Einige Gedanken bezüglich der Internetzensur und Zensursula

In letzter Zeit gab und gibt es immer wieder Berichte auf Internetseiten, in Blogs, bei Twitter und sonstwo, welche sich über die sogenannte Internetzensur Gedanken machen. Tja, hier ist es nun auch mal so weit 🙂

Erst einmal sollte man erklären, was hat sich denn da unsere Familienministerin Ursula von der Leyen dabei gedacht. Ich denke mal, ein Video sagt immer noch mehr als Tausend Worte. Daher lasse ich einfach mal frech Florian Heidinger sprechen. Denn er weiß wovon er redet. Und keine Sorge, wenn ich das Video verstanden habe, werden es alle anderen auch tun.

Das ist der Originallink zum Video.

Im Grunde genommen erklärt das Video sehr anschaulich, was uns demnächst erwarten könnte. Der Grundgedanke an sich ist ja in Ordnung. Es soll den Kinderpronoseiten an den Kragen gehen. Nur warum werden die dann nur gesperrt (im Video ebenfalls direkt angesprochen, falls ihr euch das noch nicht angesehen habt) und nicht gelöscht und die Leute dahinter am Allerwertesten mit einem Fleischhaken aufgehangt? (Okay, der zweite Teil ist zwar sehr ironisch gemeint, aber ich denke, dass drückt es aus, was ich meine, warum werden die Seiten nicht gelöscht und die Leute dahinter direkt bestraft?)

Das fragen sich viele, sehr viele, zu viele für einige aus der Politik. Denn die scheinen sich nicht so sehr damit beschäftigt zu haben, wie viele, zu viele UserInnen aus dem Netz. Ach, dass glaubt ihr nicht? Na dann schaut euch mal das folgen Video an.

Ich frage mich ernsthaft, warum Frau von der Leyen nicht für ein Gespräch bereit war.

Und hier ist wieder der Originallink zum NDR. Ja, auch das Fernsehen hat das Thema für sich entdeckt.

Jetzt könnte man sagen, hei, die Leute haben ja keine Ahnung. Ich bin Mutter/Vater eines Kindes und möchte gefälligst, dass meine Kinder vor möglichen Kinderpornographien geschützt werden. Und ich will, dass dieses Dreckszeugs aus dem Internet verschwindet. Das will ich auch und sogar Mogis. Mogis ist eine Vereinigung von Missbrauchsopfern (wer das zweite Video noch nicht gesehen hat, der Gründer von Mogis hat seine eigene Meinung dazu und tut dies in dem Video kund), die sich gegen diese Internetsperren zu wehr setzen. Jetzt sprechen sich also noch die Leute gegen eine Internetsperre aus, wo man der Meinung sein könnte, hei, die sollten ja eigentlich als erstes dafür sein und nicht dagegen, oder?

Das ist ja das Problem, auch Mogis ist an sich nicht gegen ein Vorgehen gegen Kinderpronographie. Sondern sie sind gegen diesen Aktionismus, der nur ein Stoppschild vor eine Seite hinklatscht und das wars. Schaut euch noch mal das erste Video an und den Vorschlag, der am Ende gemacht wird. Ein ganz banaler Vorschlag. Löscht die Seiten und verhaftet die Leute. Scheinbar zu banal und daher nicht durchführbar???

Die Krähe hat in diesem verlinkten Beitrag die Gesetze aufgezählt, welche sich schon um dieses Verbrechen kümmert, also zum Beispiel Kinderpronographie. Warum werden diese nicht angewandt? Warum müssen wir ein neues Gesetz auf den Weg bringen? Halt, entschuldigt, wir bringen ja gar kein Gesetz auf den Weg, denn wir sind ja nur das Volk. Es sind die PolitkerInnen, die das Gesetz auf den Weg bringen und uns nicht einmal im Ansatz fragen, was wir davon halten. Es könnte ja sein, dass wir (also das Volk) konstruktive Kritik üben könnten und bessere Ideen, wirksamere Ideen auf dem Markt brächten.

Vermutlich sind wir für die Regierung eine Gefahr: Sind wir immerhin alle Terroristen. Wie könnte man uns also vertrauen und unsere Ratschläge entgegen nehmen? Nicht umsonst speichert man alles, was wir so im Internet oder mit dem Handy tun. Mmh, ich habe gestern bei ebay was ersteigert, dass bedeutet, dass diese Auktion und die Summe im Grunde genommen ebenfalls sechs Monate gespeichert werden, oder irre ich mich da? (Ich gebe zu, zur Datenvorratsspeicherung habe ich noch nicht den Durchblick, lasse mich also da gerne belehren).

Es gibt eine Möglichkeit etwas dagegen zu unternehmen: Unterzeichnet die Petition im Internet (einfach den Link folgen) und klärt auch alle anderen darüber auf. Informiert euch selber und erklärt dann den anderen, was ihr herausgefunden habt. Denn Ursulas Lächeln, zeigt eine für mich erschreckend religiöse Härte und es stellt sich die Frage, möchten wir (das Volk) das alles wirklich unterstützen?

