Schreiben mit dem Tarot

Die amerikanische Tarotautorin Corinne Kenner hat einige Bücher geschrieben. Wobei bei ihr ein besonderer Augenmerk auf das Thema Tarot und Kreativität geworfen hat. Ich hatte schon mal einen Beitrag zum Thema Kreatives Schreiben mit dem Tarot verfasst. Man könnte fast meinen, es gibt nichts neues. Corinne Kenner hat aber zum Beispiel ein Buch zum Thema Tarot for Writers geschrieben (es sei erwähnt, dass ist natürlich nicht ihr einziges Buch und ich habe gelesen, so gut wie alle Bücher von ihr drehen sich um das Thema Kreativität).

Also habe ich mir überlegt, wie kann ich die Arbeit mit dem Tarotdeck und meiner kreativen Ader noch verstärken. Neniel aus der Hexengemeinde und ich hatten da schon eine weitere Idee.

Und zwar schnapp dir ein Tarotdeck deiner Wahl. Idealerweise ist die kleine Arkana bebildert. Ziehe nun vier Karten und schreibe dazu eine Geschichte. Ich habe das vorgestern mit dem Ziehen gemacht und wenn ich endlich einigermaßen geistig fit bin, schreibe ich mir die Grundbedeutungen heraus und fange endlich an, die Geschichte zu tippen.

Aber das wäre schon was. Doch schon lange nicht alles. Sonst hätte Corinne Kenner dazu nicht ein Buch mit über 300 Seiten schreiben können ^^.

Also dachte ich mir weiter, man könnte zu jeder Tarotkarte (besonders der großen Arkana) eine Geschichte schreiben. Dadurch kann man einerseits die Bedeutung der Karte vertiefen, aber auch den Bezug zur Karte. Weiter ist es auch möglich zu überlegen, welche Person könnte sich hinter einer entsprechenden Karte verstecken.

Da ich im letzten Monat mit dem Turm gearbeitet habe, können wir an dieser Stelle mal wieder mit ihm weiter machen 🙂

Also gut, wir haben den Turm und schreiben eine x-beliebige Geschichte dazu. Mit was für einer Person? Es kann eine Frau oder ein Mann, es können aber auch eine Frau und ein Mann sich hinter dieser Karte verbergen.  Aber was für eine Person würde am besten eine Turmkarte entsprechen? Darüber hinaus kann man sich auch das Aussehen der Person überlegen. Ist sie eher groß oder doch eher klein. Mollig oder schlank. Hat sie brünette oder doch eher blonde Haare. Und so weiter und so fort.

Und warum machen wir uns diese Gedanken?

Ganz einfach, damit wir mit ihnen eine Geschichte schreiben können. Jetzt nehmen wir mal an, du suchst nach einer Idee für eine Geschichte, aber stehst komplett auf dem Schlauch. Das kann schneller passieren als mir lieb ist 🙂 Und dann schnappst du dir einfach die Tarotkarten und mischst sie. Lasse hier ruhig dem Zufall die freie Hand. Du willst ja dir oder jemand sonst nicht die Karten legen, sondern eben nur eine Geschichte schreiben. Da ist es übrigens auch nicht so wild, wenn du nicht die Bedeutungen der Karten bist ins letzte Detail kennst (ganz im Gegenteil, du kannst diese Methode auch dafür benutzen sie besser zu verstehen zu lernen).

Also gehen wir von folgender Situation aus:

Du hast ein Deck und alle Karten sind bebildert (wenn nicht, für den Anfang ist es in Ordnung, wenn du die Zahlenkarten – meistens fehlt bei denen ein Bild – rauswirfst, später kannst du sie immer noch dazu nehmen). Du hast vielleicht eine Grundidee in welche Richtung es gehen könnte (nun, zumindest wirst du sicherlich wissen ob du ein Krimi oder eine Liebesgeschichte schreiben möchtest). Nun ziehe erst einmal eine Karte.

Nun haben wir deine Hauptperson. Also die Person um die sich die Geschichte drehen wird (wir gehen jetzt von festen Tatsachen aus). Es kann eine Frau aber auch ein Mann. Solltest du eine Karte mit zwei Personen haben, kannst du auch zwei Personen zur Hauptperson erklären. Zum Beispiel ein Ehepaar oder ein Liebespaar. Es könnten aber auch PartnerIn (Polizei) sein oder zwei Menschen, die aus irgendeinen Grund miteinander arbeiten müssen, sich aber nicht riechen können (hier kannst du deiner Fantasie absolut freien Lauf lassen).

