Was ist denn eigentlich der Feminismus und welche Strömungen gehören dazu?

Da ich beschlossen habe, ab und an Texte hier zu veröffentlichen, welche sich redaktionell um ein Thema drehen, fange ich einfach mal an ^^

Und zwar, was ist der Feminismus und welche Strömungen gehören dazu?

Die Definition des Wortes Feminismus:

Der Feminismus ist eine Richtung der Frauenbewegung, welche sich mit dem Dualismus der Geschlechter beschäftigt und die bisherige Herrschaft durch das männlich geprägte als solche erkannt hat und diese nun beseitigen will (allgemein auch als Patriarchat bezeichnet). Viele Feministinnen (ich gehe schlichtweg nicht davon aus, dass alle die folgenden Meinungen vertreten, ich bin mal so dreist) sagen, dass Frauen und Männer in erster Linie gleichwertig sind und es gibt sogar einige, die behaupten, dass die typisch weiblichen Eigenschaften (Führsorge und so weiter) sie sogar zu bessere Menschen machen (und das Patriarchat sie demnach wohl versaut). Einige radikale Feministinnen sprechen davon, dass es sogar eine Ablösung des Mannes erfolgen soll um ein sogenanntes Matriarchat zu erschaffen, damit beide Geschlechter sich wieder ergänzen können, wie es einst war (zum Thema Matriarchat mag ich mal an dieser Stelle nichts erzählen, einfach mal die Literatur von Heide Göttner-Abendroth lesen ^^).
Den meisten Feminstinnen geht es darum die Vernachlässung und Benachteiligung der weiblichen Eigenschaften, Denkweisen und Leistungen in allen Lebensbereichen zu würdigen, bzw. abzubauen, wenn diese sich gegen die Frau richtet.
Es gibt inzwischen feministische Literaturwissenschaft, aber auch feministische Theologie (wobei, sollte es nicht schon fast Thealogie heißen?), welche sich mit der Rolle der Frau auseinandersetzt, ihre verdrängte Geschichte, ihre unterdrückte Rolle und die jahrhundertlange Defizite zu überwinden.
Aber es gibt auch Feministinnen, die nicht nur die Rechte der Frauen innerhalb ihres eigenen Landes zu verbessern, sondern die Menschenrechte eingesetzt sehen wollen (also absolute Gleichheit zwischen ALLEN Menschen, egal welchen Geschlecht, Hautfarbe, Religion etc. sie angehören) und sich dafür einsetzen.

Es gibt mehrere Hauptströme im Feminismus, welche sich in mehreren Unterströmen teilt.

Der Universalismus wäre eine der Hauptströmungen

Sie gehen davon aus, dass es im Grunde keinen Unterschied zwischen Frauen und Männer gibt. Seit etwa 1970 versuchen besonders radikale Richtungen des Feminismus diese Idee beseitigt werden soll.

Unterströmungen des Universalismus

Radikalfeminismus (Gleichheitsfeminismus)

Sie gehen von einer absoluten Gleichheit der Geschlchter aus. Die entstehende Ungleichheit, die wir in der Gesellschaft kennen, also das angeblich Frauen nicht so intelligent sein, blablabla, entstehen nicht durch die Geburt, sondern durch die Sozialisation. Erst dadurch entstehen solche Eigenschaften von „typsich männlich“ oder „typisch weiblich“. So könnten Männer sehr wohl Führsorge empfinden, wenn sie entsprechend erzogen werden und Frauen könnten Kämpferinnen werden, mit einer entsprechenden Erziehung. Daher streben sie eine Aufhebung solcher geschlechtsspezifischer gesellschaftlicher Unterschiede, damit Mensch sich entscheiden kann, welche Fähigkeiten und Vorlieben es entwickeln möchte, anstatt nach irgendwelchen sogenannter Normane zu handeln.

Die bekanntesten Vertreterinnen dieser Richtung sind Mary Daly, Simone de Beauvoir und Alice Schwarzer.

Psychoanalytisch orientierter Feminismus

Diese Richtung sucht nach den Ursachen dafür, warum das weibliche Geschlecht unterdrückt wurde/wird (eigentlich ein faszinierender Gedanke, warum wird frau unterdrückt und nicht mann?).

Marxistischer Feminismus

Diese Feministinnen stehen dem Marxismus nahe. Sie setzen sich in erster Linie fürdie „gesamtgesellschaftlichen“ Rechte der Frau ein, denn hier findet man die Voraussetzung für die Überwindung des kapitalistischen Systems. Diese Richtung fühlt sich sehr der Arbeiterbewegung verbunden und politisch gesehen, stehen sie den traditionellen kommunisitschen Parteien bzw. dem linken Flügel der Sozialdemokraten nahe. In der BRD waren die DFI (Demokratische Fraueninitiative) eine wichtige Vertreterin der marxistisch orientierten Feministinnen. Der Übergang zwischen marxistischem Feminismus und sozialistischer Frauenbewegung ist fließend. Es wird jedoch innerhalb der feministischen Bewegung die traditionell marxistische Unterordnung der „Frauenfrage“ als Nebenwiderspruch unter den so genannten Hauptwiderspruch immer wieder in Frage gestellt, und zwar die zwischen Bourgeoisie und Protelariat.

Freudomarxistischer Feminismus

Gibt es, aber ich traue mich ehrlich gesagt gar nicht, die irgendwie zusammenzufassen, weil ihre Definition nicht sonderlich erhellend ist, sorry. Aber wenigstens wisst ihr den Namen dieser Strömung.

