Kartenlegen, nein das dürfen nicht alle

Gestern war ich mal wieder im Internet unterwegs und habe eine Rezension zu einem Buch gelesen, da muss ich sagen ist mir die Spucke weggeblieben. Ich werde hier weder sagen, wer die Rezi geschrieben hat, noch welcher Buchtitel es war, geschweige wo ich es gefunden habe. Ich will hier niemand direkt schlecht machen (und wer in den Kommis dann schreit das ich Unrecht habe, sollte sich überlegen ob es dem wirklich so ist ^^).

Es geht um das erlernen des Tarot aus einem Buch.

An sich, so könnte man meinen, nichts schlimmes. Aber da gehen wohl bei einigen die Haare hoch. Denn es gibt Leute, denen speiübel wird, wenn Leute wie ich Tarotdecks im Internet kaufen und dann die Deutungen aus einem Buch erlernen. Denn wenn ich etwas aus einem Buch lernen, muss ich ja üben und üben und noch mehr üben um am Ende die Karten lesen und auch deuten zu können.

Das ist für manche Wesen auf diesem Planeten ein Unding. Entweder man hat eine mediale Begabung und sieht sofort die Bedeutung der Karten oder man lege sie bitte weg und rühre sie nie wieder an.

Ja, ihr habt richtig gelesen, wer von euch also glaubt, dass man die Karten nach Jahrelangen lernen lesen und deuten kann um Menschen vielleicht zu helfen (oder wenigstens sich selber) kann es gleich vergessen. Ihr seit nicht medial begabt? Dann seit ihr nicht in der Lage die Karten zu deuten und solltet es auch ja nicht versuchen.

So hart diese Meinung auch sein mag, es gibt wirklich Menschen die diese Meinung vertreten. Und ich kann mir verschiedene Gründe vorstellen, warum sie das tun.

Zum einen, sie sind wirklich fest davon überzeugt. Für manche Menschen mag sich solch eine Meinung für Blödsinnig anhören, aber wenn ich von etwas überzeugt bin, dann ist es ja auch richtig für mich. Ich kann ja selber die verrücktesten Ansichten haben. Ist ja auch mein gutes Recht, auch wenn andere diese nicht teilen. Und für mich sind diese Ansichten eben richtig. Nur sollte man natürlich nicht vergessen, dass andere Menschen auch andere Eintellungen haben und es daher zumindest zu einer Diskussion kommen kann. Und entweder man stellt sich einer solchen Diskussion (solange sie ordentlich geführt wird und nicht richtig unter die Gürtellinie geht) oder behält die Meinung für sich.

Eine weitere Möglichkeit, warum Menschen solch eine Meinung vertreten ist die Angst vor Konkurrenz. Seien wir doch mal ehrlich, es gibt inzwischen bei diversen Anbeitern Leute, die Karten deuten (oder nur legen?). Also die TelefonanbieterInnen. Dann kann man sich das Kartenlegen ersteigern und in Divinationsforen gibt es auch genügend Leute, die sich darin üben und sogar sehr gute Ergebnisse erzielen. Es gibt genügend Konkurrenz und ich denke mal, es kann sich bei der einen oder dem anderen das sogar im Geldbeutel merkbar machen. Wenn ich jetzt anbiete den Leuten die Karten zu legen, dann könnte es sein, dass zu mir Menschen kommen, die vielleicht vorher zu jemanden gegangen sind die/der Geld verlangt hat. Somit werde ich automatisch zur Konkurrentin.

Und dann ist auch noch die Gefahr des Besonderen. Seien wir doch mal ganz ehrlich, wollen wir nicht alle auf unsere Art und Weise etwas besonderes sein? Die einen sind Runenfeuerwerferinnen und die nächsten zehnfacherer Reikiweltmeister (was immer das auch sein mag ^^). Und in der Tarotszene gibt es eben die PseudolegerInnen (zu denen ich mich wohl zählen dürfte, wenn ich nach deren Meinung gehe) und die Menschen, die eben medial veranlagt sind. Wenn ich jetzt sage, ich bin eine medial veranlagte Tarotistin, dann hört sich das komplett anders an, als wenn ich nur sagen würde, ich lege und deute die Karten. Hört sich doch wahrhaftig langweilig an. Weia.