Hinweis: Deine Hauptperson muss nicht unbedingt auf der „guten“ Seite sein. Also sie oder er muss nicht bei der Polizei arbeiten. Wenn du zum Beispiel eine diabolische Person (Teufel oder Turm) gezogen hast, kannst du natürlich auch über einE DiebIn oder eineN MörderIn schreiben. Es kann aber auch eben eine Person sein, bei der Mann sich die Hände über den Kopf zusammenschlägt. Lass wirklich deiner Fantasie freien Lauf.

Brauchst du nur eine Hauptperson, ist die Arbeit erledigt, wenn nicht, ziehe noch eine Karte 🙂

Der/Die GegenspielerIn ist eine Person, welche unserer Hauptperson natürlich das Leben schwer machen soll. Also wenn deine Hauptperson ein Polizist ist, ist die antagonischte Gegenkraft zum Beispiel die Diebin. Ist deine Hauptperson aber eine verbrecherische Kraft, könnten wir es hier mit jemanden von der Polizei zu tun haben. Oder jemand aus dem Verbrechersyndikat. Und so weiter und so fort. Auch hier gilt, eine Karte ziehen.

Dann gibt es noch eine Person im Hintergrund (kann es geben). Also jemand die oder aus unserer Hauptperson und ihrer Antagonistischen Kraft das gemacht haben was sie heute sind oder auch Personen, die jetzt um sie herumwusseln. Also eine Elternfigur, die Ehefrau oder der Ehemann, ein Geschwister, VorgesetzteR. Eine Person, welche Einfluss hat auf unsere Hautpersonen. Dies kann natürlich positiv aber auch negativ sein. So könnte ein strenger Vater zum Beispiel aus unserem Helden ein Arschloch machen. Und unsere Heldin hasst ihre Mutter, weil diese zu gutmütig war. Der Chef stachelt unseren Polizisten an, immer sein bestes zu geben und dieser überschreitet dabei auch immer wieder Kompetenzen.

Bei dieser Wahl kannst du einmal für deine Haupterson eine Karte ziehen und einmal für deineN AntagonistIn. Beide sollten eine Kraft haben. Sie müssen übrigens nicht in der Geschichte auftauchen. So können Mama oder Papa schon vor Jahren verstorben sein. Aber ihr Einfluss auf uns kann sich auch noch Jahre und Jahrzehnte später bemerkbar machen.

Dann kannst du noch eine unterstützende Kraft ziehen. Also eine Person, welche die Geschichte immer wieder nach vorne bringen kann oder unsere Hauptperson (oder auch ihrE GegnerIn) unterstützt aber auch behindert. Das ist alles möglich. Es handelt sich hierbei nicht unbedingt um eine antagonistische Kraft, sondern eben um eine Nebenperson, die einfach nur da ist und sonst nicht unbedingt so wichtig ist. Aber sie kann Einfluss auf den Lauf der Geschichte nehmen.

Jetzt hast du erst einmal deine wichtigen Personen zusammen. Natürlich besteht eine Geschichte aus mehr als nur fünf Charaktere. Aber hier findest du erst einmal eine wichtige Grundlage. Und auf diese kannst du aufbauen.

Jetzt geht es erst einmal an die Chraktere. Es ist ja schön, wenn du den Narren als Hauptperson gefunden hast und den König der Scheiben als Antagonistische Kraft. Aber wer bitte schön sind denn die Personen?

Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen gibt es Steckbriefe für AutorInnen die du ausfüllen kannst (ich werde mal einen entsprechenden Steckbrief erarbeiten und hier verlinken) und natürlich ist es möglich auch die Tarotkarten wieder zu befragen.

Jetzt ist es wieder Zeit, solltest du dazu genötigt worden sein ^^, alle Karten in dein Deck zu holen. Nun kannst du für jede Person drei Karten ziehen (oder auch mehr wenn du möchtest, ich empfehle aber eine überschaubare Anzahl zu nehmen). Die Bedeutungen (es gibt ja auch spirituelle Bedeutungen), kannst du als Charaktereigenschaften nehmen. So kann aus deiner Polizistin auf einmal eine nicht mehr so liebenswürdige Person werden und aus deinem Serienkiller wird auf einmal ein Mensch, der ein Motiv hat, den man versteht und sogar unterstützt.

Wer mehrere Decks hat (ein Vorteil, wenn man ein Tarotvirus ^^ ist und Decks sammelt), hat einen gewissen Vorteil. Wenn du eine Vampirgeschichte schreiben möchtest, kannst du zum Beispiel eines deiner Vampirdecks schnappen und direkt aus diesem Deck ziehen. Welche Vorlage ist besser geeignet. Und wenn du eine Geschichte zum Thema Hexen und Co. schreiben magst, dann gibt es genügend Auswahl. Und die entsprechende Inspiration kann dabei gleich noch mitgeliefert werden.

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