Von Büchern und Hörbüchern und Elektronischen Büchern

Ich bezeichne mich selber als eine Leserättin. Jedes Mal wenn ich das Haus verlasse, muss ein Buch mit, unabhängig der Tatsache ob ich dazu komme es zu lesen oder nicht. Manchmal reicht nicht mal ein Buch aus, dann müssen es sogar zwei oder drei sein.

Übertrieben?

Gewiss, aber so sind eben süchtige. Und ich bin süchtig nach Büchern. Das sieht man an meinen Regalen (bei Gelegenheit werde ich dazu ein Bild machen und es hier einstellen). Leider kann ich mich nur schwerlich von Büchern trennen, was zu einem Problem werden kann. Es kommen mehr Bücher in meine Regale rein, als ich lese und rauswerfe. Dabei habe ich vor etwa einem Jahr circa (und jetzt haltet euch fest, zwar ist die Zahl inzwischen nur noch geschätzt, da ich mich nicht mehr an die reale Zahl erinnern kann, aber sie kommt dem sehr nahe) 200! Bücher aussortiert habe. Davon waren ein Teil gelesen und ich empfand sie nicht gut. Und andere hingegen habe ich nie angerührt, warum auch immer.

Zur Zeit versuche ich mich in schnellesen, damit ich ein paar Bücher auslese und es sich lohnt, wenn neue wieder reinkommen dürfen. Zumal ich noch eine gewisse Schwäche für dicke Bücher habe. Je dicker, desto besser kann man sagen (bzw. kann ich sagen). Zur Zeit lese ich zum Beispiel „Mutter Natur – Die weibliche Seite der Evolution“ von Sarah Blaffer Hrdy. Sie betrachtet die Evolution aus der Sicht der Frauen und vor allem Mütter. Das Buch ist zwar knapp 800 Seiten stark, aber reine Leseseiten kann man von circa 600 sprechen. Die Anhänge und die Bibliographie ist ordentlich (über einhundert Seiten stark). Aber immerhin kann man sagen, in zwei Tagen habe ich circa 80 Seiten gelesen. Theoretisch könnte ich, bei gleichbleibender Lesegeschwindigkeit, das Buch in etwa einer Woche durchhaben. Und das Buch ist eines dieser Werke an den man klebt.

Für alle InteressentInnen: Es ist zwar ein Sachbuch, wissenschaftlicher Richtung, aber es ist nicht so komplex geschrieben. Man kann es verstehen.

Wenn man aber keine Zeit zum lesen hat, so wie ich die jeden Tag zur Arbeit läuft, dann ist es schwer, auf den Weg zur Arbeit oder zurück ein Buch zu lesen. Ich kann es zwar, aber auf den Hinweg lohnt es nicht, weil ich dann Angst haben müsste, zu spät zu kommen. Und wenn ich nach Hause laufe, gibt es das Problem, dass ich nach Hause möchte und dann mir überlege, dort zu lesen. Aber so fehlen mir circa vierzig Minuten Lesezeit am Tag, die ich entsprechend laufe (es ist wirklich nicht weit bis zur Arbeit und nach Hause).

Was kann man in dieser Zeit tun? Ganz klar, Musik hören. Aber nach einer gewissen Zeit, kann auch das anstrengend werden. Aber glücklicherweise gibt es inzwischen eine interessante Alternative: Hörbücher.

Es handelt sich hierbei um eine Audiodatei, welche das Buch, was man sonst lesen kann in Ton verfasst wurde. Dabei gibt es Unterschiede. Nicht nur das es zum Beispiel Sachbücher und Bellertristik (also z.B. Romane) gibt. Sondern ich habe schon zwei verschieden Versionen der Vertonung von Hörbücher gehört. Während das eine, ein reines ablesen der Texte ist, gibt es auch Umsetzungen. Man hält sich an die Grundidee des Buches, gibt aber davon eine eigene Version wieder.