Ich will ja nicht unbedingt Durchschnitt sein, also bin ich eben was ganz besonderes. Und daher muss ich auch meinen Status verteidigen. Das es dabei sein kann, dass ich andere Leute schlechte mache, risikiere ich dann (natürlich, wenn ich selber als Person diese Meinung vertreten würde).

Natürlich will ich nicht leugnen, dass es in der Welt des Kartenlegens Leute gibt, denen man eher die Hände abhaken sollte, als das sie auch nur die Tarotkarten (oder was auch immer) in die Hände nehmen dürfen. Da wird negatives vermittelt, verflucht und keine Ahnung was für ein Müll erzählt werden kann. Diese Menschen helfen nicht, zumindest nicht anderen Menschen (nur dem eigenen Geldbeutel wahrscheinlich). Klar schaden gerade solche Leute der „Szene“ (ich schreibe es mit Absicht in Anführungszeichen). Und ehrlich gesagt, mit denen möchte ich nicht in Kontakt treten.

Es kann also sein, dass ich bei den wohlhochgeborenenmedialen TarotlegerInnen nicht anerkannt bin, weil ich mir alles mühsam anlerne. Andererseits, will ich das überhaupt? Und ich bin in so vielen Dingen sturr, da kann es mir ja im Grunde egal sein, was die Leute von mir denken. Das schlimme ist, es ist mir auch egal. Denn ich lebe nur einmal dieses Leben, aus dem ich hier berichte. Warum bitte schön sollte ich es von Meinungen abhängig machen, die andere denken?

In dem Sinne, auf zur nächsten Karte, jawohlja.

Advertisements

5 Kommentare

  1. Alruna Apaika said,

    1. Februar 2009 um 13:43

    Du sprichst mir aus der Seele. Ich stand ähnlich fassungslos vor einem Buch, in dem behauptet wird, dass die Runen nur zu Menschen sprechen, in deren Adern zumindest ein paar Tropfen Blut aus nordischen Landen fließen würde. Gehört Deutschland bei dieser Auffassung noch zum Norden? Wohl eher nicht. Soll ich also meine geliebten Runen jetzt für immer beerdigen?
    Ja niemals nicht (=bayerische doppelte Verneinung, falls es ein Nordblütler nicht versteht).

  2. erdwurzelchen Wolfskatze said,

    1. Februar 2009 um 13:50

    Auch solch einen Schrott gibt es. Da lobe ich mir einen Gardenstone, der gesagt hat, dass es egal ist woher du kommst, Hauptsache du hast den Sinn hinter den Runen verstanden, dass ist die einzige Hürde die du nehmen musst um mit den Runen arbeiten zu können.

    Ich kann solche Leute nicht verstehen und ganz ehrlich, ich weiß auch nicht ob ich das möchte 🙂

    Und danke für die Aufklärung wegen niemals nicht, denn eigentlich ist eine doppelte Verneinung eine Bejahung in Mathe 🙂

    lllg
    erdchen

  3. Alruna Apaika said,

    1. Februar 2009 um 14:22

    hm, vielleicht reicht es doch nicht, die alleinige Bedeutung der Worte zu wissen, sondern man muss einen Tropfen bayerischen Blutes haben, um die doppelte Verneinung hinter den Worten zu erkennen….*lach*
    Gardenstone gefällt mir auch. Kennst du auch Helrunar von Jan Fries? Oder Uthark von Thomas Karlsson? Aus letzteren beiden Büchern kamen mal völlig andere Texte zum Thema Runen als was man sonst immer liest.

  4. erdwurzelchen Wolfskatze said,

    1. Februar 2009 um 14:28

    Ja, bei so etwas muss man schon bayerisches Blut haben (oder zumindest Leute, die von dort kommen ,grinsekatze).

    Helrunar von Jan Fries kenne ich, habe mal reingesehen, mehr noch nicht, ist aber schon seit Jahren auf meiner Wunschliste (und meines Wissens zur Zeit vergriffen). Uthark von Thomas Karlsson habe ich mal gesehen, mehr ehrlich gesagt nicht. Aber ich werde das mal im Auge behalten.

  5. 3. Februar 2009 um 13:23

    […] zu einem Beitrag inspiriert. Ich hatte ja schon mal darüber geschrieben das nicht alle Menschen nicht Karten legen dürfen. Sondern eben nur die, die dafür eine mediale Begabung haben (was immer das auch letztendlich sein […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: