The Transparent Tarot von Emily Carding

Vor einiger Zeit hatte Luiza über das Transparent Tarot geschrieben. Es handelt sich hierbei um ein sehr ungewöhnliches Tarotdeck.

Aber hier erst einmal die Grunddaten:

Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Schiffer Pub Co (28. Oktober 2008)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0764330039
ISBN-13: 978-0764330032

Der Preis beträgt im Original 59,99 $, in Deutschland kann man es um die 40 Euro bekommen. Ein Preisvergleich lohnt sich jedoch auf alle Fälle, denn ich habe Preisunterschiede von bis zu fünf Euro und mehr erlebt. In dem Sinne, habt bitte Augen auf beim Tarotkauf 🙂

Die Karten:

Die Bilder des Decks sind alles andere als extremst kompliziert oder aufwändig erstellt. Ganz im Gegenteil, Einfachheit ist hier das Stichpunkt. Auf den Bildern findet man ein wichtiges, wenn nicht sogar DAS wichtigste Element der entsprechenden Karten. So ist der Narr einfach ein Schmetterling und eine Rose. Der Turm sogar nur ein Blitz. Und das geht durch die große aber auch durch die kleine Arkana.

Da man die Karten im Internet nicht richtig darstellen kann (zumindest habe ich bisher keine entsprechende Darstellung gefunden), erkläre ich kurz, wie man sich das ganze vorstellen kann. Die Bilder sind allesamt farbig (bei den kleinen Arkana sind die Bilder nur in der entsprechenden Elementfarbe gezeichnet) und auf Folie gedruckt. Genau solche Folie, wie man sie bei einem OH-Projekter in der Schule/Uni/wo auch immer verwenden könnte. Auf diesen Karten befindet sich entsprechend das Bild. Und wenn man eine Karte darunter oder darüber legt (die Reihenfolge spielt keine Rolle), entsteht ein Bild mit mehreren Elementen. So wird aus einem einfachen Bild, dass nur wenige bis einzelne Elemente beinhaltet, eine komplexe Darstellung, die man auch deuten kann.

Ich habe heute drei Karten gezogen: die Gerechtigkeit, den Teufel und die 8 Stäbe. Einzeln würden die Karten nicht viel sagen, seien wir ehrlich. Wenn man sie aber übereinander legt, dann kommt eine richtige Geschichte dabei heraus. Denn ich habe die Tageskarte für mich heute gedeutet, dass die Gerechtigkeit in Ketten des Teufels liegt. Und ich versuche daraus mit Leidenschaft und Feuern unterm Allerwertesten daraus zu fliehen (die Figur auf den 8 Stäben sieht ja so aus, als würde sie auf einem Besen davon reiten und von vielen anderen Besen begleitet und beschützt werden.

Als ich die Karten nur gesehen habe, war ich super begeistert. Jetzt habe ich sie zwei mal gelegt und muss mich ein wenig zurückhalten, sonst nehme ich sie noch mit ins Bett. Naja, überall sonst werden sie dann mitkommen. Ich finde sie super genial. Und solch ein zufriedenes Gefühl, von solch einer Seeligkeit, dass habe ich schon lange nicht mehr gehabt. Sprich, es könnte wirklich sein, dass ich mein Deck gefunden habe. Das wäre superschön 🙂

Das Buch:

Ich muss zugeben, ich bin ja immer total begeistert, wenn ich dicke Bücher lesen kann. Besonders dann, wenn es sich um Handbücher zum Thema Tarot handelt. Hier bin ich diesbezüglich nicht enttäuscht worden. Aber dicke Bücher heißen ja natürlich noch lange nicht gute Bücher. In diesem Fall bin ich persönlich sehr zufrieden.

Allein der Anfang enthält ein Satz, den ich so bisher noch nie gelesen habe.

Remember, this is your tool, for your work – enjoy! Emily Carding – The Transparent Tarot

Zwar hat Emily Carding das Tarotdeck erschaffen (und laut Buch wird es noch viel mehr von ihr geben), aber sie gibt es aus der Hand und entlässt es in die Welt. Das tut eigentlich jedeR AutorIn, welche ein Werk schreiben uns es veröffentlichen. Nur hatte ich bei so gut wie allen das Gefühl, dass sie es nicht möchten, dass man eigene Erfahrungen mit dem Deck macht. Klar, letztendlich macht man die. Aber eine direkt Erlaubnis habe ich so von niemanden bekommen. Und das ist etwas, wo ich mir denke, danke Ms. Carding, danke schön. Denn so habe ich das Gefühl eine besondere Erlaubnis erhalten zu haben, wirklich komplett eigene Erfahrungen machen zu dürfen.

