Runde Tarotdecks

Sheerie hat mal geschrieben, dass sie das Motherpeace Tarot süß findet, weil es mal ein Deck mit runden Karten ist. Ich gebe zu, ein wenig verwirrt war ich schon, ist es nicht bekannt, dass es immerhin zwei Decks mit runden Karten gibt? Wir mir scheint nicht, nun gut, frau und man muss ja nicht alles wissen. Daher schreibe ich mal nach und nach ein wenig über die Tarotdecks, die ich hier habe, wie sie mir gefallen, für wem sie sind und so weiter. Veilleicht kann ich ja die eine oder den anderen für das eine oder andere Tarotdeck begeistern. Also viel Spaß bei diesen Texten.

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Das Motherpeace Tarot

Das Motherpeace Tarot ist das älteste und erste runde Tarotdeck, was das Licht der Welt erblickte. Es wurde ursprünglich 1981 erfunden und fand dann nach und nach den Weg in die Läden, während es am Anfang in der Selbstproduktion verkauft wurde. Es ist ein feministisches Tarotdeck, hat aber alle klassichen Bezeichnungen der Karten beibehalten, bis auf den Narr, der hier zur Närrin wurde und die sogenannten Hofkarten, die im klassichen Tarot ja Ritter, Page, Königin und König sind, heißen sie ihr, Tochter, Sohn, Schamanin und Priesterin. Jedoch findet hier ein Ausgleich zwischen den weiblichen und männlichen Energien.

Die Bilder wurden von den beiden Schöpferinnen Vicky Noble und Karin Vogel erschaffen. Daher merkt man hier sehr wohl zwei verschiedene Stile. Einige der Karten wirken teilweise banal, kindlich. Andere hingegen sind schön gezeichnet, aber nicht so perfekt, wie die teilweise abgehobenen Werke anderer TarotautorInnen. Dieses Deck, so empfinde ich es, verbindet mich direkt mit der Erde. Bei den anderen Decks schmachte ich den Bildern nach und frage mich, wieso können die nur so gut zeichnen, ich bin total neidisch (ehrlich). Hier jedoch sehe ich die Bodenständigkeit. Die Autorinnen haben sich keine professionelle Zeichnerin gesucht und waren der Meinung, hier muss das perfekte Deck her. Nein, sie haben sich die Mühe gemacht und zeichneten alle Karten selber. Heutzutage, bei dem Tarotangebot, mögen manche mit den Kopf schütteln, wie sie es wagen konnten, mit solch einem Deck überhaupt an die Öffentlichkeit zu gehen. Jedoch denke ich, gerade zwischen den ganzen abgehobenen Decks, tut dieses so richtig gut.

Zum Motherpeace Tarot gibt es mehrere Werke:

Motherpeace Tarot

Unter dem Link findet ihr die normalen Motherpeace Tarotkarten und die Miniversion davon.
Die normale Version besitze ich (noch) nicht. Die Miniversion hingegen hat mir schon einmal einen Eindruck gegeben, was mich bei ihrer größeren Schwester erwartet.
In dieser Besprechung , die nun wirklich nicht sonderlich positiv ist (meiner Meinung nach, aber zum Glück dürfen wie alle unsere Meinung offen sagen und somit hat die Autorin auch das Recht dieses Deck nicht zu mögen), habe ich mich erschrocken und dachte mir, dass Minideck wird alles andere als ansehnlich sein. Zum Glück kann und muss ich ihr widersprechen. Denn die Bilder sind zwar klein auf diesen Karten, logischerweise, aber trotzdem kann man die Bilder sehr gut erkennen. Natürlich muss man diese nicht mögen, wie ich oben geschrieben haben, jedoch sind sie zumindest gut erkennbar und ich finde sie halt sehr schön. Zum Minitarotdeck gibt es noch eine kurze Beshreibung, die bei mir auf englisch ist und einige Tipps zum deuten neben der Geschichte des Decks und die klassichen kurzen Deutungen gibt.

