Tarotdeck des Monats: Februar 2009 ~ Das Tarot der Medizinfrau

Kurze Vorbemerkung: Ich werde jetzt jeden Monat ein Tarotdeck zum Deck des Monats küren (nach eigenen willkürlichen Vorgaben ^^) und hier vorstellen.

Sondereinband: 264 Seiten
Verlag: Königsfurt Urania; Auflage: N.-A. (Juli 2002)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3908646340
ISBN-13: 978-3908646341

Bilderlink bei Taroteca

Das Deck und das Handbuch ist von Carol Bridges. Sie hat ein recht positives Deck geschaffen und das kann man sehr wörtlich nehmen. Denn soweit ich mich erinnere, gibt es keine Karte, welche eine negative Deutung hat. Das kann man schon anhand der Bilder sehen. Pastelltöne, positve Botschaften und auch wenn die eine Karte mal etwas negativ wirkt, so ist die Botschaft doch immer positiv.

Das besondere am Deck ist, dass die kleine Arkana jeweils eine eigene Geschichte erzählt. Durch die Pfeifen führt eine junge, blonde Dame. Einen jungen Mann finden wir bei der Farbe, welche die Kelche darstellen. Das besondere hierbei ist, dass normalerweise durch die Farbe der Gefühle eine Frau führt, hier ist es ein Mann. Damit will die Autorin sagen, dass auch Männer Gefühle haben und das Recht, diese auszuleben und zu präsnetieren (wenn auch nicht so wörtlich). Bei den Bögen finden wir eine afrikanische Frau und zu guter letzt haben wir noch eine brünette Damen bei den Steinen. Noch etwas, was ich sonst nicht so häufig finde ist, dass wir die Personen der Zahlenkarten auch bei den Personenkarten teilweise wiederfinden.

Das Handbuch beschreibt die Karten teilweise sehr intensiv (besonders bei der großen Arkana), teilweise sehr an der Oberfläche bleibend (das muss man natürlich individuell betrachten, aber wenn man die intensive Auseinandersetzung mit der großen Arkana sieht und dann die kleine Arkana je auf einer circa eine Seite abarbeitet, dann ist das doch ein Unterschied). Zumal man hier die Reise der Hauptperson noch einmal sehr intensiv hätte beschreiben können. Andererseits ist es natürlich fraglich ob die Sachen in dieses doch eher dünne Büchlein Platz gefunden hätte.

Was ich für mich nicht mit dem Begriff Medizinfrau vereinbahren konnte war der Einbezug christlicher Elemente. Es mag sein, dass ich Heidin bin oder es mag sein, dass ich in diversen Dingen zu romantisch bin und den indigenen Völkern ihre eigene Religion zugestehen möchte, aber das fand ich für mich nicht passend (andere werden es lieben).

Absolut negativ empfand ich die manchmal zu vielen Satz- und Rechtschreibfehler. Da werden einfach Satzzeichen an Stellen eingefügt, die dort nichts zu suchen haben, aus Umlauten wird schlichtweg ein Satzzeichen und so weiter. Das kreide ich aber dem Verlag an, nicht dem Set selber.

Wer das Glück hat und an das Deck einigermaßen günstig rankommen kann (gebraucht findet man Angebote von ca. 80 bis 100 Euro, ich hatte Glück, dass ich es mal für zwanzig Euro ersteigern konnte), ich kann es nur empfehlen, trotz Teile des Handbuches.  Es bringt zwar eher unsere positive Seite zum schwingen (andererseits, natürlich können wir die Karten so deuten wie wir möchten). Aber ich empfinde die kleine Arkana als sehr gut, aufgrund der Tatsache, dass wir hier nur eine Person pro Farbe finden und auch die Botschaften sind teilweise sehr stark.

Hier noch eine Rezension die ich am 07.Juli 2007 geschrieben habe (fürs Archiv ^^). Hinweis, hier wiederholen sich einige Sachen, die ich oben geschrieben habe. Ob es sich lohnt das noch einmal zu lesen ist euch überlassen.

Für dieses Tarotdeck schwärmte ich schon seit Jahren und nun darf ich es endlich in den Händen halten. Und für mich hat sich der Kauf gelohnt.

