Kreatives Schreiben mit dem Tarot

Die folgende Idee habe ich aus dem Blog der esoterischen Schrifstellerin Nerthus von Norderney bekommen (http://nerthus.blog.de/ das ist der Link, ich habe aber die letzten zehn Minuten nach dem Beitrag gesucht, ihn leider nicht gefunden, somit kann ich nur die Hauptquelle anbieten, ihren Text dazu aktuell leider nicht, ich werde es nachholen, sollte ich ihn per Zufall wieder finden).

Wer diese Übung machen möchte, benötigt mindestens ein Tarotdeck und einen gewissen Zugang dazu. Denn wer keine Lust hat sich mit dem Tarot bis zu einem gewissen Grad auseinanderzusetzen, ich weiß nicht, ob das dann was für euch wäre (will es aber auch nicht absprechen).

Das Tarotdeck sollte komplett bebildert sein. Es gibt das Marseiller Tarot (damit bezeichne ich die Decks, wo die kleine Arkana nur aus dem Zahlenwert besteht, z.B. bei der Karte zwei Schwerter sind eben nur die beiden Schwerter zu sehen, bei der Karte vier Kelche, die vier Kelche und so weiter) und das Tarot im Sinne des Waite/Smit (ursprünglich Raider Waite Tarot, ich beziehe die Zeichnerin Pamela Cole Smith in der Bezeichnung ein und bin damit nicht mehr so ganz alleine).

Der Grund ist ganz einfach, wir brauchen für diese Form des Schreibens Bilder, mit denen wir arbeiten können. Und wenn ich eine Karte ziehe und dort sehe ich nur zwei Schwerter, nun gut, wenn ich die Bedeutung der Karten kenne wäre das vielleicht kein Problem, aber das kennenlernen der Bedeutung ist nur ein netter Nebeneffekt dieser Übung.

Diese Möglichkeit kannst du benutzen, wenn du noch keine Ahnung hast, worüber du schreiben möchtest oder wenn du schlichtweg keine Ahnung hast, wie es in deiner Geschichte weitergehen soll.

Du hast keine Ahnung wie du anfangen könntest

Ziehe eine Karte aus dem gesamten Deck und schaue sie dir in aller Ruhe an. Siehst du dort eine Frau oder einen Mann, gar ein Kind. Vielleicht siehst du ja auch Gegenstände (auch damit kann man anfangen, es kommt auf das Tarotdeck an, was du benutzen möchtest).

Erinnert dich die Person an eine Figur, über die du schon mal schreiben wolltest oder fällt dir gar spontan eine Geschichte zu dieser Person ein?

Ziehe ruhig mehrere Karten, wenn du möchtest. Entweder so viele, bis du das Gefühl hast, jetzt reicht es oder eine bestimmte Anzahl (du könntest dich an die Zahl auf deiner Karte orientieren, sofern da eine zu finden ist oder nach deiner Lieblingszahl).

Wenn du eine bestimmte Anzahl von Karten hast, kannst du sie nun in einer Beziehung zueinander legen. Du bist hierbei, nicht wie bei einer Tarotlegung, gezwungen dich an eine bestimmte Vorlage zu halten, sondern kannst die Karten genau dahinlegen wo du sie gerne hättest, bzw. wo du sie brauchst.

Versuche nun aus dem Bild, was du siehst deine Geschichte zu schreiben. Wenn du nicht weiterkommst, dann ziehe ruhig mehrere Karten.

Ein Beispiel:

Ich benutze jetzt das Universal Waite/Smit Tarot, dass im Grunde genommen die gleichen Bilder wie das WaiteSmith Tarot hat, aber neu coloriert wurde.

Ich habe als erstes die Karte 13 Der Tod gezogen. Ich sehe darauf den Tod auf eine Gruppe von Menschen zureiten. Einige von denen sind gestorben, die anderen beten, sind voller Angst aber auch voller Hoffnung.

Wie könnte ich die Geschichte aufbauen? Ich sehe einen Mann, der hat im Moment schwere Probleme, denn ihm wurde eine Krankheit diagnostiziert, welche sein Leben grundlegend verändert (kleiner Hinweis von der Tarotlegerin in mir, diese Karte bedeutet nicht per se das ein Mensch sterben muss, sondern eher, dass eine aktuelle Situation stirbt und sich dadurch wandelt).