Motherpeace – Das Buch

Das Buch ist dick und zeigt zu allen Karten, mindestens das s/w Bild, sehr oft gibt es in der Mitte auch die farbige Version. Nur hat der Verlag einen kleinen Fehler gemacht. Eine Karte taucht zweimal auf, während die andere beim ersten Auftauchen somit vergessen wurde. Leider weiß ich nicht mehr, welche es war. Aber das ist der einzige Fehler des Buches.
Das Buch beschreibt erst den Hintergrund der Karten (neben der Geschichte, warum diese überhaupt erschaffen wurden), dann die Deutung dieser. Diese sind ungewöhnlich ausführlich. Daher ist es auch ungewöhnlich dick. Leider stammt aus den frühen achtzigern und einiges davon ist schlichtweg überholt. Denn immerhin ist der Kalte Krieg offiziell ein Relikt der Vergangenheit. In diesem Buch ist er bittere Realität, weil es halt in dieser Zeit geschrieben wurde und bisher in diesem Sinne und zumindest für die deutsche Version keine neue Auflage geschrieben wurde (und ich möchte an dieser Stelle betonen, ich habe mir das Buch neu und nicht gebraucht gekauft, denn sonst würde ich diesen Zustand verstehen).
Sonst gibt es bei diesem Buch nichts zu meckern. Es ist wunderschön und hilft sehr bei der Deutung der Karten, aber auch bei der Deutung des Lebens und bei der Schaffung einer neuen Mythologie.

Weiter Bücher, zu denen ich bis jetzt noch nichts sagen kann, da ich sie noch nicht besitze:
Rituals and Practices with the Motherpeace Tarot

Motherpeace Tarot Deck with Book(s)

Motherpeace Tarot Playbook

Motherpeace: A Way to the Goddess Through Myth, Art, and Tarot

Motherpeace Tarot Guidebook

Making Ritual With Motherpeace Cards: Multicultural, Woman-Centered Practices for Spiritual Growth

Fazit:
Das Deck ist sicherlich nicht für alle geeignet. Gerade für die, die der Meinung sind, Matriarchate, eine stärkere Rolle der Frau oder Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann sei Blödsinn sollten sich von diesem Deck fern halten. Aber auch die, die auf überirdische Bilder stehen, sollten sich dieses Deck nicht anschaffen, denn das Motherpeace Tarot ist nun einmal feministisch . Und das ist manchmal auch gut so. Wer also mal ein etwas anderes Deck im Hause haben möchte, und damit meine ich nicht nur die runde Form, sollte sich dieses Deck holen. Es ist einmalig und schön. Alle anderen mögen weitersuchen ^^

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The Daughters of the Moon Tarot

Dieses Deck stammt von der Autorin Ffiona Morgan und ist weitaus bekannter als ihre ältere Schwester, das Motherpeace Tarot (siehe oben). Es wurde um 1998 veröffentlicht. Aber erschaffen wurde es sicherlich schon einige Jahre früher. Vermutlich ist das Motherpeace Tarot hier eine Inspirationsquelle gewesen.
Auch hier sind die Karten rund, jedoch wurde im Buch erklärt warum. Es ist eine Anlehnung an das weibliche, an die Mondin. Jedoch hat sich die Autorin in einigen Bereichen weitaus weniger an die klassichen Namen des Tarot gehalten, als ihre große Schwester. So gibt es nur eine männliche Karte, und zwar Pan, welche alle männlichen Energien entspricht. Es ist also durch und durch ein Deck von Frauen für Frauen. Auch die Hofkarten sind hier anders gestaltet. So gibt es nur drei Karten, anstatt vier und die heißen Jungfrau, Mutter und weiße Alte. Und alle entsprechen sie einer der zwölf Tierkreiszeichen , die hier jedoch weiblich sind. Also anstatt Löwe, heißt die Karte in diesem Deck Löwin und so weiter.
Die größe der Karte ist das einzige, was hier negativ gewertet werden kann, da sie nur schwer bis gar nicht in der Hand gemischt werden kann. Man braucht auf dem Tisch oder auf den Boden viel Platz um sie dort zu mischen, also wild durcheinander mischen ist hier angesagt. Und aufgrund ihrer Form gibt es auch die Deutungen für schräg liegenden Karten, bzw. man kann sie sich auch selber ausdenken.
Die Bilder sind hier um einiges schöner gezeichnet, dass muss auch ich zugeben, wobei ich bei der Karte unten links (siehe bitte Link) zugeben muss, die scheint direkt aus dem Motherpeace inspiriert worden zu sein. Denn auch dort gibt es eine Frau mit mehreren Armen (fällt mir gerade so auf). In meinem Deck ist es auch so, dass die Liebenden zweimal auftauchen. Einmal in einer sehr engen Liebesstellung (jedoch sieht man hier zwei Frauen und nicht eine Frau und einen Mann ) und einmal schwimmen zwei Frauen unter Wasser zueinander.
Die Kurzbeschreibung von Nicole gibt noch ein paar Hinweise zum Deck.

