Der Anfang und der Titel

Es gibt Sachen, die AutorInnen schwer fallen. Es kann sein, dass die eine keine schönen Dialoge schreiben kann und der andere dafür keine erzählende Beschreibungen.

Früher hatte ich eine ganz besondere Schwäche, ich konnte keinen Anfang schreiben. Und damit meine ich die ersten Sätze eines Romans oder eines Kapitels. Ich habe die ganze Zeit gedacht, es muss grandios, dramatisch, total genial sein. Nun gut, es ist nicht schlecht, wenn der Anfang wirklich diese Eigenschaften in sich trägt, denn immerhin wollen die ersten Zeilen dich als LeserIn fesseln und dafür sorgen, dass du weiter liest.

Ich habe in einem Buch von Sol Stein mal gelesen, dass diverse Verlage in Amerika eine Umfrage gestartet haben. Und zwar von Personen, die in der Mittagspause sich ein Buch gekauft haben (so etwas geht?). Und zwar wollten die Verlage wissen, wonach gehen die Käuferinnen und Käufer eines Buches. Und die Antwort war ganz klar. Da man in einer Mittagspause nicht mehr die Zeit hat, gehen sie nach dem Klappentext und den ersten drei bis vier Seiten (wenn überhaupt, manche lesen sich auch nur die ersten Zeilen durch und entweder es gefällt ihnen oder das Buch hat Pech gehabt).

Daher wird in den Schreibbüchern (also in den Besseren) immer empfohlen, auf den ersten paar Seiten die Spannung schon aufzubauen. Es gibt auch welche die sagen, auf den ersten Seiten muss das wichtige passieren und danach kann alles andere kommen. Natürlich ist das auch eine individuelle Sache, die man vor sich hat Aber man sollte schon wissen, was gerne gelesen wird. Damit man nicht überrascht ist, sollte man deswegen vielleicht bei einem Verlag eine Absage bekommen. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass es nie wieder einen modernen „Herr der Ringe“ oder „Die Nebel von Avalon“ geben wird. Ich befürchte, da haben diese Personen leider recht 😦

Bei mir ist es nur so, dass ich immer das Gefühl hatte, ich müsse wirklich ganz am Anfang anfangen. Dabei ist das nicht notwendig. Aber das muss man auch erst einmal lernen. In dem Buch What if wurde der Lerntipp bzw. Schreibtipp gegeben, nicht direkt bei der Entstehung der Welt anfangen, sondern mitten in der Szene. Das muss man aber auch erst einmal begreifen.

Was ich persönlich noch schwieriger finde, ist der Titel. Zum Beispiel bei der Geschichte die ich gerade schreibe habe ich keine Ahnung, wie ich die nennen könnte. Bei meinem Roman weiß ich seit Jahren, wie ich es nennen werde. Da hatte ich, sage ich jetzt mal so, Glück gehabt. Aber bei Kurzgeschichten habe ich da manchmal gewisse Probleme ihnen einen vernünftigen Titel zu schenken. Denn der Titel kann gefährlich sein. Nimmst du irgendeinen, heißt es, der Titel hat nichts mit dem Inhalt zu tun. Nimmst du aber einen beschreibenden Titel, nimmst du den Inhalt vorneweg. Und wenn du einen oberflächlichen nimmst, liest vielleicht niemand deine Geschichte.

Elizabeth George (die Autorin der Inspector Lynley Romane) sagte einmal in ihrem Buch Wor für Wort das sie gerne einen Laden für Romanideen hätte.Ich bräuchte kein Laden für Romanideen, denn davon habe ich inzwischen genug. Ich bräuchte eher ein Laden für Titel von Kurzgeschichten und Romanen, das würde mir mehr nützen. Aber gut, vielleicht fällt mir noch etwas ein, bevor ich die Geschichte nach der Hauptfigur nenne (das habe ich von einem anderen Schreibratgeber, wo es hieß, dir fällt nichts ein, benenne es nach der Hauptfigur) und abschicke.

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