Materialistischer Feminismus

Hier wird die marxistische Analyse weitgehend geteilt, es gibt aber unterschiede. Und zwar wird als „Hauptwiderspruch“ der Geschlechterunterschied angenommen und in eine „materielle Geschichtsinterpretation“ einbezogen. Die daraus resultierenden Forderungen, dass der biologische Unterschied aufgehoben wird, wird als Kybernetische Feminismisu oder auch als Kybernetische Kommunismus bezeichnet. Es wird gefordert, dass die Fortpflanzung nicht mehr die Frau, sondern die Gen-Technologie übernommen wird, dadurch würde sie vom Zwang der Mutterrolle befreit werden.

Autonome Feministinnen

Sie sehen die Unterdrückung der Frauen in der Regel als ein von Klassenwidersprüchen unabhängiger „gesellschaftlicher Widerspruch“. Somit unterscheiden sich die Autonomen von den meisten anderen radikalen linken Gruppen. Daher geben sie feminisitischen Diskussionen einen großen Raum.

Anarchistischer Feminismus

Hierbei handelt es sich um eine Mixtur zwischen Feminismus und Anarchismus.

Differenzfeminismus ist eine weitere Hauptströmung des Feminismus

Diese Hauptströmung mit ihren Unterströmungen gehen von einer grundsätzlichen Verschiedenheit der Geschlechter aus. Das bedeutet, Frau und Mann können nicht gleich sein, da sie unabhängig von Kultur und Geschichte unterschiede aufweisen (zum Beispiel die Aggressivität des Mannes und die Passivität der Frau).

Gynozentrischer Feminismus

Hierbei geht es um die Anerkennung der Weiblichkeit, der Suche nach Wurzeln und Ursprüngen des Frauseins (Frauenrituale, Frauenspiri und so weiter). Ihr Ziel ist es nicht mehr die Aufgebung der Geschlechterungleichheit zu erreichen, sondern eine Rekonstruktion dieser Ungleichheit, welche die Männlichkeit ab- und die Weiblichkeit aufwertet. Sie implizieren die Anerkennung des femininen Charkters bei Frauen und Männer gleichzeitig.

Kultureller Feminismus

Sie gehen davon aus, dass es fundamentale Persönlichkeitsunterschiede zwischen Frauen und Männer gibt und die weiblichen Eigenschaften haben es verdient, besonders dargestellt und gefeiert zu werden. Diese Theorie sagt aus, dass Frauen friedfertiger sind und Männer kriegerischer, daher ist die logische Folgerung (von ihnen natürlich), dass, wenn Frauen die Welt regieren würden, es keine Kriege mehr gäbe, oder das Frauen die bessere Kindeserziehung gewährleisten würden. Sie versuchen den Sexismus zu überwinden, indem sie die besonderen Eigenschaften und Erfahrungen von Frauen hervorheben und glauben, dass der „weibliche Ansatz“ der bessere sei. Ihre Form des Feminismus kann man als „Gender Feminismus“ bezeichnen.

Magischer (esoterischer) Feminismus

Dies Richtung könnte man am besten als Dianic Richtung bezeichnen (auch wenn der gehörnte Gott nicht bei allen unter dem Tisch fällt ^^). Sie kritisieren die Hexenjagd und die Hexenverfolgung als besonders grausam dar und verurteilen diese, sowie den Verlust an Wissen (z.B. das Kräuterwissen etc.) und identifizieren sich mit den Hexen (Magie etc.).
Sie feiern die Walpurgisnacht unter dem Motto „Wir sind Frauen, wir sind viele“ oder auch „Wir erobern die Nacht zurück“ (welche den Hintergrund hat, dass Frauen theoretisch nicht mehr Nachts raussollen, weil das eine Vergewaltigung provozieren könnte, während Männern nicht verboten wird Nachts rauszugehen, weil sie ja vergewaltigen könnten, nur mal so angemerkt).
Zu den bekanntesten Vertreterinnen dieser Gruppe kann Luisa Francia genannt werden.

Individualfeminismus ist ebenfalls eine eigene Hauptströmung

Sie ist relativ jung und vertritt libertäre Theorien bis hin zum Objektivmus. Ihr Ziel ist es, die Individualrechte aller Menschen, besonders natürlich die Rechte der Frauen, aber auch die Rechte der Männer (zum Beispiel habe ich gelesen, dass in vielen Ländern der EU alleinerziehende Männer benachteiligt werden in puncto Finanzen) zu sichern und zu stärken. Hierbei ist die Verwriklichung und die Grenzsetzung für das Individuum und seine Verwirklichung das Wichtige. Es werden theoretische Ansätze, welche sie mit dem Anachrchismus im Zusammenhang bringt, herausgearbeitet. Ihre bekannteste Vertreterin ist Wendy McElroy (auch wenn ich ihren Namen noch nie gehört habe, ich gestehe).

Militanter Feminismus

1967 hat Valerie Solanas in ihrem Manifest „SCUM“ die Vernichtung der Männer gefordert. Es wird wie folgt aufgefasst:
Teils als Volksverhetzung, teils als Satire, teils als Werkt einer psychisch Kranken. Es dient aber als Diskussion innerhalb des Feminismus, wo die Grenzen sind und wie weit man gehen sollte bzw. darf (wobei ich mich frage, hätte ein Mann so etwas über Frauen geschrieben, hätte man ihn auch so beurteilt?).

Das wars erst einmal von hier.
Quelle: Wikipedia

Ich habe jedoch den Text in eigenen Worten wiedergebene und keine Zitate verwendet. Somit ist der Text mein Urheberrecht unterstellt.

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