Hier gibt es Links zu den Werken von Ffiona Morgen:

Daughters of the Moon. Tarot. Buch mit 75 Karten. Set

Es lohnt sich das Set zu holen, also das Buch und die Karten. Denn manchmal finde ich es doch schwierig die Karten ohne das Buch zu deuten und da kann mir das Buch das eine oder andere Hinweis dazu geben. Es ist auch nicht sonderlich dick, vielleicht etwas mehr als Hundert Seiten, jedoch sind die Buchstaben sehr klein geschrieben (nicht zu klein wohlgemerkt) und daher ist es richtig mit Infos vollgepackt.

Daughters of the Moon. Tarot

Das ist der Link nur zum Buch. Es hat die Vorgeschichte zum Deck, eine Legemethode und die Beschreibungen der ganzen Karten mit der s/w Version. Einige Kapitel fangen auch mit schönen Zitaten an. Ich persönlich empfehle, dass Buch auf alle Fälle zu holen, wer sich das Deck kaufen möchte, denn hier werden auch Infos gegeben, die man sonst nicht erfahren würde.

Tarotkarten, Daughters of the Moon Tarot, dtsch. Ausgabe

Hier gibt es die Karten auf deutsch mit deutscher Anleitung und auf englisch mit deutscher Anleitung (dieses jedoch nur noch gebraucht). Die Anleitung ist ein dünnes Büchlein, welche die Deutungen jedoch komplett enthält, die Geschichte der Karte jedoch nicht. Deswegen sage ich immer, das Buch dazu ist besser. Jedoch ist es nicht zwingend notwendig. Wer sich nicht für die Geschichte dahinter interessiert, braucht sich diese nicht zu holen. Man spart ein paar Euros. Aber einzeln gekauft, bezahlt man 1,50 Euro mehr (was vielleicht nicht die Welt ist, jedoch wollte ich es mal erwähnt haben ^^).

Fazit:
Dieses Deck ist ganz klar feministisch und das möchte ich hier gerne noch einmal betonen. Männer könnten hier vielleicht die eine oder andere Schwierigkeit haben, jedoch können sie hiermit auch ihre weibliche Seite entdecken. Oder sie lassen es liegen und greifen zu jedem anderen Tarotdeck, die klar männlicher geprägter sind. Auch Frauen, die mit dem Feminismus oder mit dem weiblich Sein ihre Probleme haben, sollten hierrum wieder einmal einen großen Bogen machen. Denn das Deck ist für die Frau in jedem Menschen erschaffen. Meiner Meinung nach ist es schwer hiermit zukünftige Ereignisse vorauszusagen. Daher benutze ich es nur, um mein Seelenleben auf die Spur zu kommen. Für mich ist es eher ein Seelendeck.

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Fazit zu den runden Decks:

Sie sind eine angenehme Abwechslung in der eckigen Tarotwelt. Das macht natürlich ihre Form schon aus, aber auch ihre Bilder. Denn die sind einmalig und sehr Abwechslungsreich. Auch die Bücher dahinter sind ein wenig anders als die meisten anderen Bücher, die zu ihren Tarotdecks geschrieben wurden. Interessanterweise gibt es ja nur zwei runde Tarotdecks und beide sind feministisch geprägt. Sie versuchen für sich, ein wenig die Welt zu verbessern und einen anderen Weg in der Deutung einzuschlagen.
Es sind solche Karten, die mich dazu inspiriert haben, ein eigenes Deck zu erschaffen. Daher gehören sie auf meiner Liste der liebsten Tarotdecks, gaaaanz weit oben. Sogar auf dem ersten Platz, neben einem anderen Deck. Doch dazu in einer anderen Rezension über Tarotdecks mehr.

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1 Kommentar

  1. Ashmodai said,

    25. Dezember 2008 um 19:34

    Jetzt, wo ich lese, dass es feministisch ist, find ich’s nicht mehr süß. 😀


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