Nun ziehe ich die nächste Karte, wobei der Tod auf meinem Tisch bleibt. Es sind die zwei Pentakel. Ein junger Mann jongliert mit zwei Münzen und sieht dabei alles andere als glücklich aus.

Der Mann in meiner Geschichte hat also ein Problem, bzw. zwei, mit denen er jonglieren muss, was ihn ziemliche Kopfschmerzen bereitet. Einerseits sollte er sich eigentlich sofort in Behandlung begegeben, weil ihm sonst die Krankheit umbringt, andererseits hat er seinem Bruder versprochen, dass er ihm bei einer bestimmten Angelegenheit hilft, die ihm sonst in extreme Schwierigkeiten bringt.

Nun kommen wir zur nächsten Karte. Hier habe ich die Königin der Kelche gezogen. Eine Frau hat also etwas, was unserem Helden helfen könnte, aus dieser Misere herasuzukommen und das Problem mit einem Schlag lösen könnte.

Ich erlaube mir hier die Beispiele abzubrechen, denn ich denke mal, dass das ausreicht um zu zeigen, was ich damit meine. Mit Hilfe dieser drei Karten habe ich die Grundlage für eine mögliche Idee aufgebaut, die ich nun weiterspinnen könnte (und es vielleicht auch tue). Theoretisch könnte ich jetzt noch weitere Karten ziehen (aus diesem Deck oder andere, die ich hier habe, es ist ab und an doch gut eine Sammlerin zu sein). Dadurch könnte ich unter anderem erfahren, was das ist, was die Königin der Kelche hat, um unseren Helden zu helfen. Möglich wäre es natürlich auch, dass sie eine Widersacherin ist. Natürlich ist es nicht verboten die eigene Fantasie und Vorstellungskraft und Ideenwelt mit einzubringen. Es könnte ja sein, dass wir es hier mit einer Fantasystorie zu tun haben und die Königin der Kelche hat einen magischen Gegenstand, welche entweder unserem Helden hilft (wenn sie gütig ist) oder ihm bei seiner Aufgabe hindern soll (wenn sie grausam ist).

Wie kann ich die Karten nutzen, wenn ich nicht weiter weiß

Als ich Kapitel 7 meines Romanes schrieb, wusste ich auf einmal nicht weiter. Ich gestehe, dass mit dem Plotten habe ich nicht sooo genau genommen und wusste daher am Ende doch nicht so schön weiter, wie ich es mir gewünscht hätte. Interessanterweise erfuhr ich gerade zu diesem Zeitpunkt von dieser Methode (das war bestimmt kein Zufall ).

Ich zog einige Karten, in dem mir gesagt wurde, wie es nun weitergehen könnte. Natürlich sagen wir mir nicht die Karten, jetzt schreibst du das und das.

So hatte ich die eine Karte aus dem HexenkultTarot gezogen und da war die eine Frau, welche gefesselt zwischen den Schwerter stand und zwei Hände hielten sich im Vordergrund (entweder es waren die sieben oder acht Schwerter). Damit konnte ich etwas anfangen, weil ich gesehen habe, wie mein Charakter nun reagieren kann.

Aber auch als ich aus dem Afro-Brasilianischen Tarot die sieben und die acht Pentakel zog, welche einen Mann bei der Legung einer Wahrsagemethode zeigt, sowie das Ergebnis dieser Legung, hatte ich eine genaue Vorstellung, wie meine männliche Hauptperson meiner weiblichen Hauptperson nun helfen kann.

Das sind zwei mögliche Methoden, wie man mit den Tarotkarten arbeiten könnte. Ob das auch mit Orakelmethoden klappt, dass habe ich noch nicht ausprobiert, werde ich aber mal machen und euch natürlich davon berichten.

Und auch so, wenn ich weitere Ideen zu diesem Thema habe. Bis dahin wünsche ich euch viel Spaß beim ausprobieren.

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1 Kommentar

  1. 3. Februar 2009 um 15:29

    […] auf das Thema Tarot und Kreativität geworfen hat. Ich hatte schon mal einen Beitrag zum Thema Kreatives Schreiben mit dem Tarot verfasst. Man könnte fast meinen, es gibt nichts neues. Corinne Kenner hat aber zum Beispiel ein […]


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