Die Karten:
An sich wirken die Karten leicht naiv gezeichnet (in meinen Augen ist es das beste Wort, wie man den Zeichenstil der Karten beschreiben kann). Also zweidimensional und indianisch geprägt.
Die große Arkana hat im oberen Bereich die traditionelle Bedeutung der Karte und die Zahl, also in welcher Reihenfolge die Karte zu finden ist, z.B. 0 Der Narr.
Im unteren Bereich findet man dann die neue Bedeutung der Autorin. Besonders fasziniert bin ich von z.B. der Karte 2 Die Hohepriesterin. Denn dort steht als neue Bedeutung „SucherIn“. Somit können sich Frauen aber auch die Männer jederzeit wirklich mitgemeint fühlen. Und nicht dieses Pseudomitmeinen, wie man es sonst so erlebt.
Die Karten der großen Arkana sind schön gezeichnet und man kann fast intuitiv (wenn man sich wirklich auf sie einlässt) die Bedeutung herauslesen.
Die kleine Arkana haben teilweise völlig neue Bezeichnungen bekommen: Schale, Pfeifen, Pfeile und Steine. Das besondere an den Karten ist, dass eine Person uns durch die Reise der kleinen Arkana begleitet. Man sieht sie auf jeder Karte, wie sie die Station erlebt und teilweise auch, wie sie altert und reifer wird.
Zwar wirkt die 2D Darstellung der Karten ein wenig irritierend. Aber ich finde sie gerade deswegen wunderschön und sehr ansprechend. Und die Symbolik ist sehr eindeutig.

Das Buch:
In dem Buch finden wir eine Einführung zum Tarot, wie man es intuitiv nutzen kann und wie man damit arbeiten kann, um Ganz zu werden. Ich muss gestehen, schon von Anfang an fühlte ich mich in den Worten der Autorin sehr wohl (auch wenn mich ab und an der christliche Bezug, welche ich selber mit den Medizinfrauen (noch) nicht im Einklang bringen kann und vorerst nicht möchte, irritierte).
Dann kommen die Deutungen der Karten. Die ersten drei Karten werden extrem ausführlich beschrieben. Der Meditationsweg, Übungen und vieles mehr. Das nimmt später dann wieder ab und beschränkt sich auf wissenswertes (wie der ursprüngliche Name, Affirmation, planetare Zuordnung usw.) sowie, die Bedeutung und ein Text, der zum nachdenken anregt (bzw. anregen soll).
Die kleine Arkana beginnt dann mit einem Text zum Element (wobei die Erde am ausführlichsten ist) und dann gibt es die Deutungen. Diese sind in einem Gebet und dem Deutungsteil unterteilt.
Das Buch endet mit der Erklärung wie man mit den Karten arbeiten kann, sowie einigen Legemethoden (hier fehlt das klassische Silberkreuz, was mir sogar gefallen hat).
Das Buch hat mich sehr inspiriert und komischerweise kam es genau dann in meinem Leben, wo ich beginne, neue kreative Projekte in Angriff zu nehmen. Daher bin ich mir sicher, dass es mich eine Zeitlang vorerst begleiten wird, wenn nicht sogar länger.
Was mich aber geärgert hat, daher auch der Sternabzug, waren die Rechtschreibfehler und nachlässige LektorInarbeit. Es wäre nicht so schlimm gewesen, wenn ab und an mal ein kleiner Patzer passiert wäre. Aber leider zieht es sich durch das ganze Buch. Anstelle eines Fragezeichens findet man ein Ä oder ü. Kommas fehlen und auch sonst sind Zeichen eingefügt, Sinnfremde Wörter eingefügt und ähnliches, dass die Freude am Lesen bei mir leider geschmählert wurde.

Fazit:
Das ist eines der schönsten Tarotdecks, die ich kenne (und als Sammlerin kenne ich einige). Daher hoffe ich, dass der Verlag sich vielleicht überlegt und es noch einmal herausbringt. Denn es sollte wieder und gerade in der heutigen Zeit, den Menschen zugänglich gemacht werden, damit man damit und vor allem mit sich selbr arbeiten kann.
Ich kann es jeder Legerin und jedem Leger von Tarotkarten nur empfehlen, die in sich die Göttin, die Medizinfrau, den Menschen finden wollen. Es ist herrlich, einfach nur herrlich.

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