniger anfangen kann (ich habe nichts gegen Liebesromane oder gegen Leute welche diese lesen, gelegentlich tue ich das auch, nur ich kann jetzt nicht sooo viel damit anfangen), dann kann ich mich auf der Ebene der Kurzgeschichte damit befassen und vielleicht am Ende sehen, dass es doch nicht so schlecht ist, wie ich vorher meinte (und hiermit verspreche ich, ich werde es auch bald machen, nächstes Jahr sogar schon ^^).

Aber man kann auf diese Art und Weise auch herausfinden, dass eben ein Genre nicht zu mir oder zu der schreibenden Person passt. Ich, zum Beispiel, möchte ja Krimis schreiben. Dann werde ich mich eben mit Ausschreibungen zu Krimianthologien beschäftigen und gucken, ist das wirklich was für mich oder tue ich nur so (bisher läuft es besser als gedacht🙂 ).

Natürlich wertet es auch eine Vita auf, wenn man einige Veröffentlichungen hat, sollte man sich eines Tages eine Agentur oder einen Verlag für den ersten Roman suchen. Es sieht sicherlich für viele besser aus, wenn man drei Seiten von Veröffentlichungen einreicht, als wenn man noch gar keine Erfahrungen mit Verlagsarbeiten hat. Außerdem kann man darüber auch überprüfen, wie die vorherigen Texte waren, die man schon veröffentlicht hat und ob es da eine gewisse Kontinuität gibt (wenn ein Verlag oder eine Agentur wirklich dafür Zeit findet).

Weiterhin können Talentscouts über Buchmessen oder durch das Internet auf potentielle AutorInnen dank der Ausschreibung aufmerksam werden. Dafür sind sie letztendlich da, neue Talente aufzuspüren und warum nicht die neuen Talente über bestehende Ausschreibungen finden (ich muss zugeben, darüber habe ich selber nie nachgedacht, dass es so etwas überhaupt geben kann, daher finde ich die Idee ganz interessant, würde mich aber darauf nicht verlassen).

Man schreibt unter einem gewissen Termindruck. Eines Tages, wenn wir wirklich den großen Roman schreiben, dann kann es passieren, schreiben Sie bitte bis zu diesem Datum folgende Teile, den ganzen Roman oder was auch immer. Mit den Ausschreibungen kann man schon einmal vorab üben sich an gewisse Termine zu halten. Immerhin enden sie zu einem bestimmten Zeitpunkt (bis auf einige vereinzelte Ausnahmen). Tue ich das eben nicht, auch wenn mir die Ausschreibung sehr gefällt, muss ich eben damit rechnen, dass meine Geschichte für die Schublade geschrieben wurde. So hart es vielleicht klingen mag, aber man muss sich eben da an gewisse Spielregeln halten. Und mit den Ausschreibungen kann man es üben.

Und natürlich ein gewisses Erfolgserlebnis. Der große Roman, der Bestseller, die Geschichte für den Literaturnobelpreis, daran werden wir vermutlich einige Jahre arbeiten und es kann dementsprechend lange dauern, bis sich der große Erfolg einstellt. Bis dahin haben wir die Möglichkeit, die kleinen Erfolge zu genießen, dass unsere Geschichten gefallen und das sie veröffentlicht werden. Zumal wir dann unseren Kindern und EnkelInnen erzählen können, guck ma, ich hab da was veröffentlicht😉

Ich denke, wie bei allem, sollte immer der Spaß im Vordergrund stehen. Wenn ich keine Lust habe, an einer Ausschreibung teilzunehmen, sollte ich es auch lassen. Denn das Ergebnis kann eher bescheiden als toll werden (ist irgendwie eben so, danke Unterbewusstsein).

2 Kommentare

  1. 27. Dezember 2009 um 22:25

    […] Wolfskatze hat einen schönen Artikel zu diesem Thema geschrieben, den ich euch ans Herz lege. 01. Januar 2009 | Romantagebuch | Noch kein Kommentar […]

  2. 1. Januar 2010 um 03:48

    […] Wolfskatze hat einen schönen Artikel zum diesem Thema […]


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