Bisher habe ich mir den Anfang eines Romans angehört, wo jede Person eine eigene Stimme hat. Da ich den dazugehörigen Film kenne (Verborgene Fenster von Stephen King) und die deutsche Stimme von Johnny Depp um einiges interessanter ist als die Sprechstimme des Hörbuches, kann es natürlich zu individuellen Vorlieben und Abneigungen kommen. Mir fällt es schwer dieses Hörbuch zu hören, weil ich in der Rolle der Hauptfigur eben Johnny Depp sehe (und auch höre). Bei Sachbüchern ist es nicht so schlimm, weil diese nicht so häufig verfilmt werden (aber inzwischen werden sogar da schon entsprechende Versuche unternommen).

Aber somit sind theoretisch die vierzig Minuten, die ich für den Weg zur und von der Arbeit brauche versorgt. Wenn ich will, kann ich Hörbücher hören oder eben Musik.

Übrigens, Schleichwerbung: Audible ist in meinen Augen ein sehr guter Anbieter von Hörbüchern. Ich war da selbst kurze Zeit über eine Freundschaftswerbung. Leider musste ich es erst einmal aus Kostengründen kündigen. Aber wenn ich das mit den Finanzen wieder hinbekommen habe, werde ich mich da wieder anmelden, bzw. mein Konto aktivieren.

Ich gebe zu, früher habe ich mich mit den Gedanken ein Hörbuch zu hören, absolut nicht anfreunden können. Igitt, Hörbücher, so oder so ähnlich kann man sich das gerne vorstellen. Aber nach einiger Zeit Überwindung (ja, ich musste mich dazu ehrlich gesagt, regelrecht überwinden), habe ich es dann doch probiert. Ich muss zugeben, dass Laermorien den letzten Stein des Anstoßes gebracht hat. Danke an dieser Stelle dafür. Und es ist sehr interessant.

Natürlich ist der Genuss eines Hörbuches etwas anderes, als wenn man ein Buch liest. Man läuft schneller Gefahr gedanklich abzuschweifen und dann passiert es, dass man einige Minuten nicht zugehört hat. Und dann weiß man schon nicht mehr, wo man sich befindet. Und zurückspulen ist nicht immer leicht, mit bestimmten MP3 Playern. Ich weiß bei meinen noch nicht, wie das geht. Auf dem PC ist es leichter. Und bei Büchern ebenso. Habe ich etwas nicht verstanden, lese ich die Stelle so oft, bis ich es verstanden habe. Oder zeige es jemand anderes, damit man es mir erklären kann. Da gibt es viele Möglichkeiten.

Aber andererseits, wenn man wirklich nicht die Möglichkeit hat ein Buch zu lesen, dann hört man es eben. So kann man immer auf dem neusten Stand bleiben. Und es hat den Vorteil, dass man so Platz spart. Denn Hörbucher sind eben normale Dateien. Wer eine große Festplatte hat, kann einiges abspeichern (wenn man diese nicht über einen CD Player hören möchte sondern eben über einen mobilen Player). Sollte der Platz nicht reichen, inzwischen werden externe Festplatten schon hinterhergeschmissen. Also Kopf einziehen, es droht dabei Verletzungsgefahr.

Ich gehöre aber trotzdem gerne zu denen, die Bücher lieber liest, als zu hören. Und inzwischen gibt es sogar da noch einmal Unterschiede. Von normalen Büchern und sogenannten E-Books.

Elektronische Bücher, kurz auch E-Books genannt, sind normale Bücher, die man auf dem PC oder Laptop lesen kann. Ich glaube, inzwischen gibt es schon mobile Geräte, wo man E-Books lesen kann. Bisher aber eher unerschwinglich als bezahlbar. Wobei es meines Wissens nach schon diverse Alternativen gibt (zum Beispiel der iPod Touch soll inzwischen die Möglichkeit bieten ebenfalls e-Books lesbar zu machen, noch ein Grund sich zu überlegen den zu erwerben).

