Wenn ich Kurzgeschichten schreibe …

Gerade habe ich eine Kurzgeschichte für eine Ausschreibung zu Ende geschrieben. Und ich muss gestehen, es ist die wohl ironischste meiner bisherigen und doch sehr kurzen Laufbahn als Kurzgeschichtenautorin 🙂

An dieser Stelle wollte ich nur kurz erzählen, wie ich selber Geschichten für Ausschreibungen schreibe (ob sich diese von anderen Kurzgeschichten dann unterscheiden, die ich noch schreiben werde, weiß ich nicht, da werde ich mich überraschen lassen).

Im Grunde genommen schreibe ich nur bei Ausschreibungen (oder auch Wettbewerbe) mit, bei denen mit spontan oder überhaupt eine Idee einfällt. Denn es gibt Ausschreibungen, da sitze ich da und denke mir, die ist doch so supergeil, da möchte ich mitmachen. Aber mir fällt partout keine Idee ein, über die ich was tippen könnte. (Was natürlich nicht bedeutet, dass jede Idee die ich zu einer Geschichte habe automatisch gut sein muss.)

Und dann tippe ich meistens sofort los. Da plotte ich nicht oder mache mir schriftliche Gedanken darum, wie meine Charaktere sind. Das kommt erst im nachhinein. Vor allem, die sind schon da, ich meine die Charaktere. Ich weiß im groben, wer sie sind und wie sie sich benehmen.  Außerdem hat man bei Kurzgeschichten doch einen gewaltigen Vorteil. Man muss keine psychologische Darstellung der Charaktere vornehmen, da sich die Geschichte selber auf eine sehr geringe Seitenzahl abspielt. Das geht meistens von zwei bis zehn Seiten. Da bleibt nicht viel Platz für den Charakter und die Geschichte zusammen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass man schlampen darf, ich denke, das sollte selbstverständlich sein.

Meistens schreibe ich weniger als gefordert. Entweder eine Seite (wenn eine Seitenanzahl gefordert wird) oder 1000 Zeichen (bei Zeichenforderung). Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei der Überarbeitung leicht passieren kann, das man die erforderlichen und fehlenden Seiten oder Zeichen ohne weiteres einholt. Die Geschichte, welche ich für die Hexenliebe Ausschreibung geschrieben habe, hatte am Anfang gerade mal 7000 Zeichen, erlaubt waren 8000 Zeichen. Durch die Überarbeitung kamen noch einmal knapp 600 Zeichen dazu. Noch drunter und doch einiges mehr geschrieben 🙂

Bevor ich eine Kurzgeschichte überarbeite, lasse ich die mindestens ein Tag, wenn nicht sogar eine Woche lang liegen und ignoriere sie geflissentlich. Somit verhindere ich, aufgrund gewisser Betriebsblindheit essentielle Sachen einfach nicht zu sehen (wobei ich bei meiner aktuellen Geschichte schon weiß, was nicht funktioniert, unter anderem mal wieder das Ende, dabei dachte ich immer, ich hab mit dem Anfang ein Problem). Wenn eine gewisse Zeit dann vergangen ist, lese ich sie mir noch einmal durch und ergänze, sowie lösche ich einige Dinge. Danach ist sie hoffentlich besser als vorher. Häufig lasse ich sie dann noch einmal ruhen, bis ich sie mir noch einmal durchlesen. Und erst dann gebe ich sie anderen zum lesen.

Wenn ich das Gefühl habe, dass die Geschichte den bestmöglichsten Zustand erreicht hat, lasse ich sie los und sende sie ein. Natürlich hoffe ich, dass auch andere sehen, dass sie gut genug ist für eine Veröffentlichung (was natürlich nie garantiert ist, gerade je beliebter eine Ausschreibung oder bekannter ein Verlag ist, kann die Konkurrenz ungemein größer werden). Aber irgendwann sollte man die Geschichte eben loslassen und riskieren, dass sie eben auch kritisiert, sprich auch abgelehnt wird.  Wobei ich noch lernen sollte, meinen Geschichten anderen AutorInnen zu zeigen, damit diese sie kritisieren können. Das ist noch eine Sache, da traue ich mich (nicht mehr).

Und dann heißt es eben abwarten und Tee trinken. Denn die Entscheidung ob eine Geschichte für eine Ausschreibung genommen wird oder nicht, kann mehrere Wochen oder sogar Monate dauern (immer eine Frage der Einsendungen). Und dann wird die Geschichte ja auch nicht sofort veröffentlicht (der Druck alleine dauert eine gewisse Zeit).

Nun gut, morgen geht es an die Überarbeitung und dann sehen wir weiter 🙂

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