Tarotregeln

Ich wussele gerade durch das Internet und suche mal dieses und mal jenes. Dabei bin ich auf ein Forum gestoßen, wo eineR der UserInnen die Empfehlung gab (sehr eindringlich übrigens) das Tarot für sich niemals öfters als zweimal im Monat zu legen. Für alle anderen ist es in Ordnung, aber nicht für sich. Die Konsequenz, man verscherzt es sich sonst mit den göttlichen Mächten.

Ah ja, jetzt weiß ich Bescheid.

Ich habe das Gefühl, wenn ich mich so umlese, dass besonders rund um das Tarot Regeln gibt, an deren Sinn ich persönlich mehr als nur zweifle. Warum bitte schön darf ich nich öfters als zweimal im Monat die Karten legen? Warum sollten die Göttinnen und Götter auf mich sauer sein?

Klar ist es für Menschen die süchtig sind oder Tendenzen zeigen, dass sie es werden könnten, schon eine gewisse Relevanz, dass sie es nicht übertreiben. Da würde ich es auch sagen, dass sie nicht öfters die Karten legen. Und eben die Frage, warum sollte wer deswegen auf mich sauer sein?

In erster Linie geht es mir beim legen darum zu wissen, ob der Weg den ich gehe oder die Entscheidung die ich treffe, gut für mich ist. Und theoretisch kann ich täglich irgendwelche Entscheidungen treffen. Klar, sich zu fragen ob man dieses kaufen oder jenes machen sollte, dafür die Karten zu legen ist mehr als übertrieben. Aber wenn ich große Fragen habe, soll ich den Job kündigen und mich selbstständig machen, soll ich die Reise antreten, soll ich diesen Menschen treffen, dann empfinde ich es als wichtig zu wissen, was auf mich zukommt. Und das sind Sachen, die doch sehr tiefgreifend sein können.

Es gibt auch noch andere Tarotregeln, wo ich persönlich nur den Kopf schütteln kann. So zum Beispiel, dass man überhaupt nicht die Karten für sich legen darf, außer am Neujahrstag oder Samhain (je nachdem zu welcher religiösen Gruppe man angehört). Dann gibt es auch noch die Regel, dass man sich gar nicht die Karten legen darf (ja, auch die gibt es). Oder es gibt die Regel, dass man nur dann die Karten legen darf, wenn man selber hellsichtige Fähigkeiten besitzt (dazu habe ich den einen oder anderen Beitrag geschrieben).

Wenn es ums Tarot geht, haben alle und niemand eine Meinung. Da werden Regeln aufgestellt, die für mich eher nach Willkür klingt und wenn man sich an die nicht hält, dann, ja was dann eigentlich? Fällt mir dann der Himmel auf den Kopf? Mögen mich die Göttinnen und Götter nicht mehr? Kann ich nie wieder die Karten legen?

So ungefähr wird bei einigen gedroht.

Nur stimmt das denn auch wirklich?

Ich selber hatte eine Zeitlang sehr häufig die Karten gelegt und mir ist nicht der Himmel auf den Kopf gefallen. Eindeutig nicht. Und ich habe auch nicht gespürt, dass mich meine Göttinnen, mit denen ich häufig arbeite, mich nicht mehr lieb haben. Ich glaube eher, dass einige Regeln aufstellen, um irgendwie in eine kleine Geschichte des Tarot einzugehen. XYZ hat folgende Regel aufgestellt, an die sich noch heute alle halten. Oder sie wollen auf ihre Art und Weise Macht ausüben.

Was es auch ist, was die Leute zu solchen Aussagen trifft, ich bin der Meinung, man selber kann die besten Regeln für sich aufstellen. Silver RavenWolf sagt zum Beispiel, wenn man ein Ritual durchführen möchte, sollte man vorher die Karten befragen, ob das Ritual überhaupt nötig ist. Auch das ist eine Regel, die man eher als Vorschlag umformulieren möchte. Denn seien wir mal ehrlich, wenn ich etwas machen will, dann mache ich es auch. Egal ob ich eine Regel im Hinterkopf habe oder nicht. Sonst wäre das Justizwesen ziemlich arbeitslos, dass nur am Rande bemerkt.

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3 Kommentare

  1. Alruna Apaika said,

    22. April 2009 um 16:03

    ich denke, dass mit dieser Regel nicht das Kartenlegen an sich gemeint ist, sondern das Stellen immer derselben Frage. Und das dann womöglich noch täglich, weil einem die ertse Antwort nicht gefallen hat und man auf eine angenehmere hofft. Dass dann die Karten (die Götter) keine vernünftigen Auskünfte mehr geben, weil man es ja sowieso nicht ernst meint und nur schönes hören möchte. Ich weiß nicht, ob das stimmt, denn ich lege mir höchst selten selber die Karten. Und wenn ich sie mal lege, dann passt die Antwort meist so genau, auch wenn sie mir nicht gefällt, dass ich keine weiteren Bestätigungen brauche. Aber warum nicht täglich eine Tageskarte ziehen? Warum sich nicht wöchentlich mit einem neuen Thema befassen? Da würde ich jetzt auch kein Problem sehen.
    Liebe Grüße
    Apaika
    PS: ruht die Tarotkatze? 🙂

  2. Luiza said,

    23. April 2009 um 07:19

    …hmmmmm. Habe es im Forum auch schon geschrieben. Ich glaube, diese Warnungen gehen an labile Persönlichkeiten. Als Schutz vor Sucht.

    Anders kann ich es mir nicht vorstellen…

    Grüüüüüüüüüüsse
    Luiza

    PS: habe gerade gesehen, dass ich doch noch in der LListe bin*froi* Und: habe Dir getwittert, mir ist noch eine weitere Idee gekommen:-)

  3. Ashmodai said,

    23. April 2009 um 08:24

    Da kann ich aber auch nur mal mit dem Kopf schütteln.
    Ich denke, dass es da schon Regeln geben kann.
    Und zwar solche, die für mich persönlich gelten.
    Deshalb kann ich auch nur sagen „Also, bei mir ist das so und ich halte es so und so.“ Das muss für andere noch lange nicht gelten.
    So Dogmen hinzustellen und sie wie in Stein gemeißelt anzusehen nervt mich ganz schön an.
    Und grade im oftmals eh schon geistig verwaberten Esobereich gibt es so viele selbsternannte Gurus und Heilsbringer, dass es mir manchmal schlecht werden kann.
    Klar, dass man nicht zu oft legen sollte – alleine aus dem ganz einfachen Grund, dass man auch sich selber vertrauen und seine eigenen Entscheidungen treffen muss, ohne sich ständig durch irgendwelche Legungen rückzuversichern.


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