Wer ein E-Book lesen will, muss zwangsläufig etwas haben, womit man diesen lesen kann. Wer keine der mobilen elektronischen Alternativen hat, greift auf einen PC oder einen Laptop zurück. Sprich, man muss an einem Monitor lesen. Und ich muss zugeben, ich gehöre nicht gerade zu den Freundinnen des Monitorlesens. Keine Ahnung warum. Es gibt lange Texte, die lese ich gerne am Monitor, aber nicht alle.

Die Mobilität ist aktuell eher eingeschränkt. Denn wo man bei Hörbücher in die Weltgeschichte schauen kann, zwingen E-Books die Leute doch auf etwas zu schauen um ganz normal zu lesen.

Aber trotz allem haben e-Books Vorteile. Denn die Aktualität kann hier größer sein. Jetzt nehmen wir mal an, ich schreibe ein Buch zum Thema Tarot (was nicht mal so ganz abwägig wäre) und veröffentliche dieses Buch als E-Book. Von Zahlungen und Kostenfreiheit will ich an dieser Stelle übrigens nicht diskutieren. Jetzt lädst du dir dieses Buch herunter, weil du dich für das Tarot interessiert oder dich interessiert, was ich dazu zu sagen habe. Oder welche Gründe du dafür auch immer hast 🙂

Und nach einem halben Jahr, als Beispiel, finde ich neue Ansätze und ergänze mein Buch, weil ich sage, ich finde dieses oder jenes toll. Ich kann das Buch ergänzen, es hochladen und neu veröffentlichen. Und wenn du magst, kannst du es dir wieder herunterladen und entweder die erste Version durch die zweite ersetzen oder eine persönliche Datenbank erstellen, um zu sehen, wie sich das Buch verändert hat. Das tolle hierbei ist, dass du nicht gezwungen wirst, dir ein Buch komplett neu zu kaufen und dafür Geld auszugeben, wenn ich es kostenfrei anbiete. Weiterhin musst du dir keine Gedanken machen, was mit der älteren Version geschieht, die kannst du natürlich löschen, wenn du magst. Bei Büchern ist es immer das Problem eine ältere Version los zu werden, zu verkaufen oder zu verschenken. Gerade bei Sachbüchern möchten viele auf dem neusten Stand sein.

Was mit E-Books innerhalb von Sekunden gehen kann, verursacht bei gedruckten Büchern immense Kosten. Und man muss dafür den einen oder anderen Baum fällen. Und natürlich ist es bei einem E-Book noch sehr schwierig sich in die Couch zu kuscheln und zu sagen, hier bin ich und hier les ich.

Alles in allem hat man heute viel mehr Möglichkeiten an Lesestoff zu kommen, als früher. Und es wird immer rasanter in diesen Bereichen von statten gehen. Zwar lesen immer weniger Menschen Bücher, aber dafür kommen immer mehr Bücher raus und vor allem werden immer mehr technische Sachen dazu veröffentlicht. Vielleicht sind ja diese Spielzeuge die neue Chance, mehr Bücher zu lesen als früher. Wo Technik ist, sind doch diverse Menschen nicht weit (es ist übrigens ein Märchen, dass sich nur Männer für Technik interessieren, ich kenne einige Frauen die genauso daran interessiert sind).

In dem Sinen, viel Spaß beim lesen.

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1 Kommentar

  1. Alruna Apaika said,

    20. April 2009 um 18:23

    Da bin ich genauso. Nie ohne ein Buch aus dem Haus. Warten beim Arzt oder auf den Zug? Kein Problem, ich habe ja ein Buch dabei. Und wenn der Haushalt nicht mehr ruft, sondern schon schreit, und ich lieber lesen möchte, genau, da gibt es jetzt die wunderbaren Hörbücher. Rein in den mp3-Player und schon ist man nicht mehr an einen Raum gebunden. Und während man einer spannenden Geschichte lauscht, merkt man gar nicht, wie die Hausarbeit so nebenbei locker von der Hand geht 🙂


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