Pseudonyme ~ (Un)Sinn?

In der Kunstszene (also die Szene, die sich mit der Kunst beschäftigt) ist ein Pseudonym gang und gebe. So musste sich ein Schauspieler Michael Keaton nennen, weil er eigentlich Michael John Douglas heißt und mit seinem bürgerlichen Namen wie der andere Michael Douglas heißt. Aufgrund der möglichen Verwirrungsgefahr musste der Neuzugang (Keaton) sich eben umebennen. Wenn Douglas der Neuzugang wäre, müsste er sich ja dann auch umbenennen.

So etwas kann auch in der Literatur passieren. Wenn zwei Personen den gleichen Namen haben, muss der Neuzugang eben den Namen leicht oder komplett abändern. Aber während SchauspielerInnen noch mit ihrem Gesicht trumpfen können/müssen, haben es SchriftstellerInnen die Möglichkeit, trotz unantraktives Aussehen den Erfolg schlechthin zu haben. Unabhängig vom Namen.

Unabhängig vom Namen?

Na wer glaubt wird seelig. Denn es gibt LeserInnen die sagen, was das Buch wurde von jemanden aus Deutschland geschrieben? Dann muss es schlecht sein, lese ich nicht. So unglaublich (und auch traurig) sich das anhören mag, so ist es leider wahr. Es gibt wirklich Menschen die sagen, deutsche Literatur ist schlecht, weil es eben deutsche Literatur ist.

Daher ist es häufig für deutsche AutorInnen die einzige Möglichkeit ernst genommen zu werden, sich einen englischsprachigen Namen aufzusuchen und unter diesem zu schreiben. Da lesen die Leute dann die Bücher und denken, hei das ist ja toll, dass würden deutsprachige AutorInnen nicht hinkriegen. Schade nur das die aus der eigenen Heimat kommen. Als Beispiel kann man Dan Schocker nehmen, der eigentlich Jürgen Grasmück hieß (und 2007 verstarb). Wobei er so viele Pseudonyme hatte, dass es wunderlich wäre, wenn er alle auseinander halten konnte.

An dieser Stelle möchte ich keine Diskussion führen ob es legitim oder richtig ist, sich als deutscheR AutorIn einen englischen Namen anzulegen um erfolgreicher zu sein. Das können wir gerne bei einem anderen Beitrag machen 🙂

Was ich mich natürlich frage ist, bringt das was, so ein Pseudonym? Es heißt ja, dass ein Pseudonym schützt. Wenn ich berühmt werde, dann wäre es besser, wenn ich das nicht unter meinen bürgerlichen Name tue, sonst erkennt man mich, zeige ich eine persönliche Karte von mir in der Öffentlichkeit (zum Beispiel Ausweis, ec Karte, etc.). Natürlich stellt sich die Frage, werde ich als erdchen wirklich jemals so berühmt, dass es notwendig wäre?

Ein weiteres Problem ist, wenn man sich als AutorIn für mehrere Bereiche der Literatur interessiert. So überlege ich mir ein Sachbuch (mindestens) über Tarotkarten zu schreiben, dann kommt ja mein Krimi an dem ich schon einige Jahre schreibe und die letzen Tage habe ich mir überlegt, aus der Kurzgeschichte für den Hierrath Verlag eine Kurznovelle zu schreiben, also ein Jugendbuch. Es gibt Menschen, die es ja nicht leiden können, wenn man sich anderen Bereichen widmet. Dann gibt es noch Menschen, die niemals eine Liebesschnulze lesen würden und somit auch nie von einer entsprechenden Autorin. Gerade wenn sie dann noch Thriller schreibt (ein bekanntes Beispiel ist Nora Roberts, sie hat als Liebesautorin angefangen und schreibt unter den Namen J.D. Robb und Jill March unter anderem Thriller).

Und weil wir uns den Schubladendenken hingeben (auch wenn wir felsenfest behaupten es nicht zu tun), können die AutorInnen nichts anderes als sich eben unzählichen Pseudonymen  ihre Werke zu veröffentlichen und so ihr können zu zeigen.

Übrigens, für viele geht es ja noch in Ordnung, wenn man unter unterschiedlichen Namen schreibt, aber unterschiedliche Vitas geht einigen zu weit. Wenn man innerhalb eines Forums aber noch miteinander diskutiert, dass geht einigen doch zu weit (ist letztes Jahr in einem Bücherforum geschehen, ich habe mich beinahe weggeschmissen vor lachen).

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