Dieser Beitrag (der letzte verlinkte) hat mir auch die Augen geöffnet, warum sie das Märchenbuch „Wo bitte gehts zu Gott?, fragte das kleine Ferkel: Ein Buch für alle, die sich nichts vormachen lassen“ von Michael Schmidt-Salomon (Autor) und Helge Nyncke (Illustrator) auf den Index setzen wollte. Es entsprach nicht ihrer religiösen, christlichen Werten. Immerhin zeigt es, auch AtheistInnen können glücklich werden.

Übrigens, wenn ich mal so weiterspinnen darf: Es mag sein, dass die Sperren zuerst wirklich auf Kinderpronographische Seiten greifen. Und danach? Greifen sie auf Atheistische Seiten? Auf Seiten mit Heidnischem Inhalt? Lesbisch/Schwule Seiten? Eben auf Seiten, welche nicht den christlichen Werten entsprechen? Wenn wir uns nicht wehren, dann kann das wirklich eines Tages genau das passieren.

Natürlich gibt es Menschen, die eher dafür geeignet sind, da was zu machen und andere sind eher dafür geeignet solche Menschen zu unterstützen. Daher hat sich eine neue Parte formiert: Die Piratenpartei – Klarmachen zum ändern.

Ihr Wahlwerbespot für die Europawahl ist alles andere als ein High-End Produkt, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Aber kommt es wirklich darauf an? Letztendlich zeigt das Video, was diese Partei will und was sie ändern könnte. Und kleiner Hinweis von mir. Auf der oben verlinkten Seite gibt es eine Möglichkeit, ohne große Kosten sie mit zu unterstützen. Denn sie wollen auf den Wahlzettel der Europawahl. Einfach das Formblatt für eine Unterstützungsliste ausfüllen (das kann man direkt in der PDF Datei machen), ausdrucken (in Druckbuchstaben kann man es danach ausfüllen) und dann an die Partei absenden. Mein Zettel geht am Dienstag in den Briefkasten.

Ich möchte noch einmal bekräftigen: Menschen, die andere Menschen ausbeuten, sei dies durch Sklaverei, sei dies durch Gewalt, sei dies durch sexuellen Missbrauch, haben keinen Respekt verdient. Ich gebe ihnen keinen Respekt. Und Internetseiten oder der Handel mit entsprechenden Material (seien es Kinderpronographien, sein es Vergewaltigungsszenen von Frauen, sein es Gewaltvideos) gehört ausgerottet. Aber effizient und direkt und nicht, dass Opfer doppelt bestraft werden. Und nicht, dass Menschen, die aus versehen etwas suchen und dabei auf falsche Seiten landen und sich diese eine Sekunde zu lange ansehen, weil sie wissen wollen, was auf diesem ominösen Schild steht, automatisch zu VerbrecherInnen abgestempelt werden. Denn das können auch Muttis und Vatis geschehen. Unabhängig wie sehr man von solchem Material angeekelt ist. Raus aus dem Netz mit dem Zeug und dann brauchen wir nicht über Zensur sprechen. Denn das ist der nächste Schritt.

Ich bin für die Löschung von Kinderpronographien, aber nicht für ein Stoppschild, welche dieses Dreckszeugs weiterhin im Internet lässt (und meines Wissens nach ist es immer noch möglich aus dem Ausland darauf zu zugreifen. Na danke schön!).

In dem Sinne, denke Pirat … leider ist das notwendig geworden.

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5 Kommentare

  1. 31. Mai 2009 um 20:32

    […] Erdwurzelchen: Einige Gedanken bezüglich der Internetzensur und Zensursula […]

  2. Nenya said,

    1. Juni 2009 um 08:09

    Hallo,

    wollte nur kurz anmekren das die Piratenpartei bereits auf den Europawahlzettel ist, sie wollen nun auf den Wahlzettel für die Bundestagswahl 😉

    Grüße,
    Nenya

  3. erdwurzelchen Wolfskatze said,

    1. Juni 2009 um 11:12

    Moin Nenya,

    danke für die Aufklärung, dann habe ich dass Missverstanden. Dann kann ich sie ja nächstes WE direkt wählen. Dann werde ich eben meinenZettel für die Bundestagswahl absenden.

    Danke und schönen Tag wünsche ich dir.

    lllg
    erdchen

  4. Die Krähe said,

    1. Juni 2009 um 12:27

    Klasse Artikel. Ich war mal so frei, und habe mir zwei der Videos gemopst. Allein das von Fabian ist ja der Hammer, besonders, wenn man, wie ich, immer Probleme hat, sowas noob-kompatibel zu erklären. 😉

    Ich überlege übrigens auch schon eine Weile, ob ich nicht „Pirat“ werde.

    LG
    Crow

  5. erdwurzelchen Wolfskatze said,

    1. Juni 2009 um 12:56

    Danke für die Blumen Krähe. Ich habe es mal so dahingetippt, es gibt eindeutig bessere Artikel zum Thema (wie z.B. deinen).

    Aber die Videos finde ich auch gut (gerade das erste, damit habe ich es auch richtig verstanden 🙂 ). Deswegen die Verlinkung.

    Ich denke mal, demnächst ist meine Anmeldung für mein Piratindasei durch ^^

    lllg
    Katzi


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