Schwere Entscheidung

Kennt ihr das? Ihr habt euch für etwas entschieden und dann merkt ihr, da stimmt etwas nicht, wollt es aber nicht wahr haben und lügt euch selber an, nur damit ihr euch nicht eingestehen müsst, dass ihr euch vielleicht falsch entschieden habt?

Vielleicht nicht, ich hingegen dafür sehr genau.

Ich studiere ja zur Zeit Sozialwissenschaften (das dürfte die eine oder der andere ja mitbekommen haben) und eigentlich dachte ich die ganze Zeit, dass mich das glücklich macht.

Heute saß ich dann da, über die Statistiksachen und dachte mir, wozu mache ich das. Ich habe eigentlich Probleme mit Politik, Soziologie sagt mir nur halb zu und Statistik ist eigentlich nur die Krönung vom ganzen. Denn wenn ich es ganz genau nehmen, ist es das einzige, was ich halbwegs verstehe.

Also habe ich mich schweren Herzens entschieden, meiner Intuition zu Folgen und das Studium nicht mehr weiter zu verfolgen. Das bedeutet übersetzt also, ich werde dieses Studium abbrechen.

Es ist zwar nicht prickelnd in meinem Alter (ich bin immerhin 27 Jahre jung) wieder was neues anzufangen. Aber ist noch weniger toll, wenn ich mich mit einem Studium abquäle, was mir gar keinen Spaß macht.

Ich stelle mir gerade vor, wie ich mich dann durch die Abschlussprüfungen quäle und all die Sachen.

Nun gut, so soll es eben gewesen sein. Ich habe aber schon eine Alternative für mich gefunden. Entweder Publizistik oder Germanistik. Das alles würde dann an der FU-Berlin ablaufen. Und das geht erst nächsten Wintersemester los. Somit habe ich noch einige Tage Zeit mir zu überlegen, welches von beiden ich dann nehme (und mir ein Wartesemester aufzubauen).

Aber ich werde trotzdem die Karten dafür legen. Doch arbeiterkind.de hat mal in einem Vortrag gesagt, es ist normal, dass man sich nach dem ersten Semester das alles überlegt. Und immerhin, ich gebe zu, ich habe mir keine richtigen Gedanken dazu gemacht, ob ich das wirklich will. Das ist ja das dumme von mir.

Nun gut, dann werde ich die restlichen Ferien genießen und an mir selber arbeiten, also nicht mehr lernen und mir Stress machen.

Zwar ist es indirekt Schade um die ganzen Bücher die ich gekauft habe, aber ich habe gelesen, dass die Fächer, für dich ich mich interessiere, teilweise auch mit den Sachen zu tun haben, für dich ich die Bücher gekauft habe. Also ganz verloren sind die Sachen nicht.

Trotzdem, mir tut es Leid und ich danke für die wertvolle Erfahrung, die ich machen durfte.

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7 Kommentare

  1. 30. Dezember 2008 um 13:26

    oh, das kenne ich sehr gut!
    ich habe 1997 mein studium (germanistik und ev. theologie LA sek I & II) begonnen und dachte bereits im ersten semester ständig, ich sitz im falschen film. habe mir drei semester eingeredet, daß es beeeeestiiiiimmt besser wird. weitere zehn semester bin ich dann nur hingegangen, um mich für vorlesungen einzuschreiben und dann nicht mehr. insgesamt hab ich also 13 semester „studiert“, von denen ich eigentlich allenfalls vier oder fünf anwesend war. dann war ich so ehrlich zu mir selbst und auch zu meinem mann (der hat das studium ja bezahlt), zu sagen, ich will das nicht machen, es erfüllt mich nicht.

    ich hab der uni 2003 / 2004 endgültig den rücken gekehrt und denke heute ständig, wenn jemand von studieren und uni schreibt, daß ich mit meiner entscheidung, nicht zu studieren, einfach nur glücklich bin…

    also, alles gute für deinen weg. ich bin sicher, du wirst die für dich richtige entscheidung treffen.

    • claudia said,

      29. November 2009 um 20:27

      Hallo,

      das finde ich ja sehr mutig nach so langer Zeit ganz aufzuhören. Habe jetzt auch 3 Jahre versucht mit Unterbrechung eine Ausbildung als Fachleherin für geistig behinderte zu absolvieren. Aber mich mehr schlecht als recht gequält, zwar prüfungen gemacht, aber eine nicht bestanden.
      Darf ich fragen, was Du nun arbeitest. Denn ich denke mal hauptsächlich geht es ja in erster Linie um den Lebensunterhalt zu verdienen.