Das Buch ist klassisch aufgebaut. Zuerst gibt es eine Einführung. Wobei Ms. Carding auch erklärt, warum sie nicht nur darauf schaut, woher das Tarot kommt, sondern wohin es gehen kann. Ebenfalls ein verdammt interessanter Ansatz wie ich finde.

Danach gibt es die große Arkana. Jeder Karte wird vier Seiten gewidmet. Auf der ersten Seite finden wir das Bild der entsprechenden Karte. Seite 2 (gelegentlich wird es auch auf Seite 3 fortgeführt), erzählt sie ein wenig über die Karte. Da sie die Bedeutung der traditionellen Karte auf ein entscheidenes Symbol reduziert hat, erklärt sie auch, warum gerade dieses und kein anderes Symbol. Auf der dritten (gelegentlich geht dies auch auf der 4 Seite weiter) kommt dann die Bedeutung der Karte, wobei auch öfters die umgedrehte Bedetung erwähnt wird. Aber nicht immer. Dann kommt eine Beispieldeutung mit drei Karten (wie man hier arbeiten kann, natürlich ist das kein Muss, das Deck gehört ja immerhin uns und wir können damit arbeiten wie wir es für richtig halten 🙂 ).

Dann kommen die kleinen Arkana (ich bin gerade noch bei den Assen, also kann ich nur einen groben Überblick bieten). Da gibt es auf der linken Seite das Bild und die Beschreibung der Karte, auf der rechten Seite die Bedeutung. Bei der kleinen Arkana wird nicht Farbenweise (also Kelche, Stäbe, Scheiben und Schwerter) beschrieben, sondern nach der Zahl der Karte (alle Dreier, alle Vierer und so weiter). Vor dem Kapitel gibt es ein Bild wo alle vier Karten übereinander gelegt wurden (nur bei den Hofkarten wurde ein wenig getrickst, wenn ich das mal so sagen darf) und dann gibt es noch eine kurze Beschreibung, was man allgemein zu dieser Zahlenreihe wissen muss.

Bei den Personenkarten findet man zum Beispiel als Page/Prinzessin vier Mädchen, welche das Symbol in der Händ hält. Jedoch rennen sie alle in die gleiche Richtung, somit ist es schwer, sie übereinander zu legen. Das betrifft alle anderen Karten ebenso. Daher wurden sie auf dem Gruppenbild Art Kreisförmig aufgestellt, so, dass man sie alle sehen kann.

Zum Abschluss erklärt die Autorin dann, wie man mit den Karten allgemein arbeitet und dann mit der Besonderheit des Transparent Tarot. Das sollte man sich sehr sorgfältig durchlesen (was ich noch machen werde) um zu wissen, worauf man sich da wirklich einlässt.

Und noch einmal die Karten:

Die Karten bestehen natürlich dementsprechend aus Plastik und haben keine Rückseite. Daher ist es möglich, dass die Karten mit der Vorderseite nach oben gemischt und ausgelegt werden. Daher ist es hier entweder oberste Pflicht, die Augen ganz fest zu zu haben. Man kann natürlich die Chance nutzen und die Karten mit offenen Augen ziehen. Da kann man üben, auf die eigene Intuition zu hören und sehen, welche Karte(n) man im Moment wirklich braucht.

Kritikpunkte:

Es gibt in meinen Augen nicht gerade viel zu kritisieren. Da sieht man, dass ich jetzt nicht so ganz objektiv bin. Oder es ist einfach so perfekt, dass man eben nichts daran zu kritisieren gibt. Aber mir fallen zwei Punkte ein, die jetzt nur indirekt mit dem Deck zu tun haben und ein Punkt lässt sich leicht beheben.

  1. Die Karten kleben aneinander, dass man sie gerade am Anfang schwer abbekommt. Ich habe mich da wirklich abmühen müssen, um die Karten auseinander zu bekommen. Aber nach einiger Zeit hat man das geschafft und auch wenn die Karten dann noch eine Zeitlang aneinander kleben, so reicht einige Male mischen völlig aus, um sie dauerhaft auseinader zu behalten.
  2. CSI lässt grüßen! Damit will ich sagen, wer mal mit einer Folie gearbeitet hat, weiß, wie schnell die Fingerabdrücke auf denen bleiben. Theoretisch müsste man mit Handschuhen arbeiten oder die Karten regelmäßig reinigen. Also für Leute, die darauf besonders allergisch reagieren, sind die Karten nur schwerlich etwas. Aber auch das kann man der Autorin und diesem Projekt nicht anhaften. Es ist eben das Material so.

Sonst frage ich mich nur, ob die Farbe der Bilder auch wirklich haltbar ist. Also in dem Sinne, dass nicht nach dem Tausendesten mischen die Farbe auf den Fingern kleben bleibt. Denn das Deck kostet nun einmal 60 Dollar und da würde mir das Herz bluten, wenn ich sehen müsste, dass die Farbe nicht für die Ewigkeit wäre (wenn jemand mehr weiß, ich habe nichts dagegen, wenn du mich beruhigen könntest 🙂 ).

AnfängerIn oder Profi?

Laut Autorin ist das Deck für AnfängerInnen, Profis, SammlerInnen und für alle geeignet, die sich für das Tarot interessieren. Und dem kann ich mich anschließen. Denn die Bilder sind zum einen sehr einfach gehalten, so dass man sich nicht zehn Jahre lang durch verschiedenste Symbole durchwusseln muss, um die halbe Karte zu verstehen. Denn als reine Anfängerin hat mich das schon ziemlich abgeschreckt. Hiermit ist das nicht mehr nötig.

Natürlich kann man jetzt sagen, hei, dass versaut doch die Leute. Denn es ist ja meistens nur ein oder zwei Symbole zu sehen, wie sollen sie sich denn damit auseinandersetzen? Ich denke, wenn die AnfängerInnen sehen, welche Resultate sie mit diesen Symbolen sie schon erzielen können, dass sie sich dann hinsetzen und denken, jetzt erst recht. Jetzt will ich mehr wissen, viel mehr. Viele könnte jetzt der Ehrgeiz packen und sich tiefer mit der Bedeutung auseinandersetzen.

Aber auch die Fortgeschrittenen und Profis können von diesem Deck profitieren. Denn hier ist es nicht notwendig, sich auf die zehn Millionen Details zu konzentrieren um die Karte zu deuten. Man hat eben die wenigen Symbole und kann damit trotzdem perfekt arbeiten. Gerade gut ist es für Leute, die sich zu sehr in die Symbolik verloren haben und sich ein wenig auf die Einfachheit konzentrieren möchten.

Aber auch die Fragenden können sich bei diesen Karten wohlfühlen. Wer keine Ahnung hat und plötzlich ein Deck vor sich sieht, dass nur von Bildern und Symbolen und Farben und Formen und so weiter und so fort strotzt, da würde ich als Nichtwissende vielleicht Angst bekommen. Klar, wenn die Leute nicht wissen sollen, was die Bilder zu bedeuten haben, dann ist dieses Deck natürlich nicht geeignet. Aber die Symbole sind sehr klar zu verstehen. Somit auch eben für Leute, die absolut keine Ahnung haben. Also AnfängerInnen (so schließt sich der Kreis ^^).

Das ganze ist auf englisch …

Da dieses Werk noch nicht ins deutsche übersetzt wurde (und ich muss zugeben, bei diesem ungewöhnlichen Werk ist es fraglich, ob es jemals geschehen wird), muss man es natürlich in der Originalsprache englisch lesen und dann auch noch verstehen.

Normalerweise verstehe ich so gut wie alles auf englisch, bis auf einige Vokabeln. Bei diesem Werk habe ich das Gefühl, weniger als normal zu verstehen.

Daher ganz klar meine Empfehlung: Man sollte sicher sein im englischen verstehen und sich das Buch in aller Ruhe durchlesen. Dann bleibt auch etwas hängen, garantiert 🙂

Meine Schreibader … *g* ...

Natürlich wäre meine Rezension für mich nicht komplett, wenn ich das Deck nicht auf Schreibprüfbarkeit überprüfen würde. Wer eine schreibende Ader hat, gerne da mit Tarotdecks arbeitet, wird nicht drum herum kommen, sich auch diesem Thema zu widmen ^^

Wenn man drei Bilder/Karten zusammenhat, entstehen automatisch Geschichten. Es ist also nicht nur Leute geeignet, die sich mit dem Tarot auseinandersetzen oder Leute, die gerne Geschichten schreiben. Sondern eben auch für Leute, die lernen wollen, wie man mit dem Tarot eine Geschichte erzählt. Denn es gibt den Tipp, dass man, wenn man eine Karte deutet, dies in eine Geschichte verpackt (ziemlich oft das Wort Geschichte gerade *g*).  Daher kann man die Karten nicht nur für Romane (mal ein anderes Wort) oder sonstige Texte verwenden. Sondern auch, wenn man lernen möchte, wie man mit den Tarotkarten ein Text erzählt und darin die Bedeutung einarbeitet.

Behaupte ich zumindest mal frech … 🙂

Mein Fazit … 🙂

Wie man aus dem doch recht positiven Bericht erkennen kann, bin ich entweder alles andere als objektiv oder es ist eines dieser Decks, wo man sagen kann, es ist schlichtweg perfekt. Ich empfinde es auf alle Fälle als sehr intelligent. Denn es reicht ja nicht aus einfach die Tarotdecks auf ein sinniges Symbol zu reduzieren und es auf Folien zu zeichnen. Nein, das Symbol auf jeder einzelnen Karte muss so angeordnet sein, dass sie mit allen anderen 77 Karten harmonieren. Denn wenn oben links eine Figur ist, dann ist es nicht sonderlich geschickt, wenn dort auf einer zweiten Karte ebenfalls eine Figur ist und schlichtweg das andere Bild überdeckt. Es muss eine Bedeutung haben, es muss harmonieren.

Und ich habe einige Legungen direkt ausprobiert und die wildesten Karten übereinander gelegt. Und es funktioniert immer. Sogar wenn man zwei Personenkarten der gleichen Art verschiedener Farben (also zum Beispiel die etwas weiter oben genannten Pages/Mädchen) übereinandergelegt, funktioniert 🙂

Daher kann ich nur sagen, wer Lust hat sich mit einem anderen Deck als mit dem üblichen auf dem Markt auseinanderzusetzen, kann sich mal mit diesem beschäftigen. Natürlich gibt es auch hier einige Seiten im Internet, welche sich mit diesem Deck beschäftigen (die Links in diesem Beitrag sind voll von möglichen Alternativen) und dementsprechend ist es möglich, sich erst einmale in Bild davon zu machen. Zwar ist der Preis von 59,99 $ (in Deutschland aktuell um die 40 Euro) sehr wohl gerechtfertigt. Aber seien wir mal ehrlich, so schnell so viel Geld einfach mal so locker zu machen geht bei einigen dann doch nicht. Und schlimm wäre es, wenn es sich für die eine oder den anderen das dann noch als Fehlkauf herausstellen würde.

Für mich war es definitv keiner und ich freue mich schon darauf, was mir die Zukunft mit diesem Deck bescheren wird …

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6 Kommentare

  1. Alruna Apaika said,

    7. Juni 2009 um 16:59

    hallo erdchen,
    danke für den ausführlichen bericht über das transparent tarot. ich habe voller begeisterung gleich danach geschaut als du es gekauft hattest und fiel bei dem preis fast aus den wolken.
    aber ich habe auch wieder zugeschlagen – 6 neue tarots habe ich heute geordert…. wenn sie da sind, kommt natürlich wieder ein bild in meinen blog.
    einen schönen vollmondabend wünsche ich dir.
    lg apaika

  2. erdwurzelchen Wolfskatze said,

    7. Juni 2009 um 17:39

    Hallöle Alruna,

    schön das dir mein Bericht gefallen hat. Die Ausführlichkeit kommt hier in erster Linie davon, weil ich so sehr von diesem Deck begeistert bin 🙂

    Sechs? Naja, bei mir sind es nicht unbedingt viel weniger diesen Monat geworden ^^ Ich freue mich aber schon, wenn du sie vorstellst.

    Auch dir einen schönen Vollmond und genieße den Tag.

    lllg
    erdchen

  3. Luiza said,

    8. Juni 2009 um 12:50

    …da kann ich Dir nur Recht geben.
    Mir ist es nur ein bisschen schade, wenn die Würfel einmal gefallen sind, werde ich ein zweites bestellen, damit eins erhalten bleibt:-) Ich denke, es ist sehr anfällig auf Kratzer und so…

  4. erdwurzelchen Wolfskatze said,

    9. Juni 2009 um 07:37

    @ Luiza
    Das mit dem Zweitdeck habe ich noch gar nicht bedacht. Stimmt, so kann man es auch machen. Wenn ich das Kleingeld habe, werde ich daran denken 🙂
    Danke für den Tipp ^^

  5. Luiza said,

    12. Juni 2009 um 19:38

    …so ähnlich ist es bei mir auch*g*

  6. 1. August 2009 um 16:05

    […] Tarot Ich habe heute die Lughnasadh Legung vorgenommen und das endlich mal so richtig mit dem Transparent Tarot. Mit diesem habe ich bisher immer die Tageskarte (á drei Karten gezogen), heute war es die erste […]


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