      Lg Claudia

      • 1. Dezember 2009 um 19:11

        hallo claudia,

        und danke erst einmal für deinen besuch sowie deine kurz darstellung deines lebens.

        ich finde, nach einem semster (noch nicht einmal drei monate also) aufzugeben, hat nicht soooo sehr mit mut zu tun. nach drei jahren sehe ich das ganze ein wenig anders. ich glaube ich hätte dann aufgegeben und dann einfach weitergemacht, weil ich mir gedacht hätte, toll, jetzt habe ich so viel zeit investiert, jetzt bringe ich es noch zu ende (im grunde genommen habe ich das mit meiner ausbildung gemacht).

        nachdem ich das studium abgebrochen habe, habe ich weiterhin bei meiner alten stelle gearbeitet, die es wohl auf dauer nicht mehr geben wird (insolvenz) und anfang september habe ich dann eine andere stelle angenommen. über die bezahlung möchte ich hier kein wort verlieren, hat sich aber immerhin ein wenig verbessert (gerade auch, weil es vollzeit ist). dieses jahr werde ich jobtechnisch mir nicht die finger brechen (dafür ist das jahr nun wirklich zu kurz 🙂 ), dafür werde ich hoffentlich nächstes jahr dann durchstarten.

        wie sieht es bei dir aus, was machst du denn jetzt?

        lllg
        erdchen

  2. yggdrasil said,

    30. Dezember 2008 um 17:00

    Ich verstehe dich auch sehr gut. Mir ging es ähnlich wie Amala.
    Nur: Am Anfang hat mir das Studium sehr gefallen, durch die völlige Umstellung (hatte gerade Abi gemacht und bin dann quasi direkt ins kalte Wasser geworfen worden) habe ich den Boden unter den Füßen verloren. Ich habe es immer und immer wieder versucht und dann entgültig im Jahr 2005 abgebrochen (hatte zum WS 2001 angefangen) und dann eine Ausbildung angefangen und auch erfolgreich beendet.
    Nun bin ich zwar arbeitslos, aber ich gebe die Hoffnung ja nicht auf.
    Wie wäre es, wenn du die Bücher, die du nicht mehr brauchst in deinem jetzigen Fachbereich an die neuen Erstis verkaufst? Dann hättest du wenigstens einen Teil des Geldes wieder und die Erstis freuen sich über günstige Bücher.
    Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen für deine Zukunft und das nun alles glatt läuft.

    LG
    ygg

  3. Ashmodai said,

    30. Dezember 2008 um 21:39

    Ich kenne das auch…
    Nach dem Abi wollte ich psychologie, Kunsttherapie oder Anglistik studieren…und hörte auf die Berufsberatung, die was von brotlos sagte.
    Also wurde ich Verlagskauffrau und habe mich die ganze Ausbildung hindurch gelangweilt. Zwar gut abgeschlossen, aber meins ist es einfach nicht.
    Dann Pädagogik studiert, abgebrochen, externe Erzieherprüfung. Damit war ich lange glücklich, bis sich soviel änderte, dass ich nicht mehr arbeiten konnte, wie ich wollte sondern mehr Kinderverwahrerin war.
    Dann kam Diplom-Verwaltungswirtschaft. Recht hat mir viel Spaß gemacht, besonders Zivilrecht. Aber meins? Ich weiß nicht.
    Mein Herz hängt an der englischen Sprache, dem Schreiben, Malen, Fotografieren….und dem werde ich nun folgen.
    Man ist nie zu alt, seinem Herzen zu folgen.
    Ich wünsche Dir alles Gute bei der Wegfindung.

  4. Feona Malea said,

    31. Dezember 2008 um 18:22

    Ich wünsche Dir auch alles Gute – mögest du deinen Weg für dich finden!

    Zu alt bist du nie, um etwas zu ändern.

    Für 2009 wünsche ich dir auf alle Fälle alles Gute!

  5. 1. Januar 2009 um 15:43

    Danke euch. Es tut gut zu lesen, dass ich da nicht gaaanz alleine bin 😉

    Ich bin im Moment dabei meinen neuen Weg zu finden.


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